schaffen; denn bekanntlich sind die Heyden ersten Bedingun-gen nur mit solchen Ocularen füglich zu erfüllen, währenddie sogenannten terrestrischen*) Oculare diese Vortheile inweit geringcrem Maße bieten, und die dritte Gattungvon Ocularen, die sogenannten galiläischen **) die Anbrin-gung von Kreuzfäden nicht zulassen.
Die terrestrischen Oculare haben überdies) daö Unbe-queme einer um so bedeutenderen Länge, je größer Vergrö-ßerung und Sehfeld zugleich scyn sollen. Um z. B. in die-sen letzten Hinsichten dasselbe Verhältnis) herbeyzuführcn,welches mit dem nun angebrachten astronomischen OculareStatt hat, hätte das Ocular allein eine Länge von mehrals sechs Zollen haben müssen, während eS jetzt kaum einenZoll lang ist; ein Umstand, der die Anwendung eines sol-chen terrestrischen Ocnlares wenigstens ans dem St. Ste-phanSthurme geradezu unmöglich machte, da durch diese Ver-längerung deS Fernrohres in den ohnehin schon sehr be-schränkten Letalitäten der Spielraum desselben bedeutendverkleinert, und manche Gegenstände durchaus von keinemFenster aus zu erreichen gewesen wären.
eben erwähnten Eigenschaften von großem Sehfelde und ver-hältnismäßig bedeutender Vergrößerung bey Untersuchungenan himmlischen Gegenständen sehr wichtig, die weitere Eigen-heit dieser Gattung von Ocularen aber, das Umkehren derBilder, ganz gleichgültig ist.
H Die terrestrischen Oculare bestehen aus fnuf convexen Linsen,und werden für irdische Gegenstände, also z. B- bey Zugfern-röhren u- dgl., deswegen angewendet, weil sie verhältnis-mäßig bedeutend vergrößern, und doch alles aufrecht zeigen,welche letzte Bedingung bey irdischen Gegenständen natürlichnicht so leicht zu erlassen ist, als bey himmlischen.
Diese bestehen aus einer, auf beydcn Seiten concaven Linse,und finden ihre häufigste Anwendung bey Theaterperspeetiven,Feldstechern n. dgl.