DDas M^o^oscop auf dem St. Stcphansthurmc in lvicn Beschrieben und erläutert Karl Ludwig Edlen v. Littrow Mit zwei) lithographirten Tafeln^ Das Toposcop , auf dem St. Stephansthurme in Wien. Cin Instrument, durch daö die Thurmwärter in den Stand gesetzt werden, den Ort einer Feuersbrunst stets, bey Tag wie bey Nacht, mit gleicher Sicherheit anzusagen. Beschrieben und erläutert von Karl Ludwig Edlen von Littrow, Adjuncten an der k. k. Sternwarte zu Wien, Lehrer der Astronomie und höheren Mathematik bey Sr. k. k> Hoheit dem durchl. Prinzen und Erzherzoge Friedrich von Oesterreich, der k. k, Akademie der Wissenschaften zu Padua, der könizl, prcust. Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, der naturforschendcn Gesellschaft des Osterlandcs zu Sachs. Altcnburg, der Gesellschaft für Mcdicin und Naturforschung zu Iassy correspondirendcm, des physikalischen Vereines zu Frankfurt a-M- Ehren-Mitgliedc, Mit zwei) lithographir ton Tafeln. TN i e n. Gedruckt und im Verlage bey Carl Gerold. »8S7. Seiner Hochwohlgeborei» Herrn Herrn Carl Ritter von Heintl, Ooctor der Philosophie, Landstandc III Oesterreich und in der Steiermark, k. k. Truch- sesse, Vice-Director der philosophischen Studien, SplidicuS der Wiener Universität, im Jahre iLZ3 gewesenem Decane der philosophischen Facultät, Mitgliede der k. k. Land- wirthschaftö-Gesellschaften zu Wien, Prag und Brunn re. re. aus ,unigster Verehrung und Oaukliurketl gewidmet vom Verfasser. Euer Hochwohlgelioren? Hochzuverehrender Herr! ^Veit Misere Studien-Abtheilnng unter Ihrer Älegide taglich mehr gedeiht, hatte wohl schon jedes Mitglied derselben Veranlassung, sich eines Beweises von Eurer Hochwohlge boren freundlicher Fürsorge zu erfreuen. Insbesondere fühle aber ich mich zu vielfachem, zu dem innigsten Danke verpflichtet. Möge mir bald eine Gelegenheit werden, meine Empfindungen besser auszudrücken , als es durch die Widmung dieser kleinen Schrift geschieht, die ich Euer Hochwvhl- geboreu mit dem bisher gegen mich gehegten Wohlwollen anzunehmen bitte; möge der Inhalt derselben au Interesse und Gemeinnützigkeit ersetzen , was der Behandlung au Meisterschaft abgeht, und die Art meines Dankes an Oeffent- lichkeit gewinnen, was ihr, auch bey meinem eifrigsten Willen, all innerer Kraft gebricht. Wien, den i^'" May 1356. Der Verfasser. I n h c» l t. Seit« Einleitung ... , I. Beschreibung und Gebrauch des Toposcopes im Allgemeinen S >l. Nähere Beschreibung der einzelnen Theile des ToposcopeS L -lt. Das Fernrohr 8 II. Verticale Bewegung des Fernrohres L. Horizontale Bewegung des Fernrohres . . >ö v. Fußgestelle des Toposcopes ,8 III. Verfertigung der Register 27 IV. Einige Neben - Vorrichtungen des Toposcopes ... HS 1. Die Ablese > Lampe HS 2. Tagebuch zum Toposcope H7 Z. Beförderung der Anzeige Hg H. Anbringung der Feuer-Signale .... Si S. Feuer-Mcldzettel S> V. Regulirung der Sturmzeichen mittelst des ToposcopeS S2 VI. Nähere Bestimmungen über den Gebrauch des Toposcopes ^ . . . So Vorschriften für die Thurmwärter auf St. Stephan bcy der Anwendung des Toposcopes So 1. Allgemeine Vorschrift So 2. Besondere Vorschriften Sa VII. Kosten bey der Errichtung eines ToposcopeS ... SS VIII. Nutzen eines Toposcopes - . . . . S7 Einleitung. ilnser Auge schätzt bekanntlich Entfernungen nach den zwischen liegenden Gegenständen. In Fällen also, wo wegen mangelnder Beleuchtung, wie bep Nacht, oder ungewöhnlicher Verschiebung dieser zwischcnliegenden Gegenstände, wie bey Wasserflächen oder dgl., dieser Anhaltspunkt fehlt, wird auch daS Urtheil über die Entfernung meistens unrichtig ausfallen. Dieß tritt bei) Fenersbrünsten, die des Nachts ausbrechen, um so mehr ein, als daS Leuchten des brennenden OrteS uns denselben an und für sich schon scheinbar näher rückt. In solchen Fällen befanden sich daher die Wächter einer Stadt, denen die Anzeige von FenerS- brünsten oblag, stets in einer äußerst mißlichen Lage. Gehörte bey den ausgedehnten Aussichten, die sich diesen Leuten gewöhnlich darbieihen, schon dazu eine seltene Ortskenntnis;, um bei) Tage die Lage jedes einzelne» Hauses sogleich ans das Bestimmteste zu bezeichnen, so war ihnen für die Nacht in der That fast jede verläßlichere Schätzung unmöglich, lind doch blieb von der anderen Seite eine unfehlbare Anzeige sehr wünschenSiveith, da oft ein an sich kleiner Fehler in derselben die herbepeilenden Lösch- anstaltcn bedeutend in die Irre führte, wie dieß z. B. bei) Flüssen, Ringmauern der Stadt u. dgl. so leicht geschieht. Ein so allgemein gefühltes Bedürfnis; mußte natürlich bald das Bestreben erzeugen, demselben abzuhelfen. Es erschienen denn auch wirklich in den letzten Jahren eine Menge Entwürfe zu Vorrichtungen, welche die Feuerwächtcr in den Stund sehen sollten, den brennenden Ort unter allen Unisländen genau zu bezeichnen. Waren sie gleich alle, wie eö denn auch nicht gut anders möglich ist, ans dein Prin- zipc deS Thcodolithen gebaut, indem sie die Richtung durch horizontale, und die Entfernung der Gegenstände durch Höhen-Winkel maße», so erschien doch dieser einfache Grundsatz so mannigfaltig verwickelt, und dessen Anwendung durch Berücksichtigung von Nebenvortheilc» erschwert, daß meinem Vater, dem Director der hiesigen k. k. Sternwarte, welchem sie zur Beurthcilung von den hohen Behörden mitgctheilt wurden, nichts übrig blieb, als dieselben nach der Reihe für unzweckmäßig zu erklären. Dieß veranlaßte den Wunsch weiland Sr.k. k. Majestät, Kaiser Franz I., durch meinen Vater selbst eine solche Einrichtung besorgt zn sehen. Demgemäß crtheilten Se. Er- eellenz der Oberste Kanzler, Herr Anton Graf von Mit- trowSkp, demselben nicht nur die gehörigen Befehle, sondern unterstützten auch die Unternehmung während ihres ganzen Verlaufes mit jener uuermüdctcn und huldvollen Theilnahme, deren sich alles Gute und das Gemeinwohl Fördernde von diesem erhabenen Beschützer und Leiter der sämmtlichen wissenschaftlichen Anstalten des österreichischen KaiserstaateS zu erfreuen hat. Aus so hohen Quellen entsprungen, und mit solcher Liberalität gehegt, konnte die Sache nicht füglich anders als vollkommen gelingen. In der That befindet sich die ganze Einrichtung nun schon seit länger als einem Jahre in voller Thätigkeit, und das Urthcil einer Commission von Sachverständigen, die in Folge hohen Auftrages dieselbe gleich nach ihrer Vollendung in Augenschein nahm und als ihrem Zwecke in jeder Hinsicht entsprechend erklärte, erhält mit jedem Tage neue Bestätigungen. Mein Vater ging dabei) von der gewiß unbestreitbaren Ansicht auö, daß man einerseits für die Stabilität und ErHaltbarkeit des Instrumentes, und andererseits für eine Einfachheit der Anwendung desselben Sorge tragen müsse, die eS allein möglich macht, dieselbe so wenig gebildeten und ungeübten Händen zu überlasten, als eö die der Thurm- wärtcr sind. Er glaubte, vorzüglich in der ersten Beziehung, sich so nahe als möglich an die Einrichtung eineS gewöhnlichen Theodolithen halten zu müssen. Die Grundidee für die Gestalt deö Instrumentes, daö er Toposcop (Ortschauer) nannte, die sich daraus, so wie auö den übrigen, hier zu beachtenden zum Thcile örtlichen Umständen ergab, theilte er zur Ausführung unserem trefflichen Vorsteher der astronomischen Werkstätte des k. k. polytechnischen Institutes, Herrn Christian Stark, mit. Derselbe entsprach der Erwartung meines Vaterö so vollkommen, als wir nun schon seit Jahren von diesem Manne, unserer wahrhaften Stütze in allen ähnlichen Unternehmungen, eö zu erfahren gewohnt sind. Nachdem so die Grundlage des Ganzen festgestellt war, überließ mein Vater die Besorgung der weiteren Angelegenheiten mir, und behielt sich bloß die Führung der Sache im Allgemeinen vor. Die Ausnahme der Vorstädte und Umgebungen W i e n's mittelst des Toposcopes, welche dabei) erfordert wurde, führte ich gemeinschaftlich mit Herrn I)v. I. G. Böhm, Assistenten der hiesigen Sternwarte, auS. Dafür, so wie für manchen anderen Freundschafts- Dienst, den seine Bereitwilligkeit dabey zu leisten Gelegenheit fand, spreche ich hier im Namen meines VaterS dessen Dank aus. In der Meinung, daß daS von Wien gegebene Beispiel der Aufstellung eines Toposcop eö bald Nachahmung finden dürfte, und cS dann dem Publicum erwünscht wäre, sich über die Rücksichten, die man dabei) zu nehmen hat, näheren Nathcö erholen zu können, saminelte ich im Verfolge meiner Arbeiten sorgfältig alle die kleinen Bemerkungen, die sich mir darboten, und übergebe sie nun im Folgenden der Oeffentlichkcit. Da ich nicht voraussehen darf, daß man an allen Orten, wo man künftig Toposcope zu errichten gedenkt, mit Instrumenten und ihrer Behandlung vertrautere Individuen zu Gebote haben wird, so bemühte ich mich, in vorliegender Schrift so deutlich und gcmeinfaßlich als möglich zu sei,». Wenn daher vielleicht mancher meiner Leser einzelne Theile zu weitläufig behandelt findet, so möge er mich mit dem Wunsche entschuldigen, den ich hegte, eine Sache, die an sich überall ausgeführt werden kann, nicht durch unvollständige Erklärung in ihrer Anwendung zu beschränken. Ich hoffe, mit den im Folgenden enthaltenen Erläuterungen jeden geschickten Mechaniker in Stand gesetzt zu haben, das Instrument zu verfertigen. In wie fern eö demun- gcachtet wünschenswerthcr und sicherer bleibt, daß dasselbe in der bewährten Werkstücke unseres polytechnischen Institutes bestellt werde, überlasse ich Jedermanns eigenem Url heile. I. Beschreibung und Gebranch Veö Toposcopes im Allgemeinen. as Toposcop besteht im Wesentliche» auS cincm Fernrohre F.D f'I'ak. I. Dig. i), welches sich auf einer Säule DlVI horizontal, d. h. rechts und links, und um eine Achse 'I' vertical, d. h. auf und ab verschieben laßt. Für jede dieser beyden Bewegungen ist eine eigene, mit fortlau. senden Zahlen bezeichnete Theilung, nämlich für die horizontale die Theilung DI'II, für die verticale Bewegung die Theilung LI) angebracht, und auf diesen Theilungen führt daS Fernrohr die Zeiger D3 und DO so mit sich, daß man dasselbe weder rechts und links verrücken darf, ohne den Zeiger I'3 in seiner Stellung zu ändern, noch auch auf und ab bewegen kann, ohne den Zeiger DO auf andere Punkte der Theilung LI) zu bringen *). Daraus folgt den» unmittelbar, daß man das Fern, rohr durchaus auf keine Art verrücken kann, ohne zugleich 0 Was das Material betrifft, aus welchem daS Instrument besteht, so ist nur das Fernrohr von Messing, alles übrige von Gußeisen, einzelne kleine Thcile ausgenommen, die der Reibung oder ihrer Zartheit wegen von Messing oder Stahl verfec tigt wurden, wie z. V. der untere Zeiger 8 d', eine runde Feder bey 'I n. dgl. Der Eisenguß wurde nach den Modellen des Herrn Stark durch die, in Präeision ihrer Arbeit so ausgezeichnete BeevilIie r'sche Fabrik zu Nennkirchen besorgt einen oder gar deiche Zeiger zn verstellen. Vorausgesetzt also, daß das ganze In strn in cn t in seiner Lage nnv ereil ck bar nnd z. iL. anfeiner Fensterbrüstung fest gemauert sey, so werden offenbar je zwei) bestimmte Zahlen der Heyden Theilungen von den Zeigern nur dann getroffen, wenn daö Fernrohr ans eine» und denselben Gegenstand gerichtet ist. Kennt man daher die zwei) Zahlen, ans welchen die Zeiger stehen, wenn man daö Fernrohr ans ein gewisses Object richtet, so kann man, so oft deiche Zeiger auf dieselben Zahlen weisend gefunden werden, versichert seyn, daß das Fernrohr auf jenes selbe Object eingestellt sei). Hat man also z. B. einmal bei) Tage bemerkt, daß bey einem gewissen Fenster des St. StcphanSthnrmeS der Zeiger ? ans sSo, nnd der Zeiger v ans igo weise, wenn !>as Fernrohr auf Nußdorf steht, so wird man, wenn in jenem Orte deö NachtS Feuer ausbricht, und man, indem das Fernrohr aus dieses Feuer gestellt wird, jene deichen Zahlen 2Z0 und >go von den Zeigern getroffen findet, darüber außer allem Zweifel seyn, daß die Fencröbrniist in Nußdorf Statt habe, wenn man gleich vielleicht weder Nußdorf noch sonst einen Ort wirklich auszunehmen im Stande ist. In der That gibt ja die horizontale Thcilung kl? II eigentlich die R i ch t u n g, in welcher ei» gewisser Gegenstand liegt, während die Theilung Ol) die Entfernung anzeigt, welche dieser Gegenstand in der gegebenen Richtung vor unS hat. Diese deichen BestimmiingSstücke reichen aber, wie man von selbst sieht, stetS hin, einen gewissen Ort ganz unzweifelhaft zu bezeichnen, den einzigen Fall ausgenommen, wo zwei) Objecto vollkommen in einer und derselben Gesichtslinie liege», wenn also z. iL. ein Dorf von einem Berge gedeckt wird. Für diese», übrigens sehr seltenen Fall, werde» wir weirer unten die zu nehmenden Maßregel» kennen lernen. Uni also ei» Toposcop bei) jedem vorkommenden Feuer auwenden und durch dasselbe den brennenden Ort immer auf das Bestimmteste erfahren zu können, handelt es sich nach dem Vorhergehenden nur darum, sich von allen Orten, die man von dem Aufstellungspunkte des Toposcopeö auS sieht, jene bepden Zahlen zu verschaffen. Geht man nun ein für alle Male die ganze Gegend, die man mit dem Fernrohre deö Toposcopeö bestreiche» kann, Punkt für Punkt durch, und merkt man sich etwa in einem eigenen Register jeden Punkt mit den bepden dazu gehörenden Zahlen an, so hat man bei) einer vorkommenden FeuerSbrunst, gleichviel ob sie deS Nachts oder bep Tage ausbricht, nur die bepdcn Zahlen, auf welche die zwei) Zeiger weisen, wenn man das Fernrohr auf das Feuer stellt, in jenem Register aufzusuchen, um sofort den dabei) bemerkten, brennenden Ort kennen zu lernen. II. Nähere Beschreibung der einzelnen Theile des Toposcopes. DaS Fernrohr. DaS Fernrohr hat ein vortreffliches Plößl'schcö Ob- jectiv von >4 Linien Oeffnung, und einer Brennweite von >6 Zoll. Die Vergrößerung beträgt g'/z Mal, daö Sehfeld faßt 6 Grade, ein in jeder Hinsicht hinreichendes und zweckmäßiges Verhältniß. DaS Ocnlar enthält nach Art der astronomischen Instrumente ein anö starken metallenen Fäden bestehendes Kreuz, daS bey der bedeutenden Größe deS Sehfeldes unumgänglich nothwendig ist, um stets einen gewissen Punkt dieses Feldes, also z.B. hier den Durchschnitt der Fäden auf den zu betrachtenden Gegenstand richten zu können. Das Ocular ist nur innerhalb deS nöthigen Spielraumes für verschiedene Augen und Entfernungen verschiebbar, aber nur mit großen Schwierigkeiten ganz auS der Röhre des Fernrohrs zu ziehen, um durch Neugierde, linnöthiges Reinigen u. dgl. mögliche Störungen zu beseitigen. Den Vortheil, den ein großes Sehfeld für das schnelle Auffinden eineö Gegenstandes, und eine verhältnißmäßig starke Vergrößerung für die deutliche Wahrnehmung gewähren, so wie die Unentbehrlichkeit deö KreuzfadenS werden in den meisten Fällen de» sogenannten astronomischen Okularen*) bei) solchen Toposcop-Fernröhren den Vorzug ver- ") Nämlich den aus zwei) convexen Luisen zusammengesetzten Okularen, die bey den, zur Betrachtung von Himmelskörpern bestimmten Fernröhren gewöhnlich angewendet werden, da die schaffen; denn bekanntlich sind die Heyden ersten Bedingungen nur mit solchen Ocularen füglich zu erfüllen, während die sogenannten terrestrischen*) Oculare diese Vortheile in weit geringcrem Maße bieten, und die dritte Gattung von Ocularen, die sogenannten galiläischen **) die Anbringung von Kreuzfäden nicht zulassen. Die terrestrischen Oculare haben überdies) daö Unbequeme einer um so bedeutenderen Länge, je größer Vergrößerung und Sehfeld zugleich scyn sollen. Um z. B. in diesen letzten Hinsichten dasselbe Verhältnis) herbeyzuführcn, welches mit dem nun angebrachten astronomischen Oculare Statt hat, hätte das Ocular allein eine Länge von mehr als sechs Zollen haben müssen, während eS jetzt kaum einen Zoll lang ist; ein Umstand, der die Anwendung eines solchen terrestrischen Ocnlares wenigstens ans dem St. Ste- phanSthurme geradezu unmöglich machte, da durch diese Verlängerung deS Fernrohres in den ohnehin schon sehr be- schränkten Letalitäten der Spielraum desselben bedeutend verkleinert, und manche Gegenstände durchaus von keinem Fenster aus zu erreichen gewesen wären. eben erwähnten Eigenschaften von großem Sehfelde und verhältnismäßig bedeutender Vergrößerung bey Untersuchungen an himmlischen Gegenständen sehr wichtig, die weitere Eigenheit dieser Gattung von Ocularen aber, das Umkehren der Bilder, ganz gleichgültig ist. H Die terrestrischen Oculare bestehen aus fnuf convexen Linsen, und werden für irdische Gegenstände, also z. B- bey Zugfern- röhren u- dgl., deswegen angewendet, weil sie verhältnismäßig bedeutend vergrößern, und doch alles aufrecht zeigen, welche letzte Bedingung bey irdischen Gegenständen natürlich nicht so leicht zu erlassen ist, als bey himmlischen. Diese bestehen aus einer, auf beydcn Seiten concaven Linse, und finden ihre häufigste Anwendung bey Theaterperspeetiven, Feldstechern n. dgl. — 10 — Der Nachtheil, den die astronomische» Oeulare in der That, vorzüglich für ungeübte Thurmwärter, durch Umkeh- rung der Bilder haben, ist nicht so bedeutend und einflußreich, als man im ersten Augenblicke glaubt, da eS sich hier durchaus nicht um eine klare Vorstellung der mit dem Fernrohre gesehenen Gegenstände etwa wie zum BeHufe einer Zeichnung handelt, sondern bloß um das Richten deS Fadenkreuzes auf einen, im Felde licht erscheinenden Punkt. Die Thürmer von St. Stephan haben sich auch bereits so an die sonderbare Erscheinung der Hauser u. dgl. durch daS Fernrohr, die sie anfangs freylich überraschte, gewohnt, daß von daher durchaus keine Störung mehr zu fürchten steht. Judeß würde man, wenn die Oertlichkeit der Anwendung von terrestrischen Ocularen gar keine Hindernisse in den Weg legt, doch iuimer diesen mit Recht den Vorzug geben dürfen. Das Fadenkreuz ist aus dicken Fäden und so anzufertigen, daß mau es des Nachts mit Leichtigkeit auf dem hellen Hintergründe einer FeuerSbruust bemerkt. Vielleicht wäre ein kleines ruudeö Scheibchen, daS man auf dem DurchschnittSpuukte der Fäden anbringt, und welches um so sicherer in allen Umständen wahrgenommen würde, nicht unzweckmäßig. L. Vcrlicale Bewegung deö Fernrohres. Die vertieale Bewegung deö Fernrohres geht, wie wir schon oben bemerkten, um die Achse '1' vor sich. Zugleich mir demselben Fernrohre bewegt sich ein beyV mit mehreren Schräm ben au das Fernrohr befestigtes Speichenstück 'k 1'; dieses letzte endigt bey U in einen gezähnten Bogen, der bcy (1 in ein ebenfalls gezähntes, aber viel kleineres Rad eingreift. A» diesem Rade, welches sich um eine in der Zeichnung bcy sichtbare Achse drehen läßt, ist der Zeiger OD unveränderlich angebracht, und biegt sich bey II mit einem kleinen Schnabel auf die versilberte Theilung LH. Man sieht von selbst, daß bey dieser Einrichtung nicht nur das Fernrohr in senkrechter Richtung durchaus nicht verruckt werden kann, ohne zugleich den Zeiger DO auf der Theilung L v zu verrücken, sondern daß zugleich die einer gewissen Bewegung des Fernrohres entsprechende Verrückung des ZeigerS bey I) bey weitem bedeutender ist, als sie z. B. ein Zeiger erlitte, der auf einer unmittelbar und ohne weitere Vorrichtung bey k? befindlichen Theilung hinglitte. In der That, während das gezähnte Stück bey I' in seinem ganzen Spielraum sich um 26 Grade bewegt, geht der Zeiger II um volle ic>5 Grade, und durchlauft also einen vier Mal längeren Bogen, als ein bey ? befindlicher Zeiger durchliefe. Dadurch wird man in den Stand gesetzt, die geringsten Verrückungcu deS Fernrohres in verticaler Richtung auf daS genaueste und sicherste an der Theilung Lv zu messen, ein sehr wichtiger Vortheil, da z. B. bey weit entfernten Ebenen die ganze Gegend sich perspectivisch so verschiebt, daß sehr weit auS einander liegende Orte unmittelbar hinter einander erscheine», und man also die Verrückung deS Fernrohres von einem Orte auf den andern kaum merken würde, wenn dieselbe durch jene Vorrichtung nicht gleichsam vergrößert würde. Die beyden gezähnten, in einander greifenden Stücke ? und 0 haben übrigens besonders genau gearbeitet zu scyn, da jeder sogenannte todte Gang Schwankungen in denjenigen Theilstrichcn hervorrufen würde, auf welche der Zeiger H zeigt, wenn daS Fernrohr auf irgend ein gewisses Object gestellt wird. DaS Fernrohr läßt sich übrigens nur innerhalb jener sb Grade auf- und abschieben, da zwey au der Rückseite von — 12 — ll angebrachte Stifte, und ein dritter auf der, das Stück II berührenden Seite deö RadeS 0 befindlicher Stift sich begegnen, und so ein weiteres Fortbewegen deS Fernrohres hindern. Dieß verhütet ein vollkommenes AnSeinandcrtrcten der gezähnten Stücke? und O, und die daraus entspringende Gefahr für die Unvcräuderlichkeit deö Instrumentes, so wie daS Bloßlegen deS Zeigers (III, und daö dadurch leicht entstehende Verbiegen desselben *), während gewiß in den allermeisten Fällen diese beschränkte, vertieale Bewegung hinreichenden Spielraum für alle möglichen Erhöhungen der Gegenstände übrig lassen wird. Könnte man übrigens ja manchmal ein oder daS andere Object nicht erreichen, so hat man nur den gegen daS Object hingehenden Fuß X, d oder II deS Instrumentes, je nach den Umständen, höher oder niedriger zu stellen als die übrigen Füße, und so jenen Spielraum nach oben oder nach unten gleichsam zu vergrößern. Ungeachtet der großen Empfindlichkeit des Höhenzeigers, die ans diese Art hergestellt wird, bleibt doch in vielen Fällen eine noch ausgiebigere Bewegung desselben, oder wenigstens eine genauere Theilung, als die hier in Anwendung gebrachte, wünschenSwerth. Jene ausgiebigere Bewegung, bei) weitem daS vollkommenere Mittel, aber ist z. B. durch Vergrößerung der Halbmesser (1(1 und (II) leicht zu erreichen. Auf dem St. Stephansthurme fühlte man z. B. die Notwendigkeit derselben recht sehr in der Gegend der Donau-Auen, durch welche nicht nur die Orte dem Auge entzogen, sondern auch die ganze Ebene der Aussicht gleichsam erhöht, oder der Standpunkt am St. StephanSthnrme niedriger, und somit das Terrain perspeetivisch noch meh> H Und zwar auf eine Weise, welche selbst im Falle eines heftigen AnprallenS an die Stifte der Stellung deS JeigerS nie gefährlich werde» kann, da dieselben nahe am Mittelpunkte der Bewegung stehen. — 25 — scurzirt wird, als es bei) dieser ziemlich entfernten Gegend an sich der Fall schon ist. So geschieht es, daß zwischen Groß - Enzerödorf (an der Lobau) und Eckartsau (gegenüber von RegclSbrunn), zwei) Orten, die gegen vier Meilen anS einander liegen, auf unserem Toposcope kaum ein Theil- strich Unterschied ist, eine Größe, die bep der Nacht, und so ungeübten Beobachtern, wie den Thürmern, kaum fühlbar wird. Dazu kommt noch, daß bei) einmal ziemlich weit entfernten Gegenständen, für welche eben allein diese Verfeinerung deS Instrumentes nöthig ist, die irdische Strahlenbrechung fast in ihrer ganzen Größe auf die scheinbare Erhöhung deö Objectes wirkt, und so selbst jenen kleinen, an sich schon kaum merklichen Unterschied von einem Tage zum ander» schwankend macht. Der getheilte Bogen OD hat übrigens bey unserem Instrumente für den Halbmesser L <2 halbe Grade, so daß auf den, gegen ic>5 ganze Grade fassenden Winkel L <2 V Lio Theilstriche kommen. Jeder fünfte solche Theilstrich ist mit einer um fünf Einheiten größeren Zahl, also ganz in der Art bezeichnet, als wenn die Theilstriche ganze Grade anzeigten, so daß, wie man auö der Zeichnung sieht, diese Bezeichnung mit c, anfängt, und bis etwa 210 geht. Es würde übrigens in den hier gegebenen Verhältnissen des Instrumentes für die meisten Fälle ein Spielraum von ic>o solchen halben Grade», also etwa dieHälfte des hier möglichen Spielraumes genügen, wenn man nicht etwa die Nöthen, die oft, wenn man auch den brennenden Ort selbst nicht sieht, hoch über dem Horizonte und ohne auf diesem irgendwo aufzusitzen, am Himmel erscheinen, mit in das Bereich der, mittelst deS ToposeopeS zu machenden Feuer-Anzeigen ziehen will, was übrigens nie mit Vorthcil wird geschehen können, da die Erscheinung solcher Rötheu nicht bloß vom Orte der Feueröbrunst, sondern auch von der Stellung der Wolken abhängt, und diese sich z. B. ganz seitwärts vom brennenden Orte befinden können. Für an und für sich so unsichere Anzeigen aber wird es unnütz seyn, daS Toposcop erst inS Spiel zu bringen, und werden die bisherigen, beiläufigen Notizen der Thürmer genügen. Sehr zweckmäßig ist die Stellung der TheilungSfläche, da auf diese Weise, vorzüglich am unteren Theile deS Höhen- kreiseS, eine äußerst gute Beleuchtung z. B. des Nachts mittelst einer Lampe und ein sehr beguemes Ablesen möglich wird. Daraus erhellt denn auch, daß man den eben angegebenen Spielraum von ivo Graden am füglichstcn den Zeiger am untern Theile des Höhcnkrcises durchlaufen lassen, also bloß dieses untere Stück deS Höhenkreises mit einer Theilung versehen wird. Aus weiter unten zu erklärendem Grunde sängt die Theilung nicht auf jedem der beyden getheilten Kreise von neuem an, sondern sie beginnt, wie ans der Zeichnung ersichtlich, auf dem Höhenkreise mit o, geht bis 210, und setzt sich dann am Horizontalkreise blb'ckl von 2,0 bis Ssto fort. Zweckmäßiger würde, wie später klar werden wird, die Theilung am Horizontalkreise beginnen, und sich am Höhenkreise fortsetzen. An diesem Höhen kreise übrigens soll, wie es denn auch hier der Fall ist, für gebrochene Höhcnzeigcr *) die Theilung unten beginnen, und nach oben fortgehen, bcy geraden, unmittelbar auf einer Theilung fortgehenden Höhenzeigern aber oben anfangen, und sich nach unten fortsetzen, mit einem Worte, die Theilung soll ans dem Höhenkreise stets in einem solchen Sinne gehen, daß die niedersten Bezeichnungen der Theilstriche also 0, 1, 2, 3 .... den nächsten, die höchsten Zahlen hingegen den entferntesten Gegenständen entsprechen. *) Nämlich solcher, die mit der, oben erörterten Vorrichtung der gezähnten Stücke v und ? verschen sind. — 15 — Auf den bey <1 sichtbaren Theil der Drehungsachse des Rades (1 ist eine geränderte Scheibe dl (5, nach Art der gewöhnlichen Schranbenköpfe, aufgesetzt, die in den Stand setzt, das Rad t), und so das Fernrohr und zugleich den Höhenzeiger viel sicherer in Bewegung zu setzen, als es bcy unmittelbarer Handhabung des Fernrohres geschieht. Da wenn man zufallig mit einiger Gewalt in den Grenzen des Spielraumes an die Hemmstifte auf der Rückseite von II stößt, dieß mit dem langen Hebel des Fernrohres dem Instrumente bey weitem schädlicher werden kann, als mit der wenig ausgiebigen Bewegung der Scheibe VI (1, so wäre zu wünschen, daß eine ähnliche Scheibe auf der Rückseite von O, dort, wo die Achse des RadcS (> zum zweiten Male heraustritt, angebracht wäre. Dann könnte man den Thürmern befehlen, die verticalen sowohl als horizontalen Bewegungen des Fernrohres stets nur mittelst einer, nämlich mittelst der bequemer liegenden Scheibe zu machen, waS jetzt nicht angeht, da bey der einseitigen Lage der einen Scheibe VI (5 sehr häusig Falle vorkommen, wo dieselbe nicht erreicht werden kann, und also nichts übrig bleibt, als das Fernrohr unmittelbar zu bewegen. (l. Horizontale Bewegung des Fernrohres. Das Fernrohr ist auf der Säule IlAV befestigt, und dreht sich auf derselben in horizontaler Richtung sammt allen zum Höhcnkreise gehörenden Vorrichtungen, die so eben erklärt wurden, und dem am Fuße VV der Säule angebrachten Zeiger 8?, auf und in dem Stücke Ä!l, welches als Theil deS eigentlichen Piedestalö II ll nnvcrrückt bleibt. Der Zeiger 81' gleitet bcy dieser Bewegung auf einer versilberten Theilung llb ll hin, die rechts mit der Bezeichnung -iv beginnt nnd sich gegen die Rechte bis 5/,o — 16 — fortseht (siehe oben Seite >4). Die einzelnen Theilstriche geben wieder halbe Grade für den Halbmesser VVIl, so daß der nicht ganz zwey rechte Winkel fassende Horizontal, kreis Theilstriche trägt. Die Bewegung ist, wie oben beym Höhenkrcise, dnrch an den inneren Seiten der Stücke nnd W angebrachte Stifte nnr innerhalb cineS gewissen Spielraumes möglich, eine Einrichtung, über deren Vortheile wir schon oben sprachen, und die natürlich, je nach der Ocrtlichkeit und dem Umfange der Aussicht, verschieden getroffen werden wird. Man sieht, daß hier durchaus keine ähnliche Vorrichtung, wie die oben erklärte, am Höhenkreise, besteht, dnrch welche eine gewisse Bewegung deS Fernrohres eine bei) weitem größere Bewegung des Zeigers hervorruft, sondern daß vielmehr Fernrohr und Zeiger sich unmittelbar mit einander nnd in gleichem Maße bewegen. In der That gilt auch der Grund, der beym Höhenkreise für eine solche Einrichtung Statt hatte, für die horizontale Bewegung ganz und gar nicht, da die Richtung, welche durch diese Bewegung gegeben wird, keine perspectivische Verschiebung erleidet, nnd im Gegentheile ein Theilstrich auf dein Kreise lblb'II desto ausgiebiger wird, je weiter der Gegenstand weg ist, so daß man vielmehr darauf bedacht seyn muß, die Theilstriche nahe genug an einander zu rücken, mit anderen Worten, die Theilung hinreichend genau zu machen, um, wenn man von einem Theilstriche zum anderen übergeht, nicht eine Menge sonst gut sichtbarer Gegenstände, deren Richtung zwischen jenen beydcn Theilstriche» liegt, zu übergehen. Da man übrigens, wie wir weiter nuten sehen werden, jeden Theilstrich des horizontalen Kreises in den Registern (siehe oben S. 7) findet, und also dafür gesorgt werden kann, daß, wenn ein Gegenstand zwische» zwey Theilstriche fällt, derselbe unter jedem derselben erwähnt z- — 2? — werde, so ist jenem Uebelstande dadurch abgeholfen, und daher genügt denn die oben angegebene Theilnng in halbe Grade für den Halbmesser vollkommen. Die Theilnng wäre übrigens, wie wir schon oben (S. >4) sagten, zweckmäßiger ans dem horizontalen Kreise mit o zu beginnen, und auf dem Höhenkreise fortzusetzen, als umgekehrt, wie es hier der Fall ist. Die Zählung dieser Theilnng am horizontalen Kreise sollte übrigens auch von links nach rechts gehen, und nicht, wie eS wirklich geschieht, von rechts nach linkS; diese letzte Einrichtung ist bei) astronomischen Instrumenten, wo man die Winkel im Horizonte von Süden nach Westen zu zählen gewohnt ist, ganz am Platze, aber jene, von links nach rcchtS, der Ordnung unseres decadischcn Systemes entsprechender, und folglich für Leute, wie die Thürmer, empfeh- lenSwcrther. In der That begingen die Thurmwärter auf St. Stephan bei) den mit ihnen vorgenommenen Uebuugen bey weitem die meisten Fehler dadurch, daß sie die Theilnng in verkehrtem Sinne annahmen, d.h. eine gewisse Anzahl Striche zu der nächstfolgenden statt zur nächst vorhergehen deu Zahl addirten, und z. B. 2g2 statt 2gg lasen. Eine weitere Verbesserung, die bei) einem künftig anzufertigenden Instrumente dieser Art zu berücksichtigen wäre, ist, daß die Theilnng des horizontalen Kreises nicht auf einer wagrechten Ebene, wie hier, sondern aus einer, gegen den Beobachter hin geneigten Ebene stehen sollte, um das Ablesen, vorzüglich des Nachts, eben so bequem und sicher zu machen, wie es am Höheukrcise, wenigstens in seinem unteren Theilc, der Fall ist, der seine ganze Theilungs- fläche dem Auge dcS Beobachters zukehrt, und so sehr leicht auf das Beste beleuchtet werden kann. So lange aber eine, in horizontaler Ebene liegende Theilnng vorhanden ist, bleibt es wenigstens stets wünschenswerth, an der Spitze des 2 — 1« — Zeigers eine Art von kleinem Reverbeur, wie bei) den Nomen der astronomischen Instrumente, anzudringen, der die Strahlen einer hingehaltencn Lampe auf die Theilung zurückwirft. I). Fußgcstelle deö TvpvscopeS. Wenn die Beschaffenheit deö OrteS, an welchem daö Toposcop aufzustellen ist, eine solche wäre, daß man den ganzen Gesichtskreis mit einem Male zu übersehen vermag, wie dieß etwa auf der höchsten Spitze eines BergeS oder ThnrmeS der Fall sepn könnte, so dürfte man »nr unserem Fernrohre ^ V in horizontaler Richtung eine vollkommen unbeschränkte Bewegung geben, mit anderen Worten, den getheilte» Kreis lLIi'II, der hier nur ein Halbkreis ist, zu einem vollen machen, und für die unveränderliche Lage *) des ganzen Instrumentes auf einem Tische oder dergl. Sorge tragen, um sich ohne weiterS in jedem vorkommenden Falle desselben mit aller Sicherheit bedienen z» können. Wenn aber, wie es hier Statt findet, und wohl meistens Stattfinden wird, die Ocrtlichkeit kein solches umfassendes Uebersehen der ganzen Gegend, sondern nnr theil- weise Aussichten bei) einzelnen Fenstern oder dergl. gestattet **), so muß offenbar entweder auf jedem Fenster ') Daß diese unveränderliche Lage des Instrumentes ein wesentliches Erfordcrniß für den fortgesetzten Gebrauch desselben sei), geht wohl von selbst aus der Betrachtung hervor, daß ja nur unter dieser Bedingung immer dieselben zwey Zahlen auf der horizontalen und vertiralen Theilung zn einem gewissen Drte gehören werden. In diesem Falle hat man vor allem die Fenster so zu wählen, daß ihre gegenseitigen Aussichten sich vollkommen an einander reihen, und nicht etwa ganze große Particcn der Gegend, die zwischen den einzelnen Fenstern liegen, ungesehen bleiben. Vep — ll) — ein eigenes Instrument befestigt, oder dafür gesorgt »Verden, daß ein und dasselbe Instrument auf alle Fenster, aber auf jedes einzelne nur immer in einer geiviffcn Stellung gebracht »Verden kann. Ist diese Stellung wirklich eine unveränderliche, so verhält sich die Sache offenbar ganz so, als wäre das Instrument auf der Fensterbrästung vollkommen fest gemacht, und man bedarf nur eines Instrumentes, während in jenem Falle so viele Instrumente als Fenster nothig sind. Der ökonomische Vortheil, der auf diese Art zu erreichen wäre, ist um so weniger von der Hand zu weisen, als jenes vollkommene Befestigen deö Instrumentes auf der Fensterbri'istung eine Menge Umstände für die Beschulung desselben gegen Wind und Wetter herbeyfnhrt, während bey solchen beliebig abzuhebenden Toposcopcn das Bewahren deö Instrumentes z. B. im Innern einer Stube*) möglich wird. den vier Fenstern von St. Stephan, die man für das Tvposcop benähte, findet ein solches gegenseitiges Aneinanderreihen vollkommen Statt, so daß man anö allen vier Fenstern zusammen nicht nur die ganze Nundsicht hat, sondern viele Punkte von zivcy Fenstern gesehen »Verden können. Die Ansficht umsaßt nämlich bei) Fenster lX"> I. gegen Ungarn ig3 Thcilstriche der horizontalen Theilnng oder yö ganze Grade, bei) Fenster lX°- II. gegen Mähren »HZ Theilstrichc oder 97 ganze Grade, be>) Fenster lX°- III. gegen Ober-Oesterreich 223 Thcilstriche oder in ganze Grade, bei) Fenster IV. gegen Steiermark 200 Theilstrichc oder ioy ganze Grade, also begreifen alle vier Fenster zusammen 811 Thcilstriche oder stoS ganze Grade, d. h. st» Grade mehr als die ganze Peripherie beträgt. ') Auf dem Sr. Stephanslhurme, den täglich eine Menge Fremder besucht, mußte man »iberdieß daraus bedacht sehn, das In- 2 ^ — 20 — Für die vier Fenster dos St. Stophansthiirmes in dem Stockwerke der Thürmer - Wohnung, deren jedes nach einer andern Weltgcgend sieht, wurde denn auch nur ein Instrument angefertigt, und für die stets gleich bleibende Aufstellung desselben auf die einzelnen Fenster in folgender Art gesorgt: Das Fußgestelle des Instrumentes XNIIt; hat ans seiner unteren Fläche an den drei) nach unten, gleich kurzen Füßen vorspringenden Punkten X, (0 und kl cplindrischc Vertiefungen von etwas mehr als einem halben Zoll Tiefe und etwa Z Linien Durchmesser, die sich nach oben rundlich endigen. Die Ränder, welche diese drei) cplindrischcn Vertiefungen von außen umgeben, und auf welchen also eigentlich daS ganze Instrument steht, sind vollkommen glatt geschlissen, und genau in eine Ebene gebracht*), so daß strumem vor den Händen unberufener Neugieriger zu sichern. Hierzu wurde ein gewöhnliches Kästchen eingebracht, welches das Toposcop in der Stellung aufuehmeu konnte, in der eS bcym Gebrauche auf die Fenster gebracht wird, also mit dein Theile 0, gegen den Beobachter hin. Eine Leiste am Boden des Kästchens verhindert das zu liefe Hineinschieben, und dadurch mögliche Anstoßen mit dein Fernrohre an der rückwärtigen Wand des Kästchens. Dieses ist übrigens zum Versperren eingerichtet, und die Thürmcr besitzen drei) Schlüssel dazu, damit nicht leicht durch das Verlieren des Schlüssels im Augenblicke des Bedürfnisses das Instrument unerreichbar werde. I» dieser Hinsicht ist vielleicht gar kein eigentliches Schloß, sondern ein geschickt verborgener Riegel oder Drücker, der aber frcplich den Dienst nie versagen darf, am einfachsten und sichersten zugleich. Das Kästchen hat endlich geräumig und hoch genug zu sepn, um das Instrument in jeder Stellung des Fernrohres beguem aufnehmen zu könne». ) Was mit hinreichender Schärfe leicht geschehen kann, da bekanntlich ein Drepfuß, wenn die Berührungsflächen der Füße mit dem Boden nicht zu groß sind, an und für sich fest steht. — 2! — durchaus kein Wanke» deSJiistrunieuteS Stattfindet, wenn anders die Fläche, worauf es steht, ziemlich eben ist. Eine ähnliche vierte cylindrische Vertiefung ist an der nnteren Seite deS StnckeS I angebracht, welches Stuck übrigens nach »» ten nicht vorspringt, wie die Theile X, II und d, und auf welchem Stucke daher auch daS Instrument nicht aufsteht, wenn man dasselbe auf einen Tisch, oder sonst eine ebene Unterlage stellt. In jede einzelne Fenstcrbrüstung XX (big. 2) ist ferner ein gußeisernes, in der Mitte abgethciltcö Dreyeck X/II/I/d/ mit Gyps eingelassen. Dies; Dreyeck ist so be. messen, daß wenn die Punkte II und II des Instrumentes auf X/ und II/ zu stehen kommen, d und 1 von selbst auf <1/ und X treffen. Diese vier Stellen X> 11/(1/ und II stehen auch allein aus dem Steine der Fcnsterbrüstung vor, während der ganze übrige Körper deS UntersatzdreyeckeS X./II/1/(1/ in der Flucht des Steines liegt, und also im Grunde nur in seiner obersten Fläche gesehen werden kann. Dieselben vier Stellen II/ II/, 1/ und (1/ sind ganz glatt geschliffen, und haben in ihren Mittelpunkten kleine, nach oben abgerundete cplindrische Aufsätze von Messing, die auf daü genaueste in die eben erwähnten Vertiefungen an den Stellen X, II, I und (1 deS Instrumentes passen, aber doch bey weitem kürzer, als jene tief sind, so daß daS Instrument, wenn man eS auf das Untersetz - Dreyeck stellt, nie auf diesen Zapfen, sondern stets auf den abgeschliffenen, um diese Zapfen herum befindlichen Flächen anfliegt. Die drey Flächen von X/, II/ und <1/ sind genau in eine Ebene gebracht, während die Stelle X/ etwas tiefer gehalten ist. Wenn man also daS Toposcop auf ein solches Untersatz- Dreyeck X/IXd/ aufstellt, so steht eS eigentlich mit den sußähulichen Fortsätze» bey X, d, und II auf den Flächen X/, d/, und II/, während die Theile I und X sich nur zum Theile an den senkrechten Wänden dcS Zapfens, aber durchaus nicht an der abgeschliffenen Fläche bey U beruhreu. Aus dieser Einrichtung ist nun von selbst ersichtlich, daß, wenn man das Instrument auf einer solche» Fcnster- brüstnug aufstellt, und dabey stets zusieht, daß die Cylindcr bei) II/, 1/ und (Z/ genau in die entsprechenden Vertiefungen zu liegen kommen, daS Instrument auch immer nur in einer und derselben gewissen Lage sich befinden könne, da die Punkte Iv/, II/ und d/ ihre gegenseitigen Erhöhungen unverändert beibehalten, und die kleinen Cpliuder auf diesen Punkten jede Vcrrückung in horizontaler Lage verhindern. Durch die Versehung der vier Fenster des St. Ste- phaiisthnrmes mit solchen Untersatz - Drepecken und der entsprechenden Vorrichtung am Instrumente kann man also jetzt, unbeschadet der Beständigkeit der bcyden, zu einem bestimmten Orte gehörigen Zahlen-Angaben am horizontalen und vertikalen Kreise, das Toposcop beliebig abheben, bei) irgend einem anderen Fenster wieder aufstellen, und so mit einem Instrumente die ganze Nundsicht bestreiten. Der cyliudrische Aufsatz bei) U ist etwa in seiner halben Höhe durchbohrt. Ein entsprechendes, in der Zeichnung zwischen AI und I sichtbares Loch befindet sich an der Stelle I des Instrumentes, so daß ein bei) 2 beweglicher Reiber Ii, sobald das Instrument ans eines der Uutersatz- Dreyecke gebracht wird, durch daS Stück I sowohl als de» Cplinder U geschoben werden, und so als Sperrhaken das Instrument vor unvorgcsehenem Umwerfen durch Ungeschicklichkeit, heftigen Wind u. dgl. bewahren kann. Dies; ist der Zweck der Vertiefung bei) 1, und des Cplindcrs U, welche bepdeu Dinge sonst überflüssig wäre», da das Instrument, wie oben gesagt wurde, bei) U nicht aufliegt. Die Untersatz-Dreyecke X^1I/U0^ sind in den Theile», die ii» Steine eingelassen sind, über einen halben Zoll dick und keilförmig, oder nach unten breiter werdend gebaut, waS die Festigkeit ihrer Lage vermehrt. Die Verbindung dieser Dreyecke mit dem Steine durch GypS trotzt um so mehr jedem Unwetter, als die ganzen Fensterbrü stungen XV, mir alleiniger Ausnahme der vorspringenden Theile IS, IU, U und (U, mit haltbarer Oelfarbe über strichen sind. Diese Theile, so wie die Flachen um die cy lindrischcn Vertiefungen im Instrumente aber sind nicht nur von dieser Oelfarbe, sondern auch von dem schwarzen Firnisse frey, womit sonst alle auS Eisen bestehenden Stücke des ToposcopeS überzogen sind, und spiegeln also ganz eigentlich mit ihren geschliffenen Flächen, so daß durch daS etwaige Abschaben einer Schichte von Farbe die Füße des Instrumentes nicht mit der Zeit tiefer zu stehen komme», und die Zahlen-Angaben für gewisse Orte nie dadnrch Veränderungen erleiden. Durch fleißiges Einschmieren mit Oel bewahret man die Flächen leicht vor Nost; jedoch müs fe» dieselben »ach dem Einschmieren so viel möglich wieder trocken gewischt werden, damit sich auf dem Oele nicht Staub und Schmutz aller Art anhängt, der am Ende gefährlicher werden könnte, als ein Ueberzng von Farbe. Um diesen letzten Uebelstand sowohl, als auch im Winter das Beschneyen und Uebersrieren dieser Stetten IS, U, IU und (U zu verhindern , befinden sich auf dem St. Stephansthurme bey jedem Fenster vier bleycrne Kappen, wie sie lig. 3 in der Anficht und Uig. 4 im Durchschnitte darstellt, die mit ihrer inneren Höhlung X IU (Uig./,) ziemlich genau auf die anö dem Steine hervorspringenden Theile IS, IU, U und(U passen , und wegen ihres bedeutenden Gewichtes (über zwei) Pfund) und der wenigen Flache, die sie darbieten, uie durch den Wind abgehoben werden können. Mit diesen Kappen bleiben die Theile Lisi Ilsi 1/ und d/ jedes Untersatz - DreyeckeS stets bedeckt, so lange man sich deö ToposcopeS nicht bedient; in diesem Falle aber sind sic auch den Augenblick abgehoben, nnd sofort das Instrument aufzustellen. Damit bei) diesem, natürlich gewöhnlich eiligem Abheben der Kappen nicht etwa an die cylindrischen Zapfen angestoßen, nnd diese verbogen würden, ist die innere Höhlung der Kappen darnach bemessen, daß dieselben, in jeder beliebigen Lage weggenommen, jene Cylinder unberührt lassen; nnd damit diese Kappen nicht etwa unversehens über die Fensterbrüstung hinunter rollen, und auch um einen gleichen Unfall mit dem Instrumente bey dessen Aufstellung zu verhüten, ist die Fensterbrüstnng X? mit einem doppelten eisernen Geländer versehen. Diese bleyernen Hüte sind eine überall anwendbare Beschirmung der, in ihrer Unveränderlichleit so wichtigen Theile L.si II/, 1/ und (Isi während z.B. über die ganze Fensterbrüstung gehende Deckel von Kupfer, wie die bey horizontalen Sonnenuhren gebräuchlichen, nur bey gewissen Oert- lichkeiten, aber dann freylich wohl mit manchem Vortheile angebracht werden können. Solche Deckel würden einerseits mit einem Male abgeschlagen werden, und stetö vor dem Verschneyen und Bestauben der Untersatz-Dreyecke sichern, während sie andererseits bey weitem höher kämen, als die eben erwähnten bleyernen Hüte, dem Winde viel Fläche boten, und hänsiger Reparaturen bedürften. Auf dem St. Stephansthurme waren dieselben von durchaus keiner, wenigstens keiner allgemeinen Anwendung. Bey zwey Fenstern konnte man das Untersatz - Dreyeck nicht weit genug hinaus rücken, und mußte eS daher zur Hälfte innerhalb, zur Hälfte außerhalb des Fensters lassen. Hier war nun eine solche Beschirmung des äußern Theiles der Fensterbrüstung, die sich an das Fenster vollkommen — 25 anschloß, und nicht etwa mehr zum Sammclkasten deö Schneeö, Standes n. s. w. als zur Schutzwehr dagegen werden sollte, ziemlich schwierig anzufertigen, und so blieb man durchaus bcy den obigen, ohnehin in den meisten Beziehungen vortheilhaftereu, bleyernen Hüten. JeneS bloß theilweise Hinaustreten der Untersatz-Dreiecke vor die Fenster machte an dem Rahmen dieser letzten in den Orten, wo beym Oeffnen und Schließen der Fenster die Zapfe» O^uudl> durchzugehen hatte», Einschnitte nöthig, die dann, um bey zugemachtem Fenster daS Eindringen der Feuchtigkeit durch jene Oeffnungen zu verhüten, von innen mit kleinen Schubern versehen wurden, die immer früher auf die Seite geschoben werden müssen, bevor man daS Fenster öffnet, lim diese Oeffnungen nicht größer zu machen, als durchaus nöthig, wurden auf die innerhalb des Fensters stehenden Zapfen keine Hüte gesetzt, die hier ohncdieß von wenig Nutzen gewesen waren. Ilm bei) naßkaltem Wetter das Anfrieren der, doch immer ziemlich breiten Grundflächen der bleyernen Hüte möglichst unschädlich zu machen, wäre es vielleicht zweckmäßig, wenn mau dieselben an den senkrechten Wänden 13/ und ZU/ (b'iZ. 3) ihres unteren Absatzes mit einem etwas weiter als dieser Absatz hinabgehenden eisernen Reife von etwa einer Linie Dicke versähe, auf dem also ein solcher Hut dann eigentlich stünde. Nur müßte dafür gesorgt werden, daß diese eiserneu Reife nicht so sehr vorstehen, daß die Hüte über die geschliffenen Flächen auf die Zapfen hin geschoben werden können, um diese keinen Störungen auszusetzen, sondern daß sie vielmehr stets an den, anö dem Steine vorspringenden Stellen I u.s. w. gezogen, und zwischen je zwey solchen Linien steht am Rande deö Steines eine Ziffer L, 7, b u. f. w. Diese Ziffern geben den Thurni- wä'rtcrn die Anzahl Schläge, die sie auf die Sturmglocke zu machen haben, je nachdem vom Punkte M aus gesehe», der brennende Ort zwischen diesen oder jenen Linien liegt. Wir werden weiter unten diesen Gegenstand umständlicher erörtern. III. Verfertigung der Register Nachdem wir im Vorhergehenden daö Toposcop allen seinen wesentlichen Nestandtheilen nach kennen gelernt haben, wollen wir nun zusehen, auf welche Art man die Register, von denen wir oben S. 7 sprachen, am kürzesten und zweck- gemäßesteu zugleich entwerfen kann. Die beyden Hauptrücksichten, die dabey zu nehmen, sind erstens eine solche Einrichtung der Register, daß man jedes beliebige Paar von Zahlen an der horizontalen und verticalen Theilung, die von den Zeigern getroffen werden können, schnell findet, und zweytens, daß die Register möglichst vollständig sepen, damit nicht leicht ein Zweifel über den Ort einer Feuersbruust entstehen könne. Diese Rücksichten wären am sichersten, wenn gleich nicht am einfachsten, damit zu erreichen, daß man nach den Zahlen der einen Theilung die Seiten der Register ordnete, sie also gleichsam zur Paginirung beuützte, während sämmt- liche Zahlen der anderen Theilung auf jeder solchen Seite in numerischer Ordnung, etwa senkrecht herablaufend bemerkt, und zu jeder solchen letzten Zahl der Ort geschrieben würde, auf welchen daö Fernrohr zeigt, wenn die Zeiger auf der einen Theilung die Zahl der Paginirung, und auf der anderen die Zahl in der senkrechten Co- lumne trifft. Da auf diese Art die sänimtlichen Zahlen bepder Teilungen in die Register eingetragen würden, so könnte durchaus kein Fall vorkommen, wo mau die abgelesenen Zahlen im Register nicht fände, also auch nie ein Zweifel über die Richtung des Rohres entstehen; und da die eine Theilung mit ihren Zahlen die Seiten, die andere die Zeilen bezeichnet, so dürfte man nur mit der abgelesenen Zahl jener Theilung zuerst die Seite des Registers aufschlage», und dann mit der zweiten abgelesene» Zahl die Zeile auf dieser Seite aufsuchen, um sofort den Ort bemerkt zu finden, auf den das Fernrohr eben gerichtet ist. Allein so würde man eine unnüß weitläufige Arbeit sich aufbürden*); wie viele große Strecken Landes sind bloße Felder, Wiesen, unbewohnte Waldungen n. Vgl., in denen nur selten, und dann gewöhnlich nur entweder unschädliche oder gar nicht zu löschende Feuer ausbrechen? wie viele ermüdende Wiederholungen würden da z. B. bei) den Vorstädten Wiens eintreten, wenn man von jedem ein zclnen Hause, auf daS man mit dem Fernrohre trifft, die Lage angeben sollte, nicht gerechnet die Schwierigkeiten einer solchen Bestimmung in dem Gewirre von Dächern einer großen Stadt. Bleibt demnach gleich die eine der oben erwähnten Einrichtungen der Register mit der Paginirnng durch die Zahlen der einen und Bezeichnung der Zeilen durch die Zahle» der anderen Theilung zur Auffindung je zweyer Zahle» unentbehrlich, so kann doch die andere Einrichtung, die eine möglichste Vollständigkeit der Register bezweckt, nur mit gewissen Einschränkungen verstanden werden. Während also in der einen Theilung, die zur Paginirnng dient, in der That von Grad zu Grad fortgegangen werden muß, wird man sich die Arbeit mit der zweiten Theilung, die die Zeilen bezeichnet, abzukürzen suchen müssen. Eine solche Einschränkung, die darum doch der Sache selbst »ichtS scha- H 'Auf dem St. Stephansthnrme wären so gegen achtzig Tausend Bestimmungen nöthig gewesen! _ ^ — drt, wäre z. B. wenn man von allen, mit demselben Namen zu belegenden Gegenden, Dörfern, Waldungen n. s. w. nur die Grenzen nehmen, und also in zwei) unmittelbar auf einander folgende Zeilen des Registers den ersten und letzten Theilstrich setzen würde, mit dem man auf jenen Gegenstand treffen kann*), so daß wenn man irgend einmal ans einen zwischen diesen beyden liegenden Theilstrich stoßen sollte, man zwar denselben nicht eigentlich im Register verzeichnet fände, aber doch mittelst jener Grenz- pnnlte, die beyde dieselbe Angabe enthalten, außer allen Zweifel gesetzt wäre. Ans eine ähnliche Art würde man in den Vorstädte» mit der Theilnng, die zur Bezeichnung der Zeilen dient, nach Umständen von fünf zu fünf oder zehn zu zehn Graden fortgehen, und nur etwa die wichtigsten und bekanntesten Punkte herausheben. Zur Paginirung wird man übrigens am vorthcilhaftcsteu die horizontale, und zur Bezeichnung der Zeilen die ver- ticale Theilnng benützen, wie sich auS dem Folgenden von selbst ergibt. Durch gehörige Beachtung der, eben ans einander gesetzte» Rücksichten erhielten den» die Register auf dem Sr. SlephanSlhurme im Allgemeinen die Gestalt, welche die hier eingeschalteten, ans jenen Registern genommenen Blätter zeigen. Die der Seite zur Ueberschrift dienende Zahl Dieß gilt übrigens natürlich nur von ausgedehntere» Gegenständen : Dörfern, großen Gebäuden u. dgl. Für wenig ausgedehnte Orte wird man die bewohnten oder überhaupt ausgezeichneten Punkte herausheben, und durch zweckmäßige Bezeichnungen (siehe Seite 3g) die Gegend angeben. Demnach würden also die Thürmer auch oft zwischen zwey nicht gleich lautende Grade stoßen können; dann haben sie den näheren zu wählen, der im Register steht, oder mit einem zwischen sich zu helfen. — 30 — ist immer die Zahl deS Theilstricheö der horizontalen Thei- luiig, >n dessen Richtung alle auf jeder einzelnen Seite stehenden Orte liegen, und die links, senkrecht herablaufen- den Zahlen sind die Zahlen der Theilstriche der verticalen Theilung, welche getroffen werden, wenn man das Fadenkreuz im Fernrohre auf die dort genannten Orte richtet, und dabcy den Zeiger der horizontalen Theilung unverrückt auf die Zahl der Paginirung weisen laßt. Die Ziffer zu untcrst der Seite gibt den Thurmern die Anzahl Schläge, welche sie auf die Sturmglocke zu machen haben, worüber weiter unten näheres. 35<; 122 Stadt bcym Nothenthuruithor oder Leopoldstadt depm Dianabad. ,48 Leopoldstadt bei) der Karmeliterlirche. Leopoldstadt bey der großen Stadtgutgasse. 17. Am Tabor. .77 Zwischen Floridödorf und Kagran. 178 Zwischen Floridsdorf und Kagran. .33 Obersdorf. ,85 Hinter Obersdorf. Richtung von Pirawarth. 6 357 I 22 Stadt beym Rothenthurmthor oder Leopold- ^ stadt beym Dianabad. istö Leopoldstadt bey der Karmeliterkirche. >64 Leopoldstadt bey der großen Stadtgutgasse. Am Tabor. '77 Zwischen Floridsdorf und Kagran. ! »83 Bey Obersdorf. ! »LS Hinter Obersdorf. Richtung von Sulz hinter Gaunersdorf. 5 3 — 54 — 35«'; 122 Stadt bepm Rothcnthurmthor oder Leopold-- stadt beym Dianabade. >4^ Leopoldstadt bei) der Karnieliterkirche. l64 Leopoldstadr bei) der großen Stadtgutgasse. >71 Am Tabor. '77 Zwischen Floridsdorf und Kagran. .83 Bei) Obersdorf. .86 Hinter Oberödorf. Richtung von Sulz hinter Gauncrödorf. 5 Die Art, wie bey der Entwerfung dieser Register vorgegangen wurde, war folgende: Man theilte sich auf haltbarem Papiere einen Halbkreis in halbe Grade, also in 3üo Theile. Da, wie oben S. ib gesagt wurde, der horizontale KreiS in Beziehung auf seinen Durchmesser ebenfalls in halbe Grade getheilr ist, so war der papierne Halbkreis gleichsam ein Bild des Horizontal- kreiseö am Instrumente. Legt man nun den Mittelpunkt deS papierncn Kreises auf einer gewöhnlichen Karte, welche die Alissichrsgegeud enthält, genau über den Beobachtungsort, also bei) uns über den südwestlichsten Thcil der St. Stephanskirche, und orieutirt man einen Theilstrich des papiernen Kreiseö nach der Angabe des Toposcopes, d. h. läßt man irgend eine», aus der Karte gut auszunehmenden Gegenstand, der mittelst des Fadenkreuzes im Fernrohre am Toposeope mit einem gewissen Grade deö horizontalen Kreises zusammen trifft, auch in die Richtung irgend eineö Theil- striches des papierncn Kreises fallen, so kann, indem man den papiernen Halbkreis in dieser Lage etwa durch Stecknadeln befestigt, und ein Lineal an den Mittelpunkt und jenen Gradstrich anlegt, derselbe am Rande der Karte ausgezogen werden. Rückt man nun das Lineal, während cS einerseits immer den, wie sich von selbst versteht, auf der Karre noch stets über den Beobachtnngüorr liegenden Mittelpunkt des Halbkreises berührt, andererseits von Theilstrich zu Theilstrich auf diesem papiernen Kreise, und zieht man dabei) die Richtung jedes TheilstricheS am Rande der Karte aus, so ist, da papierner Halbkreis sowohl als Horizontalkreis des Instrumentes in halbe Grade getheilt sind, die Richtung jcdeS auf dem Rande der Karte so ausgezogenen Striches zugleich die eines horizontalen TheilstricheS des Instrumentes. Schreibt man nun zu dem ersten Striche auf der Karte die Zahl, welche daS Toposcop am Horizou- 3* talkrcise zeigt, wenn es niit seinem Fadenkreuze ans jene» Gegenstand, mit dem man den papieruen Halbkreis orientirte, gerichtet ist, und so fort in der Richtung der horizontalen Theilnng deö Instrumentes die folgenden Zahlen nach der Reihe, so sieht man dann mit einem Blicke ans die Karte, welche Orte in der Richtung jedes einzelnen Horizontal- Theilstriches deö ToposeopeS liege» Steckt man endlich, nachdem der papierne Halbkreis abgehoben wurde, eine Nadel in den BeobachtungSort, eine andere auf den Strich der Karte, in dessen Richtung das Fernrohr eben steht, so muß man nach der Reihe im Fernrohr auf die Orte stoßen , welche auf der Karte unter einem, an jenen Nadel» gespannten Faden liegen, wenn man mit dem Fernrohre auf-oder abfährt, ohne dessen Richtung in horizontaler Rücksicht zu verändern. ES wird also jetzt sehr leicht sepn, jeden einzelnen Ort, den daS Fernrohr eben zeigt, auf der Karte sogleich zu finden, und dessen Namen kennen zu lernen. Man wird demnach den Zeiger der horizontalen Theilnng auf eine gewisse Zahl stellen und stehen lassen, die Nadel auf der Karte in den Strich derselben Zahl stecken, diese Zahl als Ueberschrift auf einer Seite des Registers anbringen, hierauf das Fernrohr mit seinem Fadenkreuze auf oder ab auf alle vorkommenden wichtigen Gegenstände richten, ohne eS rechts oder links zu verrücken, und endlich i» die senkrechte Columne nach der Reihe die Zahlen der verticalen Theilnng und daneben die Namen der Orte schreiben, aufweiche man dabei) stieß; hierauf zu einer folgenden Zahl der horizontalen Theilnng und zu der nächsten Seite des Registers übergehen, und so »ach und nach ohne alle» Anstand das Register vollenden. Es ergibt sich nun der oben berührte Vortheil der Theilnng des Instrumentes in halbe Grade von selbst, da nur nuter dieser Bedingung ein papicrner Halbkreis so leicht als Bild des HorizontalkreiseS geliefert werden kann, und man sonst die Richtung jedeö einzelnen horizontalen Theil« stricheS des Instrumentes mühsam auf der Karte bestimmen müßte, während dieß jetzt im Grunde nur bei) einem, und nur allenfalls zur Controlle bei) einigen folgenden Theilstri- che» nöthig ist. Da nämlich die nicht vollkommen horizontale Stellung deö ToposcopeS so wie andere hier Einfluß nehmende Umstände die Uebcreinstimniung zwischen der Karte und dem Instrumente doch in der Regel nur für eine gewisse Anzahl Theilstriche Statt finden lassen werde», so wird man sicherheitshalber die oben erörterte Orientirung der Karte nach dem Instrumente etwa von vierzig zu vierzig Theilstri- che» erneuern, und sich bey jedem dazu schicklichen Gegenstande, ans de» man in der Arbeit mit dem Fernrohre stoßt, von der richtigen Bezeichnung der am Rande der Karte ausgezogenen Striche überzeugen. So oft also z. B. daö Fadenkreuz im Fernrohre genau auf eine Kirche, oder sonst ein ausgezeichnetes Gebäude trifft, wird man zusehen, ob dieselbe Kirche auch ans der Karte in der Richtung deS Grades liege, den die horizontale Theilnng eben angibt, und so stets eine gute Controlle zu Gebote haben. Ferner ist nun wohl auch klar, warum man lieber die horizontale Theilnng und nicht die verticale Strich für Strich durchnehmen, und jene Zahlen zur Ueberschrift der Seiten benützen soll, während die Zahlen der verticalen Theilnng füglicher zur Bezeichnung der Zeilen dienen; da nämlich die Eintheilung der Karte gemäß der horizontalen Theilung des Instrumentes, wie wir eben gesehen haben, sehr leicht ist, hingegen die Eintheilung nach der verticalen Theilung manchen, mitunter großen Schwierigkeiten unterliegen dürfte. Wollte man, im Gegensatze von der jetzigen EntwcrfungSart, immer den Grad der verticalen Theilung beibehalten, und alle Gegenstände aufnehmen, auf die man stößt, wenn man daS Fernrohr in horizontaler Richtung hin- oder herrückt, ohne seine Erhöhung zu ändern, so würde dasselbe an der Erde gleichsam einen Kreis beschreiben, in dessen Mittelpunkte der Ausstellungsort deS Toposco- peS liegt, und es handelte sich darum, einen vollkommen gleich liegenden Kreis auf der Karte zu ziehen. Allein dieß letzte wäre schon der ungleichen Erhöhungen der Gegenstände, die auf der Karte nicht plastisch, wie eS hier nöthig wäre, wahrnehmbar sind, und anderer Umstände wegen keine geringe Aufgabe. Hieraus ergibt sich aber weiter, daß eS angemessener ist, die Zählung der Theilung, die, wie oben S. ist gesagt wurde, sich über beyde Kreise fortsetzt, beym horizontalen, und nicht, wie hier der Fall, beym vcrticalen zu beginnen, weil dann die Paginirung der Register nicht sonderbarer Weise unmittelbar mit hohe» Zahlen anfangen dürfte, wie eS gegenwärtig der Fall ist. Daß übrigens in dieser Fortsetzung der Zählung von einem Kreise zum andern überhaupt ein großer Vortheil liege, wie wir oben erwähnten, wird nun wohl auch erhellen. Es liegt nämlich gleich alles daran, daß man uichc einmal einen verkehrten Gebranch von den beyde» am Instrumente gelesenen Zahlen mache, und etwa mit der Zahl der vcrticalen Theilung die Seite, und mit der Zahl des horizontalen Kreises die Zeile aufsuche, wo man natürlich ganz falsche Angaben für den Ort finden würde, ans den daS Fernrohr gerichtet seyn soll. Jene Fortsetzung der Zählung macht nun eine solche Verwechslung schon von vorn herein unmöglich, da man die gelesene Zahl am unrechten Orte, z. B. die Zahl der vcrticalen Theilung unter den Bezeichnungen der Seiten, gar nicht findet, und also seines Jrr- thumeö auf der Stelle gewahr werden muß. Endlich ist aus dem Vorhergehenden nun auch erficht- — 59 — ltch, warm» oben S. >4 angerathen wurde, die Bezeichnung der Theilung am verticalen Kreise so einzurichte», daß die höchste Zahl den weitesten, und die niedrigste den nächsten Gegenständen entspricht. Hat nämlich diese Art der Bezeichnung der Theilung nicht Statt, so muß man Key dem Entwürfe der Register entweder mir den entfernten Orten anfangen, waö stets unbegnem ist, da diese entfernten zugleich in der Regel die weniger bekannten und weniger gut auszunehmenden Gegenstände sind, oder man muß in den Registern die Columnen der Höhen von den großen zu den kleinen Zahlen herab schreiben, waS wieder im Aufsuchen unangenehm wird. Da die nähere Bestimmung, ob Feld, Wald, Au oder andere Gegenstände vom Fernrohre getroffen werde», hier unwesentlich ist, so enthielt man sich von ähnlichen Bezeichnungen bei) der Aufnahme, und bediente sich nur einer der nahen Ortschaften, oder Gebäude, um durch ein hinzugefügtes bei), gegen, hinter u.dgl. die Lage der fraglichen Gegend anzugeben. Manchmal steht ein Gegenstand vor dem andern, §. B. das Dach einer nahen Kirche vor anderen Gebäuden. Dann bleibt nichts übrig, als im Register durch ein oder den Zweifel anzuzeigen. Stoßen die Thürmer auf eine solche Angabe, so müssen sie mittelst des Fernrohres entscheiden, welchen von bepden Gegenständen sie als den brennenden anzuzeigen haben. Da man übrigens in solchen Fällen die Grenze» (S. 2g) dcö näheren Gegenstandes in jenem Theile, der vor dein ferneren Objecte liegt, gewiß doppelt sorgfältig nehmen wird, so hat man, wenn man bei) der Anwendung deS Toposcopcs zwischen zwei) Angaben zu stehen kömmt, deren eine ein oder enthält, und deren andere hingegen völlig bestimmt lautet, immer die letzte zu bcnützen. Fremde Namen von Orten wird man am besten nach der Aussprache, und nicht orthographisch schreibe», um de» wenig gebildeten Leuten, denen die Anwendung des Topo- scopes in der Regel vertraut werden wird, ihr Geschäft nicht unnütz zu erschweren, also z.B. Randewn statt llvnäv!?- von«. Aus demselben Grunde wird man sich stets an die, unter dem Volke gebräuchlicheren Namen und Ausdrücke halten, und also z. B. hier Petersdorf, Gottesacker :c. statt BertholdSdorf, Friedhof:c. schreiben. Jede Seite der Register enthält, wie man oben sieht, auf der letzten Zeile ohne alle Zahl der vcrticalen Theilung die Richtung irgend eines bekannteren OrteS, den man wegen eines vorstehenden BergeS oder sonst einer Ursache selbst nicht sieht, und auf den das Fernrohr hingeht, wen» der Zeiger der horizontale» Theilung auf die Zahl der Pägi- Nation zeigt. Hiervon soll in allen den Fällen Gebrauch gemacht werden, wo man die gelesene Zahl der vcrticalen Theilung als zu groß in der senkrechten Columne der entsprechenden Seite des Registers nicht mehr findet, und statt der Flamme eine bloße Röthe sieht, die durch den vorstehenden Gegenstand nach unten abbricht. Natürlich darf in solchen Fällen weiter keine Genauigkeit gefordert werden, da oft ein Ort in Flammen stehen kann, der einige Meilen hinter dem Orte liegt, nach welchem die Richtung au- gegeben wurde. Oft werden in diesen Richtungen mehrere Orte, nach ihrer Entfernung geordnet (der nächste Ort zuerst u. s. w.) angegeben, und dem Ermessen der Beobachter überlasse», ob die Röthe einem nahen oder fernen Gegenstande angehöre. Stehen mehrere Bergreihen hintereinander, so wird bey jedem Höhengrade, mit dem man ans eine solche Berg- reihe stoßt, die Richtung der hinter denselben liegenden Orte eigens angegeben. Da zu jedem Fenster ein eigenes Register gehört, so muß gehörig dafür gesorgt werden, daß nicht leicht eine Verwechslung dieser Bücher Statt finden, und man etwa einmal mit den Zahlen, die man an dem Instrumente auf einem Fenster abgelesen hat, in dem Register eines anderen Fensters nachsuchen kann. Zu diesem BeHufe ist bey jedem Fenster und gleich neben demselben ein Pult in der Mauer festgemacht, und auf dieses Pult das gehörige Register mit dem einen Deckel mittelst einer durch Deckel und Pult gehenden eisernen Klammer unverrückbar angebracht. Die Klammer trägt nämlich an ihren beyden Endpunkten zwei) Schrauben von solcher Länge, daß, wenn man die Klammern mit diesen Schrauben durch die in Deckel und Pult dafür angebrachten Löcher steckt, dieselben noch unterhalb des Pultes weit genug hervorsehen, um von einer Mutter gefaßt werden zu können. Dieß sowohl, als überhaupt der häufige und wohl oft nichts weniger als schonende Gebrauch, der von diesen Büchern in der Regel gemacht werden wird, seht starkes Papier und einen sehr haltbaren Einband voraus. Die Register auf St. Stephan sind in Holz, mit Schweinsleder überzogen, gebunden, und haben vorn Schließen nach Art der Meßbücher, damit sie nicht unnüh jedem Angriffe offen stehen, und ihre Form nicht zu schnell verlieren. Da denn nun aber doch in manchen Fällen nöthig werden könnte, die Register abzuheben, was an und für sich durch daS Losschrauben derMuttern von den Klammern leicht geschehen kann, so sind die Register sowohl als die Pulte und die Untersah-Steine X? 2) vorn mit gleichlautenden römischen *) Ziffern bezeichnet, damit bei) dem Zurückbringen der Register auf ihre Pulte füglich durchaus keine Vertauschung derselben eintreten kann. So Hätz. B. in unserer Figur die Feusterbrüstung die Nummer II. ; daS- Die römische» Zeichen hindern hier nicht, als etwa weniger von Jedermann gekannt, da nur bis vier gezählt wird. selbe Zeichen trägt das daneben befestigte Pult, und das hierauf angebrachte Register hat auf seinem Deckel die Aufschrift, N° II. Was den Umfang der Arbeit betrifft, so beschränkte man sich auf St. Stephan, auf die Vorstädte und Umgebungen Wiens, und begann also die Aufnahme für jede Seite derRegister mit der Ringmauer der inneren Stadt, deren eben getroffener Theil durch ciueS der nahe» Stadt- Thore bezeichnet wurde. Die innere Stadt selbst liegt wenig stenS auf St. Stephan so deutlich vor Augen, daß man wohl keiner eigenen Vorrichtungen bedarf, um den Ort einer Feuersbrunst hier mit aller nur immer nöthigen Bestimmtheit anzugeben. Mit der Ringmauer begann man indessen die Aufnahme doch , da besonders bep der Nacht für die an einander stoßenden Punkte der Stadt und Vorstadt die Entscheidung, ob daS Feuer in dieser oder jener liege, oft schwierig seyn dürfte, und daS Stadtthor, mit dem man den eben getroffenen Theil der Ringmauer bezeichnet, stctS eine oft willkommene Orientirung auch für Feuer in der inneren Stadt darbietet. Eine der letzten ähnliche Rücksicht macht es auch em- pfehlenswerth, die Aufnahme der Vorstädte stets mit einer der Linien (Barrieren) zu schließen, da dadurch für die darauf folgenden Ortschaften auf dem Lande zugleich in den meisten Fällen der Weg angezeigt ist, den die Feuerspritzen einzuschlagen haben, waS für St. Stephan um so wichtiger ist, als die Thürmer hier den Auftrag haben, stelö die Linie anzuzeigen, bep welcher man hinauszufahren hat, um zu dem brennenden Orte zu gelangen. Auf dem Lande richtete man sich in der Ausdehnung der Arbeit ganz nach der Weite der Aussicht und Bewvhntheit der Gegend, so daß z. B. auf der einen Seite daS fünf Posten entfernte Preßburg in die Angabe der Richtung aufgenommen wurde, während man auf der anderen Seite das, eine Post weite Purkersdorf als letzte Grenze ansah. In derThat gestattet dort die, gegen Ungarn hin sich ausdehnende Ebene eine außerordentliche Fernsicht, und bietet zugleich in ihrer reichen Bevölkerung eine Menge wichtiger und gut auszunehmender Punkte dar, während gegen Westen das nahe Kahleugebirge alle weite Aussicht hindert, und zugleich in seineu, spärlich bewohnten Thälern nur wenige, bedeutendere Häuser - Rotten enthält. Als Grenzen aber, über die hinaus man glaubte in keinem Falle gehen zu dürfen, sah man einerseits daS Leythagcbirge und andererseits die Karpathen an, und gab daher bey den Höhengraden, mit denen man auf die Kämme dieser Gebirge stieß, immer nur hinter deuKarpalheu u. s. w. an, ohne die Richtung im mindesten näher zu bezeichnen. Demgemäß genügten für die Aufnahme derUmgebuu- gen die Karten r>, >2, 17, iL, 23 und 24*) der Specialkarte deS Erzherzogtumes Oesterreich in 32 Blättern vom k. k. General-O.uarticrmeister-Stabe. Davon schließen sich 12, iL und 24 östlich, 11 und 23 nördlich und südlich an die eigentliche Karte R°- 17 der Umgebungen WienS an, so daß diese gegen Westen unfortgesetzt bleibt. Für die Aufnahme der Vorstädte bediente man sich dcö Grundrisses von Wien in vier Blättern, den der k. k. Ca- raster herausgegeben hat, mit den neuesten darin angebrachten Berichtigungen. Bepde Karten entsprechen ihrem Zwecke, ch ü->' i> Umgebungen von Stockerau, 12 Umgebungen von -Meesdorf in Oesterreich, von Malaczka und Sas-vär in Ungarn, lifo- 17 Umgebungen von Wien, N«' >3 Umgebungen von Hainburg und Preßburg, iX-- 2Z Umgebungen von W. Neustadt, 24 Umgebungen von Bruck au der Lcilha und Wieselburg. — 44 — was bey dem, die Richtigkeit der Karte» ziemlich strenge prüfenden Geschäfte der Aufnahme mit dem Toposcope nicht wenig gesagt haben will, so vollkommen, daß auch nicht das mindeste zu wünschen übrig blieb. Wenn man bei) irgend anderen Karten ans dieselbe Genauigkeit zählen dürfte, die man mit Recht bey den eben genannten voraussetzt, so hätten Karten mit perspektivischen Ansichten der Ortschaften, Gebäude u. s w., wie etwa die eben erscheinenden Sickingen'schen vom Erzherzogthnme Oesterreich für die Aufnahme manchen Vortheil, als z. B. das leichte Erkennen der Ortschaften durch ausgezeichnete Kirchen, Schlösser u. dgl. Da zum BeHufe der Aufnahme, wie aus dem obige» erhellt, für die Umgebungen sechs, und für die Vorstädte vier Karten zusammengesetzt werden mußten, so hätte man aufdiese Art mit, zum immerwährenden Gebrauche sehr unbequemen, großen Blättern zu thun gehabt. Um diesem Uebel- stande abzuhelfen, wird mau am zweckmäßigsten die so in ein Blatt vereinigten Karten wieder in mehrere Blätter, aber setzt in Beziehung auf den AufnahmSort, also hier den St. Stcphansthurm, als Mittelpunkt zerschneiden, also dreycckige Karten bilden, deren gemeinschaftlicher Scheitel der AufnahmSort ist. Es wird nämlich dann die Richtung eines GradeS der horizontalen Theilung stets ihrer ganzen Länge nach auf einer und derselben solchen dreyeckigen Karte liegen, oder, mit anderen Worten, man wird die Orte, welche auf eine Seite dcS Registers zu stehen kommen, auch alle ans e i- n er Karte finden, da ja die Grenzen der Karte zugleich ganze RichtungSlinien der horizontalen Theilung des Instrumentes sind. Daher wird man von solchen beliebig schmal anzufertigenden Karten stets nur auch eine Karte zu benähen haben, und also sehr bequem arbeiten könne». Da, wie oben S. ig gesagt wurde, die Aussichten von sämmtlichcn vier Fenstern zusammen L>, Theilstriche der horizontalen Theilung begreifen, die Register also ebenfalls L>, Seiten enthalten müssen, und im Durchschnitte ans jede Seite ><> Zeilen zu stehen kommen, so waren hier im Ganzen über 8ooc> Bestimmungen nöthig. Wenn man aber bedenkt, daß oft durch mehrere Seiten gewisse Zeilen stets gleich lautend bleiben, so kann man sich mit Uebergehuug dieser folgenden Zeilen bey der eigentlichen Aufnahme und späteren nur ganz mechanischen Ausfüllung derselben mit den gehörigen Angaben die Arbeit um vieles abkürzen, und so kam eö, daß jene bedeutende Anzahl von Bestimmungen hier in beyläufig achtzig Arbeitsstunden geliefert wurde, in so fern nur von der eigentlichen Aufnahme, und nicht von jenem Ausfüllen der leer gelassenen Zeilen, welches freylich auch noch einige Stunden weg nahm, die Rede ist. Bey dieser Aufnahme sind übrigens ihrer zwey durchaus nöthig, von denen der eine schreibt, und Verändere dictirt, während er mit dem Instrumente die Gegend durchmustert, und mit der Karte, die mit dem daraufgespannten Faden vor ihm liegt, vergleicht. Ein einziger Mensch konnte daS nur mit vieler Anstrengung, und doch erst in ungleich längerer Zeit liefern. Die Register wurden übrigens zuerst nur im Bronillon verfertiget, und dann erst in die eigentlichen für sie bestimmten Bücher mit einer äußerst leserliche» und großen Schrift copirt. IV. Cinige Neben-Worrichtuttgen des Tvposcopes. 1. Die Ablese-Lampe. Für den Gebrauch dcö Toposcopes zur Nachtzeit muß eine zum Ablesen der Zahlen am Instrumente und zum Nachschlagen in den Registern gleich taugliche Lampe vorhanden seyn, bey der man das Auslöschen durch den Wind nicht zu sürchtcn hat, und die am besten ein kompaßartig aufgehängtes Oelgefäß haben wird, um so viel möglich das Beschmutzen und Unleserlichmachen der Register durch darauf gegossenes Oel zu vermeiden. Die Rücksicht, daß dieselbe Lampe auch zum Nachschlagen in den Registern verwendet werden kann, macht eS nothwendig, derselben eine von der Gestalt der astronomischen Ablese-Lampen, die freplich für das Lesen der Zahlen am Instrumente die zweckmäßigsten wären, abweichende Form zu geben. Diese astronomischen Lampen haben nämlich vor der Flamme eine Glaslinse, die das Licht auf den zu beleuchtenden Gegenstand mit großer Intensität concen- rrirt, und sind deßwegen für Theilungen, wo man vielen Lichtes benöthigt, sehr anwendbar, beleuchten aber auch nur eine sehr kleine Fläche, und sind also zum Nachschlagen in Büchern weniger bequem. Mau müßte daher entweder eine sehr große und schwache Linse, oder, was am Ende am besten, ein gewöhnliches GlaStäfelcheu vorsetzen, und dafür für einen starken, hell leuchtenden Docht Sorge tragen. Solcher Glastäfelchen sollten stetS einige vorräthig seyn, damit nicht etwa durch ein zufälliges Brechen desselben in einer stürmischen Nacht aller Gebrauch des Instrumentes geradezu unmöglich werde. Die Lampe müßte stets in leicht entzündbarem Zustande, also z.B. nicht mit ganz neuem Dochte oder mit einer Kohle versehen, vielleicht am sichersten deS Nachts stetö brennend erhalten werden, und für den gehörigen Vorrath von Oel und Dochten gesorgt seyn. 2. Tagebuch zum Topvscope. Den Thürmern von St. Stephan wurde, sobald daü Toposeop in Thätigkeir trat, ein eigenes, nach Art der Register haltbar gebundenes Tagebuch übergeben, in das sie die Nummer des gebrauchten Registers und die beyden gelesene» Zahlen sammt dem Tage und der Stunde, wann, und dem Orte, an welchem, wie sie nach jenen Zahlen im Register fanden, das Feuer Statt fand, einzutragen haben. Dieses Tagebuch hat auf die Art, wie die nächstfolgende Seite zeigt, rastrirtes Papier, um Ordnung und Einfachheit im Eintragen zu bewirken. Durch diese Einrichtung werden die Thürmer stetö aufmerksam und genau in Anwendung des Instrumentes erhalten, und die über ihre Anzeigen Controlle führenden Personen wenigstens nach der Hand in den Stand gesetzt, einen Fehler, der begangen wurde, streng nachzuweisen. — 49 — 3. Beförderung der Anzeige. Bisher hatten sich die Thurmwärter für Feuersbrnnste in derStadt oder den Vorstädten eines Sprachrohres bedient, mit dem sie auf den Mehner, der auf ein gegebenes Glockenzeichen auf dem Platz am Fuße deS ThurmeS erschien, den brennenden Ort herunterriefen. Für Feuer auf dem Lande war es bisher gebräuchlich, daß einer von den Thürmern den Thurm herunter stieg, und dem Mehner den brennenden Ort anzeigte, von dem aus dann die weitere Botschaft an die Feueranstalten geht. Wegen der Bestimmtheit, die seit der Aufstellung deS ToposcopeS in den Anzeigen der Thurmer eintrat, ward nun auch eine zweckmäßigere Beförderung der Anzeigen wän- schenSwerth, als eS einerseits das unbequeme, und oft nur schwer verständliche Sprachrohr und andererseits das zeitraubende Hinabschicken waren. Die einfachste Einrichtung dieser Art wäre wohl ein Draht, der ohne alle Unterbrechung und frey von aller an ihn sich schließenden Umgebung von den Thnrmern zum Mehner herabfährte. In eine eiserne Kapsel, mit einem Ringe an ihrem Deckel, etwa im Kleinen wie die Büchsen gestaltet, in denen man daS Gefrorne zu bewahren pflegt, und den Deckel mit einigen Schraubengängen gut verschlossen, hätte ein Papicrchen mit darauf notirtem brennenden Orte gegeben, und das Ganze mittelst des RingeS an dem Drahte hinabgeworfen werden können. Da es unten mit großer Schnelligkeit angekommen wäre, so hätte der Draht öfters eine kleine Biegung machen, und am Ende desselben eine Unterlage von Leder, Saud oder dergl. angebracht werden können, um den Stoß zu brechen. In der That hätte diese Einrichtung wohl auch auf St. Stephan den Vorzug vor allen anderen erhalten, wenn eS möglich wäre, den 4 Draht im Innern des Thnrmcö hinabznleiten. ?lllein dieß war verschiedener örtlicher Umstände wegen nicht thunlich, und ließe man den Draht von außen am Thurme anbringen, so ist er Wind und Wetter bloß gegeben, und wird z. B. im Winter leicht so angereist und überfroren, daß die Kapseln mit ihren Ringen nicht mehr an ihm hinabgleiten, sondern irgend hängen bleiben. Und so wurde beschlosten , von außen statt deS Drahtes eine blcyernc Röhre vor die Wohnung dcö Meßnerö hinabznleiten, die etwa zwei) Zoll inneren Durchmesser hat, und in die hölzerne Kugeln mit de» Zetteln, worauf die Anzeigen stehen, geworfen werden. Die Kugeln haben so leicht als möglich zu scpn, und die Röhre muß hie und da gebogen werden, um den Fall der Kugel nicht zu gah werden zu lassen. In der Thürmcrwohnung, vor dessen einem Fenster die Röhre nach oben ausmünden wird, wird dieselbe bedeckt sepn, um zufällige oder mnthwillige Verstopfungen derselben zu verhüten. In der Wohnung des Meßnerö wird die Röhre in eine kleine Nische der Wand geleitet werden, die mit der gehörigen Unterlage zum Empfange der herabrollenden Kugeln versehen ist. Solcher Kugeln sind übrigens stets mehrere vorräthig zu halten, und die herab- geworfenen von den, den Thurm zur Ablösung der anderen besteigenden, Wärtern wieder in die Thürmerwohnung zurückzubringen. Die Röhre muß so am Thurme angebracht werden, daß unbeschadet der Festigkeit deö klebrigen einzelne Theile derselben herausgehoben, und z. B. im Falle der Verstopfung gereinigt werben können. Eine solche Röhre kommt nun frcplich bei) weitem höher, als jener Draht, ist aber auch bep weitem sicherer, und für längere Daner berechnet. Dieselbe befindet sich am St. StephanSthnrnie übrigens eben erst in der Ausführung. —- 5Z — 4. Anbringung der Feuer-Signale. Sollte man irgendwo nach erfolgter Anfstellnng eines ToposcopeS noch bei) dem alten Herkommen die Richtung des Feuers durch aus den Fenstern des ThurmeS gesteckte Fahnen und Laternen anzuzeigen, verbleiben, was, wie wir weiter unten sehen werden, in der That aus manchem Grunde auffallend wäre, so müßte dafür gesorgt werden, daß die Untersatz-Drepecke deS Instrumentes mit ihren Zapfen durch daS Auflegen der gewichtigen Fahnen- und La- teru - Stangen nicht Schaden leiden. Am zweckmäßigsten würden in dieser Hinsicht violleicht große in die Fensterstöcke in bedeutender Höhe über den Untersatz - Dreiecken schief eingemauerte eiserne Stifte seyn, in deren Winkel mit der Mauer man die Stanze der Fahne oder Laterne legen, und mittelst eines hinten angebrachten HakenS das Ueberschlagen derselben nach außen vermeiden kann. s. F e u e r - M e l d z e t t e l. Die Zettel, worauf die Thürmer den brennenden Ort zu notiren, und die sie dann, in die hölzerne Kugel eingeschlossen, in die Röhre zu werfen haben, hätten am füg- lichsien nach einem gewissen Formulare schon im voraus rn- bricirt zu sepn. Die Thürmer von St. Stephan erhalten solche lithographirte oder gedrückte Zettel folgender Gestalt: Brennender Ort. Linie. In die erste Eolumne haben die Wärter den Ort, wo daö Feuer ausgebrochen ist, in die zwepte die Linie zu tragen, welche man zn passiven hat, um zu jenem Orte ans dem kürzeste» Fahrwege zu gelangen. Regnlirung der Sturmzeichen mittelst des Tvposcopes. Daö Anschlagen mit der Sturmglocke, das in Wien bisher bei) allen Feuern inSradt u n d V o r st ä d t e n , übrigens ohne alle weitere Regel, Statt fand, ist sonder Zweifel zu einer allgemein vernehmbaren, wenigstens beyläufigen Anzeige des Ortes der FcuerSbrnnst sehr vortheilhaft zu benutzen. Wird z. B. festgesetzt, daß man ein Thor der Stadt durch einen, ein anderes durch zwey Schläge bezeichnet n.s.w., so durften nur die Schläge gezählt werden, um sogleich zu erfahren, in welches ThoreS Richtung die Feneröbrnnst Statt finde. In der That bestehen ähnliche Einrichtungen bereits seit Jahren in Brunn, Grätz, Prag u. a. O. Die Sache ist auch so einfach und gemeinnützig, daß nicht zu begreifen wäre, warum fie nicht schon längst in Wien eingeführt sey, wenn nicht gerade in großen Städten eine zweckmäßige Eintheiluug für jene Zeichen an und für sich so schwierig wäre. In obigen Städten geschieht diese Eintheiluug nach den Vierteln und Vorstädten, was hier, bei) einem kaum übersehbaren Gewirre von Häusern, platterdings unmöglich ist. Die oben erwähnte Art der Eintheiluug nach Stadt-Thoren wäre allerdings schon viel besser ausführbar, indeß blieben noch immer zwey Quellen von Zweifeln offen, so lange daS bloße Augenmaß zu entscheiden hat; von Seite der Thurmwärter nämlich in Fällen, wo ein brennender Ort nahe in der Mitte zwischen den Richtungen zweyer Stadt-Thore liegt, der Zweifel über das zu gebende Zeichen, und von Seite der Bewohner Wiens über die Bedeutung eines gehörten Zeichens. Durch das Toposcop wird nun ein bei) weitem schä r- fereö Bestimm ungsmittel an die Hand gegeben. Zieht man nämlich auf dem ersten dem besten Grundrisse von Wien von dem AufsteUungspunkte des ToposcopcS, als Mittelpunkt, genau in die Mitte zwischen je zwei) der nenn Hauptthore der Stadt*) gerade Linien, so entstehen, wie man aus dem hier beygegebenen Plane von Wien (Bäk. ll.) sieht, neun Abtheilungcn von Stadt und Vorstädten. Bezeichnet mau nun diese Abteilungen, wie es hier der Fall ist, mit >, 2, 3 u.s. w., und läßt diese Ziffern zugleich für die Anzahl der Streiche gelten, die der Thurmer auf die Sturmglocke zu machen hat, je nachdem ei» Feuer in dieser oder jener Abtheilung sich zeigt, so ist mit einem Male alle Unsicherheit beseitigt, in der sich früher einerseits die Thürmer über die Wahl des Zeichens, und andererseits die Bewohner Wiens über das Verständnis desselben bestn- *) Diese höchst einfache Verzeichnung wird mau auf folgende Weise vornehmen: Zuerst zieht mau sich aus dem Aufstellungsorte des Toposeopes, also hier dem südwestlichen Vorspränge der St. Stephanskirche, als Mittelpunkt einen KreiS, der die Ringmauern der inneren Stadt in sich faßt, hierauf verbindet mau die Mitte jedes einzelnen Thorrs mit dem Aufstellungspunkte durch eine gerade Linie, verlängert diese, bis sie den oben gezogenen Kreis schneidet, und nimmt jetzt auf diesem Kreise genau die Mitte zwischen je zwei) solcher Durchschnittspunkte, »ud verbindet endlich diese Mitten durch gerade Linien mit dem Ausstellungsort, die über die ganze Karte ausgezogen, nun von selbst die erwähnten, strahlenförmigen nenn Abteilungen der Stadt und Vorstädte bilden. — Dabei) wurden das Hauptmauth-, Schänzel - und Rothenthurm-Fußgeher-Thor übergangen und von den bcpdcit Kärnthucrthoren die Mitte genommen, wieder beiliegende Plan von Wien ersichtlich macht. den konnten. Demi dem letzten Uebelstande wird durch den, ans obige Art cingethciltcn Grundriß von Wien, und dem ersten sofort dadurch abgeholfen/ daß man die Richtung jener TrenniingSliuien zwischen den einzelnen Abtheilungeu mittelst des Toposcopes aussucht *), unter die Theilstriche der horizontalen Theiluug/ die denselben entsprechen, auf die Untersatz-Steine dicke, gut wahrnehmbare Striche zieht**) und zwischen diese Striche die entsprechenden Zahlen schreibt. Wenden nnn die Thürmer daS Toposcop bep einer vorkommenden FeucrSbrunst an, so finden ste schon von selbst, in welcher Abthcilung daS Feuer sich befindet, oder mit anderen Worten, wie viele Streiche sie zu machen haben. Wenden sie aber daS Toposcop nicht an, so werden sie in den meisten Fällen sich durch ein einfaches Visiren über die Striche, die deßwcgen auch nach der anderen, äußeren Seite der Fenster hin verlängert seyn müssen, über daS zu gebende Zeichen ins Reine bringen können. Um aber allen Zweifel darüber unmöglich zu machen, wird man überdieß ans jeder Seite der Register, z. B. ganz unten mit einer Ziffer die Anzahl Schläge bemerken, die zu machen sind, wenn der Gegenstand sich in der Richtung der Zahl der horizontalen Theiluug befindet, der dieser Seite zur Ueber- schrift dient. Im Falle eines Zweifels über das zu gebende Zeichen haben dann die Thürmer nur daS Toposcop aufzustellen, daS Fernrohr zu richten, und mit der Zahl, die so vom Zeiger der horizontalen Theiluug getroffen wird, die *) Die Grade des Toposcopes, welche jenen Linien entsprechen, worden sich bey der Aufnahme von selbst ergeben, wenn man auf dem Plane von Wien, den man dabey benutzte, jene kleine Zeichnung vornimmt, die in obiger Anmerkung erklärt wurde. —) Daß diese Striche alle durch den Mittelpunkt N' (k'ig. 2) der horizontalen Drehung gehen müssen, ist wohl von selbst klar. Z5 — Seite dcS gehörige» Registers aufzuschlagen , wo sie sofort die Anzahl der zu machende» Schläge angezeigt finde». Ist eS jemanden, wie es wohl meistens der Fall sei)» wird, nnr »in eine bepläufige Kenntnist des OrteS der Feuersbrnnst zn thun, so bedarf er nicht einmal der Karte, wenn er sich ein für alle Mal die Reihe merken will, in der die Stadt -Thore nach einander gezählt werden. Weist er also z. B. daß die Zählung bepm Burgthor beginnt, nnd über daS Kärnthnerthor hin fortgeht, so wird er, wen» man z.B. b Schläge ans St. Stephan stürmt, leicht finden, daß daS Feuer in der Richtung des Fischerthoreö sich befinde. Mit einer kleinen Vci-seinerung, die darum doch die Sache NM nichts verwickelt, wird man die Anzeige durch das Sturmzeichen noch um vieles vollständiger machen. Man könnte nämlich den Thnrmwärtern auftrage», z. B. wenn eine FcuerSbrnnst in der inneren Stadt ausbricht, nach den eigentlichen Sturmschlägen noch einen Streich auf die kleine, hellklingende Viertelglocke der St. Stephans - Uhr zn machen, so daß nun auch gleich die Bestimmung, ob eS in der inneren Stadt oder den Vorstädten brenne, mitgegeben würde. Die Vorzüge dieser neuen Einrichtung wären hauptsächlich folgende: i. Allgemeine und schnelle Verständlichkeit. Während bisher, Ivo keine andere allgemeine Anzeige über die Richtung, in der eö brennt, zn Gebote des Publikums gestellt wurde, als eine Fenerfahne oder Laterne, die man zum Fenster hinaussteckte, und während also bisher, wenn man etwaö darüber ans diese Weise erfahren wollte, uichtö übrig blieb, als auf den St. Stephans-Plast zu gehen, und dort die sehr schlecht auszunehmende Fahne oder Laterne mühselig ringS an dem Thnrme auszusuchen, spricht daS so regnlirte Sturmzeichen zn ganz Wien aus eine allen seinen Bewohnern gleich verstandliche Art. u. Dadurch wird denn nun auch Fahne oder Laterne ganz unnöthig, nnd die zeitraubenden, beschwerlichen und, bey stürmischem Wetter für Thürmer und am Thurme Vorübergehende selbst nicht gefahrlosen Operationen mit den großen, gewichtigen Stangen fallen nun weg. 3. Die einzige nähere Anzeige, die bisher durch die Sturmzeichen halb nnd halb gegeben wurde, war die der Stärke oder des UmfangeS der Fenersbrunst durch mehr oder weniger Schläge. Ist gleich diese Notiz überhaupt weniger interessant, nnd liegt sie gleich fast und oft ganz und gar nicht in der Macht der Thürmcr ans ihrem, vom Schauplätze des FenerS gewöhnlich sehr entfernten Standpunkte, so kann sie doch bei) der neuen Einrichtung wenigstens eben so gut als bisher durch Wiederholung des Sturmzeichens geleistet werden. st. Während ans der einen Seite durchaus keine Ausgaben mit der neuen Einrichtung verbunden sind, erspart man auf der anderen Seite noch, waö bisher die Reparaturen von Fahne, Laterne u. s. w. gekostet haben. S. Für die Sache selbst aber besteht bep weitem der wichtigste Vortheil, der aus dieser Negnlirnng der Sturmzeichen erwachse» würde, darin, daß es damit den Personen, die bei) den Löschanstalten angestellt sind, möglich wird, die vom St. StephanSthurme einlaufenden Fener-An- z eigen wenigstens obenhin zu c o n t r o l l i r e n. In jedem solchen Aufbewahrungsorte von Feuerspritzen wird sich nämlich ein, nach obiger Art, eingctheüter Plan von Wien befinden, und ein Blick ans diesen hinreichen, die Anzeige von St. Stephan mit dem gegebenen Sturmzeichen zu vergleichen. Stimmen sie nicht mit einander überein, so wird man zuerst zu St. Stephan um die nöthige Erkundigung zurückschicken, ehe man die Spritzen, vielleicht in die Irre, abfahren läßt. 6. Endlich wollen wir in Beziehung auf die Vorzüge der neuen Einrichtung der Sturmzeichen auch noch der Leichtigkeit erwähnen, mit der man sich die nöthige Erkundigung über den Ort der FencrSbrunst verschaffen können wird. Jedermann wird gerne einmal auf einen, nach oben angegebenerArt linirten Grundriß vonWien sehen, und sich merken, welches Zeichen mit der Sturmglocke gegeben wird, wenn ein Feuer in der Abtheilnng der Stadt ausbricht, wo sich sei» Hans befindet. Hort er dieses Zeichen stürmen, so wird er gewiß der Mühe Werth halten, sich am gehörigen Orte um nähere Nachricht zu bekümmern. Wie oft mögen im Gegentheile bisher das Vertrauen ans gute Anstalten einerseits, und Schwierigkeit der Erkundigung andererseits Schuld daran gewesen sepn, daß mancher sorglos stürmen hörte, während ihm Hab und Gut verbrannte? In der That blieb bisher, um nähere Erkundigung einzuziehen, nichts übrig, als entweder auf den St. Stephans - Platz oder in das k. k. Unterkämmerer-Amt zu gehen, oder endlich den ersten den besten auf der Gaffe Wache haltenden Po- lizep-Soldaten zu fragen. War die letzte Art der Erkundigung so gut wie ganz unverläßlich, so blieben die anderen bey- den immer mühsam, und da jeden Einzelnen die Reihe eines solchen Unglücks doch nur selten traf, so entschloß man sich auch nur schwer, jene Gänge bloß in der Absicht zu machen, um ein Näheres über den Ort des Feuers zu erfahren. Bey der neuen Einrichtung ist stürmen hören und wenigstens ziemlich genau wissen, wo eö brennt, die Sache desselben Augenblickes; ist daö gegebene Zeichen dasjenige, welches das eigene Haus betrifft, so gehörte gewiß eine außerordentliche Gleichgültigkeit dazu, wenn man in dem Augenblicke, wo man dem Eigenthume Schaden und Untergang drohen sieht, sich die Mühe eines kleinen Ganges gereuen lassen wollte, um sich darüber ganz iuö Reine zu bringen. Um die Vortheile der nenen Negulirung der Sturmzeichen in ihrer ganzen Ausdehnung gemeinnützig zn machen, wird man dafür Sorge trage» müssen, daß die Sacke unter dem Publikum so bekannt als möglich werde, und daher etwa von Vierteljahr zu Vierteljahr das Ganze bündig aber deutlich in den Zeitungen veröffentlichen, und, auf die obige Weise linirte Pläne von Wien feil bieten lassen. Die Kundmachung in der Zeitung könnte etwa folgende Gestalt haben: »Bedeutung der Sturmzeichen auf St. Stephan.« »Wenn man auf einem Grundrisse von Wien genau »in der Mitte zwischen je zwei) Hanptthore der inneren »Stadt (wobei) das Hanptmanth-, Schänzel- und Rothen- »thurm - Fußgeher - Thor zu übergehen, und die beyde» » Kärnthnerthore als eines zu betrachten sind) von dem süd- »westliche» Vorsprang der St. Stcphanökirche auS gerade »Linien über die ganze Karte zieht, so entstehe» nenn strah- »lenförmige Abteilungen, deren jede ein Thor der inneren » Stadt begreift. Bezeichnet man die Abrheilung deö Burg- »thoreS mit >, des Karnthnerthores mit 2, und so der »Reihe nach die folgenden Sectionen, so geben diese Ziffern »zugleich die Anzahl Schläge, welche die Thurmwärler von »St. Stephan auf die Sturmglocke mache», wenn eS in »einer oder der andern dieser Abtheilungcn brennt. Ist die «> Feuersbrnnst in der inneren Stadt, so erfolgt nach dem »jedesmalige» eigentlichen Sturmzeichen noch ein Schlag »mit Verheil klingenden Viertelglocke der St. StephanSuhr. » Nach obiger Art bereits cingctheilte Pläne sind für .... »zu haben bei) Daö Vorhergehende habe ich ganz in der hier vorgetragenen Gestalt den hohen Behörden in einem förmlichen Vorschlage unterlegt, und bereits die vollkommen beyfällige Beurtheilung desselben von Seiten deö k. k. Stadt-Unterkämmerer - Amtes erhalten. Ich sehe nun mit vollem Vertrauen einem ähnlichen Erfolge bei) der k. k. n. ö. Landesregierung entgegen, so daß wir in Kurzem hoffen dürfen, auch dieser wohlthätigen Folgen einer, durch die Großmuth Sr. Majestät des Kaisers ursprünglich gegründeten Einrichtung genießen zu können. VI. Nähere Bestimmungen über den Gebrauch des ToposcopeS. Was den Gebrauch des ToposcopeS, de» wir im Allgemeinen schon berührten, in seinen Einzelnheiten betrifft, so kann sich im Grnnde Jedermann ans dem Vorhergehenden die nvthigen Regeln dafür ableiten. Da indes; auch hier der, mit der Sache bereits Vertrautere manches berücksichtigen wird, das der weniger damit Bekannte vieb leicht übersieht, so hielt ich es für nicht unangemessen, hier auch darüber einige Andeutungen zu machen. Um die Sache zugleich auf eine Art zu behandeln, die für die meisten Umstände künftig aufzustellender Toposcope am entsprechendsten ist, sollen statt aller Erläuterung im Folgenden die Vorschriften mitgecheilt werden, die nach Vollendung des ToposcopeS ans St. Stephan den dortigen Thurmwärtern für ihr Verhalten mit dem Instrumente gegeben wurden. »Vorschriften für die Thurmwarter auf St. Stephan bei) der Anwendung des Tvpvscopes.a ». Allgemeine Vorschrift. »Sobald eine Feuersbrunst von den Thurmwärtern »außerhalb der inneren Stadt, also entweder in »den Vorstädten oder auf dem Lande bemerkt wird, haben sie »den Mehner vor allem mittelst der, in dessen Wohnung »gehenden Glocke *) davon zu verständigen, damit er oder *) Dieser Glockenzug ist gegenseitig, und hat auch an seinem obere» Ende in der Tpürtncrwvhillmg eine Glocke, die wieder — k>1 — »sein Gehülst' zur schnellen Beförderung der Anzeige sich be- » reit mache; dann sogleich das Instrument beym gehörigen «Fenster aufzustellen, das Fadenkreuz im Fernrohre auf »daS Feuer zu richten, die Zahlen, ans welche die Heyden »Zeiger weisen, abzulesen, und in daö Tagebuch cinzntra- » ge». Hierauf ist im gehörige n Register mit der g rö- » ß e r e n Zahl dieSeite, mit der kleineren die Zeile »aus dieser Seite aufzusuchen, wo dann der brennende Ort »bemerkt ist. Dieser Ort und, wenn daö Feuer auf dem »Lande ist, die Linie, bey welcher man hinauszufahren hat, »sind sofort auf einen Meldzettel zu schreiben, dem Meßner »ein zweyteö Zeichen mit der Glocke zu geben, und der »Meldzcttel, in die Kapsel eingeschlossen, in die Röhre zu »werfen. Zeigt der Meßner nicht durch ein Gegenzeichen » mit der Glocke den Empfang des Meldzettels an, so hat » sich einer der Thnrmer unverzüglich mit der Anzeige persönlich in die Meßnerwohnnng zu verfügen.« »Nachdem dieß alles in Ordnung vollzogen, haben die »Thürmcr, wenn das Feuer nicht auf dem Lande ist*), nach »den Richtungslinien auf den Untersalz-Steinen des To- »poscopeS, oder den Ziffern, die ans der gebrauchten Seite »des Toposcopes ganz unten stehen, die Sturmglocke anzu- der Meßner läuten kann. Auf diese Art werden die Thurm- Wärter, indem auf das von ihrer Seite erfolgte Zeichen vom Meßner ein Gegenzeichen gegeben wird, benachrichtigt, daß sie gehört worden seyen. *) Wenn Feuer auf dem Lande ausbrachen, so wurde bisher auf St. Stephan nicht gestürmt, theils weil die Anzeige an und für sich unsicher war, und theils auch, um den Städtern einen, immer auf sie weniger Bezug habenden, Allan» zu ersparen. Ob das Verschwinden der ersten Rücksicht durch das Toposrop, und ein zweckmäßiges, von den Zeichen für Stadt und Vorstädte leicht zu unterscheidendes Stürmen nicht auch hier eine Veränderung nach sich ziehe» werde, wird die Folge entscheiden. »schlagen, und endlich die Nummer des gebrauchten Negi- »stcrö, den brennenden Ort, sammt Tag und Stunde in »das Tagebuch zu tragen,» »Brennt es i n d c r i » n er c n S t a d t, so haben die » Thürmcr keinen Gebrauch vom Toposeope zu machen, son- »dern wie bisher nach dem Augenmaße den Ort der FeuerS- » brunst zu bestimmen, denselben sofort, nachdem dem Meß- »ncr daS erste Zeichen gegeben, auf einen Meldzcttel zu » schreiben, dann dem Mehner daö zweite Mal zu läuten, »den Meldzcttel, in die Kapsel eingeschlossen, in die Röhre »hinabzuwerfen, nach den RichtungSlinicn auf den Uu- »tcrsatz - Steinen an den Fenstern gehörig zu stürmen, und »jedes Mal am Ende der eigentlichen Sturmschläge einen »Streich mit der Viertelglocke der StephanSuhr zu machen; »endlich den brennenden Ort sammt Tag und Stande, »also mit Leerlassung der bepden ersten Columnen deö Tage- »bucheS, in dasselbe einzutragen ^).» 2. Besondere Vorschriften. » Bey dem Gebrauche des Instrumentes ist vor allem »der Sperrhaken auf die Seite zu schieben, und erst, »wenn daS Instrument aufgestellt ist, aber dann auch i in- » m e r einzulegen.« »Wenn das Instrument auf daö entsprechende Fen- » ster gestellt wird, ist wohl darauf zu achten, daß alle »drcy Füße gehörig aufliegen, und nicht etwa einer »oder der andere auf seinem Zapfen schief aufsteht.«, Es wäre wünschensworth, daß das Tagebuch noch einc Coliinme enthielte, in wclchce die Thürmer die Dance dce Feuersbrunst zu bemeeken haben, da dicß gewiß eine sehe interessante Notiz ist, und, als ganz zuletzt eintretend, durchaus keinen schädlichen Zeitverlust in der Anzeige nach sich zieht. — 65 — »DaS Fadenkreuz im Fernrohre ist auf die Wurzel »deS FeuerS, und nicht etwa auf irgend einen Punkt in »der Rauchsäule zu richten.« »Findet sich die kleinere Zahl, welche die Zeile » angibt, u i ch t u n mittel b a r im Register, so ist die An- »gabe der nächst größeren oder kleineren Zahl zu wählen; »in zweifelhaften Fällen sind bei>de nächste Angaben, die »vorhergehende und die folgende anzuzeigen.- »Stoßen die Thurmwärter auf eineZeile, wo ein oder » steht, z. B. Li ch tcnthale r K i r ch e oder H e r r n a l ö, »so werden sie leicht mittelst des Fernrohres entscheiden kön- »ncu, welche Angabe sie zu wählen haben. Sehen sie so »z. B. die Lichtenthaler Kirche auf einem hellen Hintergründe, »so brennt eö offenbar in HerrnalS, und umgekehrt« »Ist das Feuer h i u te r e i n e m B e rg e, oder sonst »einem ausgedehnteren Gegenstande, und sieht man nicht »daö eigentliche Feuer, sondern bloß eine starke Helle, so »sind die Richtungen anzugeben, die im Register auf »der gehörigen Seite bemerkt sind. Dieß gilt aber nur »für den Fall, wo die Feucrröthe unmittelbar auf »der Erde aussteht, lim Feuersbrünste, von denen die »Rothe bloß hoch in der Luft und durchaus nirgends »au der Erde erscheint, haben die Thürmcr sich nicht zu »k ü m m e r n.« »Wenn eS i n der inneren Stadt brennt, wird »daS Toposeop, wie schon oben gesagt wurde, in der Re- »gel nicht angewendet. Sind die Thürmer im Zweifel, »ob die Feueröbrunst sich in der inneren Stadt oder in der » Vorstadt befinde, so werden sie daS Instrument aufstellen, »das Fernrohr auf daS Feuer richten, und zusehen, ob die »kleinere von den beyden abgelesenen Zahlen nicht klci- »ner, als die Zahl der ersten Zeile auf der gehörigen »Seite des Registers ist, die sie mit der größeren Zahl auf- v schlugen. Ist sie kleiner, so brennt eö in der inner e n --Stadt, ist sie größer, in der Vorstadt, oder am Glacis. »Dann, und überhaupt bcy allen Fällen im Innere» »der Stadt, wo die Thürmer sich mit dem bloßen Au- »gcnmaße nicht ganz znrecht finden können, wird ih- »nen das Toposcop dazu dienen, das Sradtthor zu »erfahren, gegen welches hin daS Feuer ist, und das auf »der ersten Zeile jeder Seite der Register bemerkt ist.« »Des Toposcopes zur Anzeige nicht bedienen »können sich die Thürmer serner in allen jenen Fällen, wo » sie ans der Stelle schon m it freye m Auge den Ort der » FeuerSbrnnst genau bestimmen können, waS bei) ihrer gro- »ßen Ortskenntniß z. B. in den Vorstädten hänfig Statt fin- »den wird. Dann haben sie nach den oben, am Ende der »allgemeinen Vorschriften, für Feuer in der inneren Stadt »gegebenen Regeln sich zu verhalten, den Schlag mit der »Viertelglocke ausgenommen, der nur bei) Feuern im Jn- » nern der Stadt zu machen ist.« »In diesen Regeln heißt es, daß die Thürmer für daS »zu gebende Sturmzeichen sich an die Richtungslinie zu hal- »ten haben, welche auf den Untersatz Steinen verzeichnet, »und zwischen denen die Anzahl Streiche bemerkt ist, welsche man zu geben hat. Sollte ein Feuer gerade in der »Richtung einer solchen Linie liegen, und also ein Zwei- »fel darüber entstehen, ob man das vorhergehende oder »das folgende Sturmzeichen zu geben hat, so haben die »Thürmer das Instrument aufzustellen, das Fernrohr auf »das Feuer zu richten, und mit der größeren der beydcn »abgelesenen Zahlen die Seite deS gehörigen Registers auf- »zuschlagen, ans welcher sie dann ganz unten eine Ziffer »finden, die bis Anzahl der zu machenden Schläge angibt.« »Bey Feuern, die zur NachtSzeit ausbrechen, hat der »eine Thurmwärter die Lampe anzuzünden, während der — Ks — »andere daö Instrument beym gehörigen Fenster ansstellti »überhaupt sotten die Thürmer ihre Geschäfte bey der An- »zeige eineö FcucrS auf eine Art unter sich vertheilen, die »den Umständen angemessen ist und immer gleich beybehal- »ten wird, damit jeder sich in seinem Theile vvlllommeii »einübe, und ihm, waS er zu thun hat, zu einer Art Ge-- » wohnheit werde« »Die Thürmer haben die Z ap fen ans den Untersah- »Dreyecken immer rein zu halten, und darauf zu sehen, » daß der Schnee sich nie ansammle. Vorzüglich aber ist »der Schnee unmittelbar vor dem Gebrauche deS Jnstru- » menteö so schnell als möglich zu entfernen.« »Die bleycrncn Hüte über den Zapfen sotten, vor- »züglich bep frostigem Wetter, öfters für einen Augeu- »blick abgehoben werden, um ihr festes Anfrieren zu » verhindern.« »Die Lampe muß stets in brauchbarem Zu- »stände, alfo gehörig gereinigt, mit Oel hinlänglich gefüllt, mit einem leichtentzündlichen Dochte versehen sei»,, »der also weder ganz neu, noch kohlig fem, darf u.s. w.-- 6 f. ff vis. Kosten bev der Grrielitnnft eine«? T o p o s e o p e S. Im Folgenden werden, wir sich von selbst erklärt, nur jene Ausgaben aufgeführt, die mit der Einrichtung eines Toposcopes wesentlich verbunden sind, während alle jene Artikel, die durch die Oertlichkeir deS Anfstellnngspunktes und andere llinständc merklich geändert werden können, hier in der Rechnung nicht erscheinen. So ist z. B- hier keine Rede von den Steinmetz - Arbeite», diebey der gehörigen Gestaltung der Fensterbrüstungen auf St. Stephan nöthig waren, von den Ausgaben für das Kopiren der ursprünglichen Broiullons der Register, von der Remuneration, welche die, mit der Aufnahme beauftragten Individuen erhielten n. s.w. Artikel. Betrag i» E M. fl. kr. Für Anfertigung deS Instrumentes im k. k. polytechnischen Institute Für vier Einschreibbücher zu den Brouillons der Register Für Anstreicher-Arbeit Für ei» eichenes Kästchen zur Aufbewahrung des ToposcopeS Für > t> Stücke Bleyhüte zur Bedeckung der Zapfen auf den Untersatz - Dreyecken . . Für 3'/^ Buch zum Theil rastrirten, zum Theil weißen Papiereö für die Register und das Tagebuch Für den Einband der Register u. des Tagebuches Für eine Lampe zum Ablesen und Nachschlagen Für vier Pulte von Eichenholz, worauf die Register befestigt sind Summe - .78 2 5 ,0 st s3a SZ 3c» st» 1 tz 5st 2r o? — Vitt. Nutzen eines TopvfcvpeS. Ohne hiec erst von dem große» Vorrheile zu sprechen, de» das Toposeop vor alleni durch die Bestimmtheit dcrF e » e r - A »zeige», die es möglich macht, gewährt, »»d der Jedermann auf den erste» Blick ausfällt, will ich vielmehr einiger, wenn gleich minder wichtigen, doch darin» nicht ganz zu übersehenden Vorzüge des Instrumentes und Erweiterungen seines Gebrauches gedenken, die erst bey näherer Beleuchtung der Sache hervortreten. DaS Toposcop findet seine Anwendung, besonders in großen Städten , nicht bloß des Nachts, sondern auch bei) Tage, wo mangelhaste Ortskenntnis), Entfernung des brenuenden OrteS, ein zufälliges Gewirre von Gegenständen ii. f. w. oft der Orienliriing fast eben so hinderlich sei)» können, als das Dunkel der Nacht. Durch die Aufzeichnung der sänimtlichen Feuer in daö Tagebuch werde», vorzüglich wenn man damit, wie oben vorgeschlagen wurde, eine Angabe der Dauer verbindet, sehr interessante statistische Uebersi ch t e n über die Anzahl, den Ort, die Jahreszeit u. f. w. der FeuerSbrünste möglich. Durch die Regulirung der Sturmzeichen und die An- bringniig einer bleyernen Röhre von den Thürmern zum Mehner herab, die durch daö Toposeop veranlaßt werden, sind, der oben berührte» wesentlichen Vorrheile dieser Einrichtungen nicht zu gedenken, die beschwerlichen Handhabungen von Feuerfahne, Laterne und Sprachrohr beseitiget, und die ganze Sache schon von der Seite her den Thürmern wohl nur willkommen; bedenke» sie dazu, wie viele — — Unannehmlichkeiten, die sie bisher bcy oft unverschuldet falschen Anzeigen zu erdulden hatten, von nun an wegfalle», so werden sie gewiß sich die kleine Muhe nicht gereuen lassen, die ihnen die erste Einübung mit dein Instrumente koster. Verspricht man ihnen etwa überdies auf der einen Seite Belohnungen *), droht man ihnen ans der andern mit Strafen, so hätte daö Toposcop wenigstens Gelegenheit zu Mitteln gegeben, die den guten Willen dieser Leute zu ihrem Geschäfte erhalten. Wenn man den Zweck und die Einrichtung eineö Topo- scopes unter einem etwas allgemeineren Gesichtspunkte betrachtet, als es hier bisher geschah, so wird man eS nicht bloß bei) Fcuersbrünsten, sondern noch in manchen andern Fällen anwendbar sinden. So wie z. B- jedem Fremden, der gegenwärtig den St. StephanSthurm besucht, das Instrument zur Kenntnis; der Umgegend willkommene Dienste leisten kann, so könnte man sich ähnliche Vorrichtungen für b e r ü h m t e Aussichtspunkte überhaupt, und bloß in der Absicht ausdenken, den Besuchern dieser Punkte ein sicheres Mittel an die Hand zu geben, sich selbst in der Gegend zu orientiren. Jedermann hat schon die Unannehmlichkeit erfahren, auf großen Höhen eine Menge zum Theile sehr interessant gestalteter Berge, Ortschaften u. Vgl. in der Ferne um sich her liegen zu sehen, ohne auch nur einige dieser Punkte mit Bestimmtheit nennen zu können. H Auf St. Stephan wurde jedem Thürmer, der sich im Laufe eines Jahres keinen Fehler mit dem Toposcope zu Schulden kommen ließ, ein warmes Kleid zugesagt, eine um so angemessenere Belohnung, als eben der Dienst am Toposeopc oft längeres Verweilen am offenen Fenster nöthig macht, und man also an und für sich dafür zu sorgen hat, das; die Thürmer wenigstens so weit gegen Wind und Wetter gcschüht sepc», daß sie ihr Geschäft nicht etwa Hals über Kopf übereilen, um nur das Fenster schließen zu können. Die Führer, die man gewöhnlich mit sich nimmt, sind zwar in der Regel mit ihrer Heimath auf das beste bekannt, und kennen auf dem bestiegenen Berge vielleicht jeden kleinen Pfad, aber schon über den Umkreis von etwa vier Stunden hinaus ist ihnen alles fremd, und sie können selbst über die hervorragendsten Punkte der Fernsicht nur selten nähere Auskunft crtheilen. Würde nun auf solchen Orten eine Einrichtung getroffen, um ein kleines Toposcop aufzustellen, und ein Register von einigen wenigen Blättern, oder auch nur auf einem Blatte mit doppeltem Eingange dazu gegeben, so wäre der Fremde im Stande, sich die nöchige Erkundigung gleich selbst zu verschaffen. Zur Ausstellung deö Toposcopes müßte entweder ein festgebauter, am besten steinerner Tisch erst angebracht, oder z. B. ein bereits auf dem Aussichtspunkte bestehendes Monument, eine Ca- tastral-Pyramide oder dergleichen benützt werden, um in diese Grundlage daS eiserne Untersatz - Dreycck mit seineu Zapfen anzubringen. DaS Toposcop selbst müßte natürlich, um leicht mitgenommen werden zu können, in einem bey weitem kleineren Maßstabe als hier angefertigt, und etwa, der Leichtigkeit wegen, von festem Holze seyn. Die Stelle des Fernrohres würde eine bloße Röhre ohne Gläser vertreten können. Ein einziges solches Jnstrumentchen könnte, sobald für gleichförmige Untersatz-Drepecke ans den verschiedenen Aussichtspunkten gesorgt würde, überall angewendet, und z. B. ganz eben so gut am Kahleubcrge bey Wien, als auf dem Schneeberge an der Gränze Steyermarkö, oder auf dem berühmten Rigi in der Schweiz gebraucht werden, sobald nur einmal ans alle» diesen Punkten für die Aufstellung deö Instrumentes vorgesehen wurde und die nöthigen Register geliefert sind. Die Anfertigung von weiteren Registern erHöhr also die Gemeinnützigkeit der Sache um vieles, und — 70 — die Nachfrage nach selchen kleinen Instrumenten, ohne die Kosten deS Verlages oder den Kaufpreis bedeutend zu sie, gern. Ein solches Jnstrnmentche» mußte, BegnemlichkeiiS halber, zerlegbar sepn, und durfte, um von Jedermann mit Leichtigkeit angeschafft zu werden, den Preis von etwa 6 ff. C. M. nicht überschreiten. Vielleicht, daß sich einmal Jemand findet, der den Verlag der Sache übernehmen will, und der sich dann natürlich durch ein Privilegium den Vortheil der weiteren Benutzung desselben Instrumentes für verschiedene Aussichtspunkte im In- und Auslände sichern mußte; vielleicht auch, daß ein oder der andere in der Nähe der AuSsichlSpunkte Ansässige sich entschließt, sich ein solches Instrument anzuschaffen, und dasselbe sammc dem Register nur gegen eine gewisse Ta.re den Fremden auf ihre Ausflüge mitzugeben. Bepde konnten, glaube ich, dabei) nur ihre Rechnung machen. Die Untersatz-Dreyecke mit ihren Zapfe» müßten in diesen rauhen, und wenig besuchten Gegenden gegen die Unbilden deS Wetters und MnthwillenS etwa mit einem festen kupfernen oder eisernen, zu versperrenden Deckel geschützt seyn, zu dem der Schlüssel sammt dem Toposeop verabreicht werden könnte. Eine Idee endlich, zu deren Anregung, wen» auch nicht unmittelbare» Ausführung das Toposeop Gelegenheit gibt, sind panoraniische Zeichnungen von Städten und ihren Umgegenden, wie man dieselben von dem Aufstel- lungS-Punkte deS Instrumentes anS sieht. Gewiß wäre eS z. B. manchen Einheimischen und Fremden ein liebeS Andenken, wenn er in vier Blättern, welche die einzelnen Aussichten anS den vier Fenstern von St. Stephan vorstellen, ganz Wien und daö nächste Land in mehr oder weniger guten Ansichten aller wichtigsten Gebäude u. dgl. vor sich sähe. Unmittelbar ist nun sreylich daS Toposcop hierzu eigentlich nicht brauchbar, da das I,etz, welches man mittelst desselben entwerfen kann, eigentlich für eine horizontale, kartenähnliche Protection, und nicht zu einem wahren Bilde gehört, auf daS immer vertical projicirt wird. Zu diesem Zwecke einer panoramischen, senkrecht, also in dcrThatbild- arrig projicirten Zeichnung läßt sich daö Toposcop nur mittelbar, und etwa mit Hülfe einer Stellage benütze», die das Blatt, auf daö man zeichnen will, in senkrechter Lage in eine bestimmte, übrigens beliebige Entfernung vom Objektive deS ToposcopeS bringt, und wo dann mit einem zu verlängernden am Fernrohre festen Stifte auf dem Blatte die Punkte angezeigt werden konnten, in die man die einzelnen Gegenstände einzutragen hätte. ES diente also daS Topo- scop in diesem Falle zum Anhaltspunkte für eine richtige Perspective. Hr. Kunsthändler H. F. M ü ller am Kohlmarkte beabsichtigt, eine solche panoramische Zeichnung vouWie» undsei- neu Umgebungen, vom St. Stcphausthurmc aus, herauszugeben, und wir wünschen nur bald den Verlag angekündigt zu sehen, da wir auS einer so wohl bekannten Officin nur Treffliches erwarten können.