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1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
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EINLEITUNG.

rhein. Gulden gingen. Wohl kommen neben ihnen die grossi Bohemicales noch lange vor, wie derRationarius fisci des Rectors beweist, aber allmählich sind sie doch verschwunden. Die Groschen derälteren Zeit trugen auf der einen Seite den meißnischen Löwen, auf der anderen ein großes Kreuz,dessen Enden lilienartig ausgehen innerhalb einer aus vier Bogen bestehenden zierlichen Einfassung 104 ).Jetzt unter Markgraf Balthasar erscheinen seit 1390 die neuen Groschen. Sie zeigen mitten in demKreuze einen Schild mit dem thüringischen Löwen, auf der anderen Seite anstatt des meißnischenLöwen den thüringischen gekrönten Helm, auf demselben zwei Büffelhörner mit sieben belaubtenStäben 106 ). Man wird sie als eigentliche thüringische Groschen zu betrachten haben. Auch in derFolge, unter Friedrich dem Streitbaren, sind sie geprägt worden 106 ).

Weiter kommen unter Friedrich dem Streitbaren (f 1428) Groschen auf, die auf der einenSeite das große Kreuz mit lilienförmigen Enden innerhalb der gewöhnlichen Einfassung, auf deranderen einen Schild mit dem meißnischen Löwen zeigen 107 ). Es sind dies die ersten scliildigenGroschen oder grossi clippeati, deren in der Folge noch viele gescldagen worden sind. Solche grossiclippeati erwähnt der Rationarius fisci bereits zum Jahre 1410. Die gewöhnlichen scliildigenGroschen, die zuerst unter Markgraf Wilhelm ausgemünzt worden sind, tragen auf der Seite, wo dasKreuz ist, den landsbergischen Wappenschild, und derselbe findet sich auch auf der Seite, wo derLöwe ist. Solche schildige Groschen mit dem Landsberger Schild, auch Landsberger Groschen ge-nannt, hat auch Friedrich II. der Sanftmüthige prägen lassen. Diese grossi clippeati sind sehr baldwieder verschlechtert worden, denn im Rationarius fisci werden im Jahre 1448 24 gr. clip. weniger8 Denare, 1450 sogar 27 gr. clip. auf den Gulden gerechnet secundum aurmm.

Heben den scliildigen Groschen erscheinen auch zur Zeit Friedrichs des Steitbaren Kreuz-groschen. Sie tragen auf der einen Seite ein großes Kreuz mit lilienförmigen Enden innerhalb dergewöhnlichen Einfassung, auf der anderen den Schild mit dem meißnischen Löwen, oben und zubeiden Seiten je ein Kreuz 108 ). Im Rationarius fisci werden sie seit 1412 als grossi novi oderMisnenses novi angeführt.

Kurfürst Friedrich II. der Sanftmüthige (14281464) ließ außerdem seit 1444 grossi bar-bati oder Judaici prägen 109 ). Sie führen auf der einen Seite ein großes Kreuz, dessen Enden inLilien ausgehen und über demselben einen kleinen Schild mit dem thüringischen Löwen. Auf deranderen Seite befindet sich der meißnische Helm mit seinem Kleinode, dem Mannskopfe mit Bart,spitzem Hut und Pfauenwedel. Solche Judengroschen, wie sie nach dem Helmkleinod genannt werden,hat auch Wilhelm III. (14281482) prägen lassen 110 ).

Endlich wurden noch unter Friedrich II. Groschen ausgemünzt, die auf der einen Seite eingroßes Kreuz mit Umschrift und in der Umschrift den landsbergischen Wappenschild, auf der anderenSeite den thüringischen gekrönten Hehn mit seinen Kleinoden, zwei Büffelhörnern mit je acht be-laubten Stäben, aufweisen 111 ), und die Spitzgroschen oder Schneeberger, Neu- oder Silbergroschen,die auf der einen Seite den aufrecht gestellten sächsischen Rautenschild, auf der anderen Seite denlandsbergischen Wappenschild, ebenfalls aufrecht gestellt, in dreigespitzter Umrahmung zeigen undum der zuletzt erwähnten Eigenthümlichkeit willen vorzugsweise Spitzgroschen genannt wurden 112 ).

104 ) Joh. Gottl. Bölime, Sächsisches Groschen-Cabinet (Leipzig und Züllichau 1765) 1. Fach S. 206.

Iu5 ) Das. I, 200.

106 ) Das. I, 229.

107 ) Das. I. 233.

los ) Böhme a. a. 0. I, 260. Später wohl cmciferi genannt.

109 ) Böhme a. a. 0. I, 272. Joh. Friede. Klotzsch, Versuch einer chursächs. Münzgeschichte (Chemnitz1779) I, 63. Im Rationarius fisci des Rectors erscheinen grossi barbati zum ersten Male 1444.

°) Böhme a. a. 0. I, 317.m ) Böhme a. a. 0. I, 291.

1,ä ) Böhme a. a. 0. II, 43. Klotzsch I, 165.