Druckschrift 
1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
Entstehung
Seite
XLVIII
Einzelbild herunterladen
 

XLVIII

EINLEITUNG.

Zahlreich sind die Veränderungen, die gelegentlich späteren Nachschlagens hei Promotionenu. dergl. vorgenommen worden sind. Es stellte sich dahei heraus, daß ein Vorname von dem in-titulirenden Rector unrichtig eingetragen, bei einem Familiennamen ein Versehen geschehen oderein Ortsname vergessen worden war. Da der Promovirende ein Interesse daran hatte, seine Identitätzu erweisen, so nahm mau alsbald eine Correctur vor.

Weiter wurde bei späteren Nachzahlungen zu der ursprünglich entrichteten Innnatrikulations-gebiihr diese entsprechend verändert oder ein Zusatz gemacht, und endlich wurden die auf kürzereZeit Relegirten oder für immer Excludirten bezeichnet, sei es, daß man eine Anmerkung zu ihrenNamen setzte, sei es auch, was bei den Excludirten in der ersten Zeit der Fall war, den Namen ein-fach ausradirte oder durchstrich.

Anderer Art sind die Zusätze, die von den Rectoren über die späteren Lebensschicksale derImmatrikulirten gemacht wurden. Meist handelt es sich dahei um solche Persönlichkeiten, die nach-mals eine hervorragende Stellung eingenommen haben. So finden wir im W. 1409 zu Sax. No. 4 OlavusJacobi de Roskildia bemerkt postea episcopus Arosiensis , das. No. 5 zu Olavus de Upsalia postea archi-dyaconus Upsalimsis , das. No. 6 zu Olavus Laurcncii postea archiepiscopus Upsaliensis , zu W. 1416Bav. No. 10 Rudolfus Schernberg episcopus Herbipolensis adhuc vivus anno etc. U,.9J h zu S. 1429 Bav.No. 2 Fredericus Sesselman episcopus Lubucensis , W. 1471 Sax. No. 6 zu dns. Adolffus princeps inAnhalt postea electus in episcopum ecclesie Merseburgensis , W. 1413 Bav. No. 11 Caspar Slik de Egracancellarius trium regum , zu S. 1515 Misn. No. 6 Georgius Ivommerstadt de Mißna Illustrissimorumducum atque electorum Saxoniae Mauritii et Augusti fratrum germanorum consiliarus primarius, zuW. 1507 Bav. No. 30 Ulricus Huttenus de Buchen poeta et orator eloquentissimus, qui obiit anno etc.xxnn, zu W. 1508 Pol. No. 5 Wulffgangus Stange de Hirßberg condonator egregius factus obiit dieMatthaei apostoli anno 1521 tempore pestis, cuius anima requiescat in pace, zu S. 1511 Pol. No. 7Martinus Loßel de Gawer I. U. D. et facultatis iuridicae senior , zu S. 1511 Misn. No. 17 AndreasFranck Kamitzensis doctor, poeta, orator et theologus non mediocris et postea ex theologo factus est iurisconsultus , zu W. 1513 Bav. No. 24 dns. Eobanus de Franckenberck Eobanus Ilessus poeta, zu S. 1514Misn. No. 13 Val en tinus Fridlandt de Gorlitz Trozendorfius a pago cognominatus, moderator scholaeGolbergensis perquam foelix, zu W. 1481 Bav. No. 20 Jacobus Tanner impressor egregius anno 152 j, 1.

Aber auch bescheidenere Persönlichkeiten wurden mit einer auf ihre spätere Lebensstellungbezüglichen Bemerkung bedacht. Iam famulus universitatis anno 1510 schreibt ein Rector zumNamen des Gangolphus Heyne de Korynne im W. 1508 Misn. No. 48. Im W. 1467 Misn. No. 15 stehtneben Georgius Trengkener de Lipczk, unter Correctur des Eigennamens, Treutle>' sarctor, im S. 1497Misn. No. 13 neben Blasius Meyse de Leipczk pellifex in Lyptzck in regione equitum.

Hier und da nehmen auch spätere Einträge Bezug auf die Thätigkeit, durch die sich einImmatrikulirter nachmals ausgezeichnet hat. So ist zu Wolffgangus Veitwidman de Lyptzk im S. 1498Misn. No. 99 bemerkt worden: acerrimus studiosarum persecutor, zu W. 1482 Misn. No. 8 JohannesTetzil de Liptzk occasionem dedit mutationi religionis diputando de indulgentiis anno 1517. Auchdes verwandtschaftlichen Zusammenhangs zwischen einzelnen Intitulirten wird nicht selten in denZusätzen gedacht. So schrieb z. S. 1457 Pol. No. 19 Valentinus Polen de Gauwer eine spätere Handhunc filium invenies infra fo. 188. Einer besonders liebevollen Aufmerksamkeit haben sich vor allemdie Mitglieder der Familie Wirth von Löwenberg in Schlesien erfreut.

Endlich sei noch bemerkt, daß einzelne Namen durch eine daneben geschriebene Hand, einKreuz, durch Unterstreichen u. dergl. hervorgehoben worden sind, ohne daß wir über die Veranlassungder Auszeichnung unterrichtet werden.

IV. Die Iminatrikulationsgebiilir. 1. Höhe der Gebühr und Münzsorten. Es ist anallen deutschen Universitäten Sitte gewesen, daß der neu aufgenommene Student bei der Eidleistungeine Gebühr entrichtete, und daß diese Gebühr, auch wenn sie im Großen und Ganzen feststand,