DIE BEARBEITUNG DES TEXTES FÜR DIE AUSGABE.
LXIX
Jahren 1526, 1527 und 1535 und der schmalkaldische Krieg schädigend auf seine Frequenz ein undzwingen es vorübergehend die Führung wieder an Leipzig abzugeben, aber es erhebt sich immerwieder zur herrschenden Stellung. Im W. 1554—S. 1555 wurden in die Matrikel von Wittenbergnicht weniger als 808 Namen eingetragen, also mehr als in Erfurt, Leipzig, Rostock, Greifswald,Fra nkf urt, a/O., Marburg und dem soeben gegründeten Königsberg zusammengenommen. NebenWittenberg hält sich zwar Leipzig dauernd in der zweiten Stelle, aber häufig erreichen seine In-scriptionen nicht einmal die Hälfte der Wittenberger. Dann folgen Frankfurt a/O., Rostock und Mar-burg, Königsberg und Greifswald.
IX. Die Bearbeitung des Textes, das Verhältnis der Handschriften zu einander undihre Bedeutung für die Herstellung des Textes der Ausgabe. 1. Die Bearbeitung des Textes.Die Matrikeln dienten zum Nachsclilagen, und ihre Ausgaben werden heutzutage auch nur vonsolchen zumeist eingesehen, die einen einzelnen Namen oder die Angehörigen bestimmter Landes-theile aufsuchen. Wie also in der Handschrift möglichst große Uebersichtlichkeit erstrebt wurde,so muß es auch eine der Hauptaufgaben des Herausgebers sein, die Uebersichtlichkeit in jederWeise zu erleichtern.
Die Theilung des Blattes in zwei Columnen, die mit ganz wenigen Ausnahmen in der Hand-schrift durchgeführt worden ist, konnte auch in der Ausgabe beibehalten werden. Während sich aberin der Handschrift die Semesterüberschriften überwiegend, zumal im 15. Jahrhundert, in derColumne halten, mußten sie, um den Anfang des Semesters besser hervortreten zu lassen, über dieganze Breite der Seite gesetzt werden. Außerdem habe ich über der Ueberschrift in deutscherSprache das Semester und den Namen des Rectors mit fortlaufender Ordnungszahl angegeben unddieselben Angaben an Stelle der in der Matrikel enthaltenen, in der Form vielfach wechselndenColunmentitel über die Seite gesetzt und zwar so, daß die Angabe des Semesters auf der Rückseite,der Name des Rectors auf der Vorderseite des Blattes steht. In der von mir hinzugefügten Ueber-schrift wie in dem Colunmentitel erscheinen die Namen in der deutschen Form, jedoch mit möglichstgroßer Anlehnung an die in der Matrikel gebrauchte lateinische Form.
Für die Orthographie der lateinischen Ueberschriften waren im Großen und Ganzen dieRegeln maßgebend, die Gersdorf im 1. Bande des Codex diplomaticus Saxoniae regiae für diesesWerk aufgestellt hat. Doch bin ich hinsichtlich der Unterscheidung von c und t der Handschriftgefolgt, ebenso im Gebrauch von e für ae und oe. Für e ist e, für ae und oe ist ae und oe gesetzt,geschwänztes i am Schlüsse eines Wortes ist nicht berücksichtigt worden. Endlich habe ich u und vnach der heutigen Schreibweise unterschieden und die Zahlen, die bald in römischen Ziffern gegeben,bald aufgelöst werden, immer ausgeschrieben.
Die äußere Anordnung der Inscriptionen in der Ausgabe entspricht jener in der Matrikel.Nur habe ich die Einträge der Nationen von 5 zu 5 gezählt, was die Handschrift nicht thut, und dieGebühren stets an den rechten Rand der Columne gerückt, eine Regel, die von den Rectorenwiederholt außer Acht gelassen worden ist. Die Eintragungen im Semester sind schon früh gezähltund am Schlüsse verzeichnet worden, aber diese Zählung wurde meist von späteren vorgenonmien.Ich habe am Fuße jedes Semesters die Zahlen jeder Nation und die Gesammtziffer angegeben, dieZahlen der Matrikel aber, die übrigens häufig falsch sind, erst von da an in die Ausgabe aufgenonnnen,wo sie unzweifelhaft von dem inscribirenden Rector herrühren. Von einer Einklammerung derdeutschen Ueberschriften und der Zahlenangaben am Schlüsse des Semesters durch eckige Klammernhabe ich Abstand genommen. Schon ihre Form kennzeichnet sie als Zusätze des Herausgebers.Zarnckes Blattnummern habe ich, da man sich auch ohne sie leicht in der Handschrift zurechtfindet,nicht berücksichtigt.
Bei den Vor-, Geschlechts- und Ortsnamen habe ich ebenfalls u und v, f und s nach demheutigen Brauche unterschieden und für sz ß gesetzt. W ist, wenn es, wie in Wlfgangus, für einenConsonauten und Vocal gesetzt wird, mit Vu aufgelöst worden. Im Uebrigen habe ich für w, wenn