DIE FORM DER EINTRAGUNG.
XL VII
ersten Doctoren der medicinisclien Facultät selbst an 81 ). Anselm von Frankenstein ist wohl eben-falls mit einem niederen Grad nach Leipzig gekommen und hat hier erst den Doctorhut in dermedicinischeu Facultät erworben. Sein Name findet sich indeß in deren Doctorenverzeichnis nicht.Auch bei Lubbertus de Osenbrug ist in dem Titel doctor in medicinis das doctor auf Rasur vonanderer Hand nachgetragen worden. Er muß also als licenciatus oder baccalarius med. nach Leipziggekommen sein. Im S. 1416 war er jedoch schon doctor 82 ) und als solcher findet er sich auch um1430 im Doctorbuche der medicinisclien Facultät 88 ).
Von den Theologen war Henning Boltenhagen im W. 1412 erst sacrae theologiae baccalariusformatus 84 ), Laurentius von Heilsberg im W. 1411 erst baccalarius 86 ), Petrus Storch im W. 1413sacre theologie baccalarius formatus 86 ), Johannes Hoffmann im S. 1413 sacrae theologiae baccalariusformatus, aber im Jahre 1416 sacrae theologiae professor 87 ), Johannes Czach im S. 1415 und 1416noch baccalarius sacrae theologiae 88 ), im S. 1429 dagegen bereits sacrae theologiae professor 89 ).Johannes Wünscheiburg läßt sich im W. 1437 als sacre theologiae professor nachweisen 90 ).
Bei Burchard Tüntzmann von Balingen ist ebenfalls professor für einen älteren getilgtenTitel eingesetzt worden. Im Jahre 1425 ist auch er in Leipzig als professor theologiae nachweis-bar 91 ). Hermann Daum von Altorf ist nach Brieger 92 ) als Professor der Theologie nach Leipzig ge-kommen. Merkwürdig wäre es aber doch, wenn Johannes von Münsterberg ihm den rechtmäßig ihmzukommenden Titel vorenthalten hätte. Im W. 1414 nennt er sich als Rector nur magister artium,was immerhin auffällig erscheint, wenn es auch nicht einen durchschlagenden Beweis dafür erbringt,daß er nicht Professor der Theologie damals gewesen ist. Im Jahre 1425 wird auch er als Professorder Theologie angeführt 93 ).
Alle diese Correcturen sind von ein und derselben Hand bewirkt worden, und zwar vorW. 1440, denn Johannes von Brieg fand sie bereits vor und schrieb sie mit aus A' ab. In jedem Fallekönnen sie erst nach dem Sommer 1416 vorgenommen worden sein, denn im April dieses Jahres warJohannes Czach noch baccalarius, wahrscheinlich aber erst nach dem Jahre 1427, denn in diesem Jahrewurde Johannes Hoffmann, zu dem dieselbe Hand episcopus Misnensis setzt, zu diesem Bisthumerhoben. Vielleicht war es Johannes Czach, der in seinem zweiten Rectorate im S. 1429 die Titelder 1409 inscribirten Lehrer nach dem Stande des Jahres 1429 änderte. Jedenfalls ähneln die neuhiuzugefügten Eintragungen seiner Hand. Er beging dabei eine Fälschung, denn thatsächlich warendie damals in die Matrikel Aufgenommenen mit Ausnahme des Johannes von Münsterberg gar nichtProfessoren der Theologie, das heißt doctores sacrae theologie actu regentes gewesen. Aber er han-delte nicht in betrügerischer Absicht. Wenn Zarncke 94 ) glaubt, daß viele unter jenen Lehrern nieProfessoren der Theologie geworden seien, so beruht dies auf einem Irrtlium. Beinahe für alleCorrecturen läßt sich der urkundliche Beleg der Richtigkeit erbringen.
81 ) Siehe Bd. II, 69.
a2 ) Siehe S. 50. Ycrgl. Zamcke, Statutenbücher 157.83 ) Siehe Bd. II, 69.
8 *) Siehe S. 40.
85 ) Siehe S. 37.
86 ) Siehe S. 43.
8 ’) Siehe S. 42, Stiibel, Urkdb. der Univ. Leipzig 13.
88 ) Siehe S. 47, Stübel, Urkdb. der Univ. Leipzig 13.
89 ) Siehe S. 99.
9 °) Siehe S. 122.
91 ) Zarncke, Statutenbücher 157.
92 ) Die theologischen Promotionen 54.
") Zarncke, Statutenbücher 157.
94 ) Urkundl. Quollen 555 Anm.