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1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
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DIE FORM DER EINTRAGUNG.

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angeführten Professoren erst nach Eröffnung der Universität gekommen seien. Vier von ihnenwurden bereits am 24. Oct. 1409 als Magister hei der philosophischen Facultät eingezeichnet 76 ), alsoehe Johannes von Münsterberg die Matrikel anlegte.

Interessant wäre es, festzustellen, von welchen Universitäten die Graduirten nach Leipzigkamen. Leider aber läßt sich auch diese Frage nicht mit annähernder Sicherheit beantworten, damanche Rectoren keinen Wertli darauf legen, die Universität namhaft zu machen, die dem Intitulirtenden Grad verliehen hatte. Aber eines erkennt man schon bei flüchtigem Durchblättern, daß alleUniversitäten Promovirte an die Leipziger Hochschule abgegeben haben, daß jedoch die französischenund italienischen verhältnismäßig nur sehr vereinzelt genannt werden.

Eine besondere Stellung nahmen in den ersten Jahren der Hochschule die Prager ein. Imersten Semester sind allerdings nur 2 Pragenses als solche eingetragen worden, aber die 45 Bacca-larien, die daneben genannt werden, sind sämmtlich aus der Moldaustadt herbeigezogen. ImS. 1410 werden uns neben 12 Prager Baccalarien 16 Pragenses genannt, im W. 1410 6 PragerBaccalarien und 10 Pragenses. Diese Pragenses sind nichts anderes als ehemalige Prager Studenten,wie denn auch im W. 1410 Nicolaus Scliertelicz (Pol. No. 7) als studens Pragensis eingezeichnetworden ist. Auch hier sind freilich die Angaben ungenau. Viele ehemalige Prager entbehren desZusatzes.

Diesen ehemaligen Prager Studenten ist offenbar bei der Gründung der Universität eine ge-wisse Berücksichtigung zu Theil geworden. Man räumte ihnen, wie wir weiter unten sehen werden,bei der Zahlung der Gebühren Vortheile ein. Die Zahl der Prager ging übrigens seit W. 1412rasch zurück, seit S. 1413 betrug sie immer nur 1 oder 2. Mehrere Male wurde auch keiner in-scribirt. Der letzte Pragensis, den die Matrikel verzeichnet, war Johannes Osterwick im S. 1433Pol. No. 1.

Einen großen Gewinn würde es für uns bedeuten, wenn die Matrikel hei den immatrikulirtenStudenten die Universität verzeiclmete, die von dem Inscribirten vorher besucht worden war. Leiderhaben jedoch nur wenige Rectoren hierüber Aufzeichnungen gemacht. Nicolaus Heyner von Dresden(W. 1493) war es zuerst, der Angaben über die bisher besuchte Universität für nützlich hielt. Erinscribirte je einen studens Rostoccensis, Cracoviensis, Maguntinensis, Heydelbergensis und zweiErfordenses. Die folgenden Rectoren haben sich jedoch mit dem Vorgänge Ileyners nicht befreundenkönnen. Wohl hat noch Matthias Frauendienst im W. 1494 einen studens Basiliensis angeführt, undwird uns im W. 1499 und W. 1501 je ein Iutitulirter als studens Erfordensis genannt, aber dieseAngaben sind lediglich einer zufälligen Laune des Rectors zu verdanken und entbehren durchaus derVollständigkeit. Da die frühere Zugehörigkeit zu einer anderen Universität dem Inscribirten keinenNachlaß der Immatrikulationsgebühr verschaffte, so erschien den Rectoren offenbar jede Bemerkungnach dieser Seite hin überflüssig.

Zusätze, dazu bestimmt, eine Person rühmlich auszuzeichnen, fehlen in der ältesten Zeitvöllig. In späterer Zeit ist dies anders geworden. Die Humanisten hielten darauf, mit dem Prunkerühmender Beiwörter in die Matrikel aufgenommen zu werden und sich durch ihre Titel von der großenMenge abzuheben. Petrus Luder de Kißlow (W. 1461 Bav. No. 36), Samuel Caroch de Lichtenberg(W. 1462 Bav. No. 64), mgr. Jacobus Publicii de Florentia (S. 1467 Bav. No. 83) führten sich nochsehr bescheiden ein, aber im W. 1507 tritt uns schon Johannes Esticampianus als professor rhetoriceartis et poeta laureatus entgegen. Auch Johannes Sturnus de Schmalkaldia (W. 1510) wird mit demTitel eines poeta laureatus eingetragen. Hervorgehoben werden ferner (S. 1515) Mgr. RichardusCrocus Britannus Londoniensis equestris ordinis, qui Grecas professus fuit litteras, Tranquillus Par-thenius Dalmata poeta et orator (S. 1518), Franciscus Faber Silesius, poeta insignis (S. 1520), Jacobus

,0 ) Siehe Gersdorf a. a, 0. 31.