Druckschrift 
1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
Entstehung
Seite
XXIII
Einzelbild herunterladen
 

DIE HANDSCHRIFTEN UND IHRE AUSSTATTUNG.

XXIII

ist (las ursprüngliche von 1537. Es stand anfangs dem ältesten Eide gegenüber. Der zweiteEid vom Jahre 1543 ist auf einer Lage vorgeheftet worden, von der man ein Blatt heraus-geschnitten hat.

Als später auch der zweite Eid verändert worden war, wurde der dritte Eid vom Jahre 1579auf Bl. 3' in derselben Form und in gleicher Ausschmückung wie in B' eingetragen und fand ihmgegenüber auf Bl. 4 das jüngste Schwurbild seinen Platz. Es ist dasselbe wie in B', Christus amKreuze hängend, in sehr zarten Farben ausgeführt, zu Füßen des Kreuzes ein Menschenschädel undein Knochen. Blatt 4' und 5 sind leer geblieben.

Auf Bl. 2 beginnt zweispaltig das Verzeichnis der Rectoren mit Ordnungszahl, der Jahres-angabe und dem Standorte des Rectorats in der Matrikel Wie in B', so war es auch hier ZachariasSchilter, der in seinem dritten Rectorate im W. 1589 in einem Zuge alle seine Vorgänger, sich selbstund sogar seinen eben gewählten Nachfolger Johannes Oettwein eintrug. Es folgen dann die Namenbis zu Georg Weinrich, dem Rector des W. 1600. Sie sind auch hier nur zum Theil Autographa.Eine Anzahl ist, wie in B', so auch in dieser Handschrift erst durch den Nachfolger eingeschriebenworden. Wie in B', so sorgte Zacharias Schilter auch hier für ein alphabetisches Verzeichnis derRectoren, das das Aufsuchen eines Rectorates in der Matrikel erleichtern sollte. Es beginnt aufBl. 291 und stimmt in der Anlage völlig mit dem der anderen Handschrift überein.

Endlich ist auch hier auf die Rückseite des Vorderdeckels das Schema wegen des Wechselsin der Aufeinanderfolge der Nationen geschrieben worden, während Blatt 1 und 1' die genaue Be-stimmung von 1551 wegen Abgrenzung der meißnischen gegen die sächsische Nation enthalten 38 ).

2. Die Ausstattung der Handschriften ist in den Anmerkungen zu jedem einzelnenSemester von mir beschrieben worden. Indem ich auf jene Noten verweise, beschränke ich michhier darauf, die überwiegend gütigen Formen und ihren Wandel hervorzuheben.

Die ursprüngliche Matrikel A' ist zunächst außerordentlich einfach ausgestattet worden,sogar des Rubricirens enthielt man sich. Erst Nicolaus Hüter, der Rector des W. 1415, durchstrichdie großen Anfangsbuchstaben der Eintragungen und unterstrich die Ueberschriften der Nationenmit rotlier Farbe. Seinem Beispiele sind die nächsten Rectoren, wenn auch nicht ohne Ausnahme,gefolgt. Einen weiteren Schritt in der Ausschmückung that Jakob Rodewitz, Rector im W. 1419, in-dem er die Ueberschriften der Nationen ganz in rotlier Farbe schrieb. Vom W. 1420 erscheint auchdie Columnenüberschrift, die für das Nachschlagen der einzelnen Semester eine bequeme Handhabebot, in rotlier Schrift, doch fehlt es auch hier nicht an Ausnahmen. A" kommt zunächst bis zumW. 1455 nicht in Betracht. Es giebt sich zuerst, wie wir sahen, als eine schmucklose Abschrift vonder Hand des Johannes von Brieg bis zum W. 1440 und dann, von der originalen Eintragung desJohannes Salista im S. 1445 abgesehen, bis zum W. 1455 als eine Abschrift von der Hand desPetrus Seehausen. In A' ist man im weiteren Verlaufe zu immer reicherer Verwendung von rotlierFarbe übergegangen und begann man immer mehr Werth auch auf anderen farbigen Schmuck zu legen.Es ist zuerst Petrus Manenschyu im S. 1451 gewesen, der die Ueberschriften der Nationen in ver-schiedenen Farben einzeiclinetc. Er gab den Sachsen blau, den Meißnern grün, den Bayern roth undden Polen gelb und schrieb, da er Sachse war, den Columnentitel in blauer Farbe, der Farbe dersächsischen Nation. Schon damals müssen die Nationen bestimmte Farben gehabt haben, denn dieWahl der Tinte für die Nationsüberschriften ist offenbar gewohnheitsmäßig bestimmt. Nur wird denPolen später überwiegend schwarz oder dunkelbraun und den Meißnern hier und da carmoisin zu-gewicsen. Auch tritt uns von nun an häufig im Anschluß an des Petrus Manenschyu Vorgang der

33 ) Gedruckt S. 13 No. 17. Auch gedruckt bei Zarncke, Acta rectorum 1551. Die Eintragung in B" istübrigens vielfach verwischt und daher undeutlich. Nach der Matrikel selbst ist anstatt des Joannes Kantli Gers-bachius und Ilermannus Stohz de Bleickenroth auf S. 14 dieser Ausgabe zu lesen Ioann. Kautz und Herrn. Stoll.