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1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
Entstehung
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EINLEITUNG.

Jetzt aber befindet sich diesem Schwurbild auf Bl. 5' gegenüber der Eid iu der Fassungvom Jahre 1543, durch den der ältere ersetzt wurde 30 ). Darüber steht in Goldschrift Iuramentum.Der Eid selbst ist in großen schwarzen Frakturbuchstaben geschrieben. Die Buchstaben selbst sindschräg mit Gold durchstrichen.

Auf Bl. 1' lesen wir dann die Ueberschrift Iuramentum novum in rotlier Schrift. Sie leitetden neuen Eid von 1579 an, der mehrere Zusätze zu dem Eid von 1543 macht, und der hierhin ge-stellt worden ist. Ihm gegenüber befindet sich ein neues Schwurbild: Christus am Kreuz, darüberauf einem an das Kreuz befestigten Brett die Buchstaben J X R I. Das Bild ist fein und in zartenFarben ausgeführt, die Figur selbst etwas verzeichnet und die Muskulatur fehlerhaft wiedergegeben.Am Fuße des Kreuzes ein Menschenschädel und ein Knochen. Bl. 2' und 3, 3' und 4, 5 und 6' sindunbeschrieben.

Zur Nachachtung für die Rectoren ist auf die Innenseite des vorderen Deckels das Schemafür die Aufeinanderfolge der Nationen geschrieben worden. Vor die Pergamentblätter hat man nochein Papierblatt geheftet. Auf dieses und Pergamentblatt 1 schrieb Zacharias Schilter in seinemdritten Rectorate im W. 1589 zweispaltig die Namen aller Rectoren von Christian Pistorius an biszu seinem dritten Rectorate einschließlich. Alsdann folgen die Namen bis zum 383. Rector GeorgWeinrich von Hirschberg, der im W. 1600 die höchste Würde der Hochschule bekleidete. Wie in A'und A" sind diese Namen zumeist Autographa, doch hat sich auch hier mancher Rector einzutragenvergessen und ist sein Name von einem gewissenhaften Nachfolger nachgeholt worden. Neben demNamen steht die Ordnungszahl des Rectorats, die Angabe des Jahres und die Blattnummer der Ma-trikel, so daß das Nachschlagen gegenüber A' und A" in B' sehr erleichtert wird.

Von Bl. 282 an findet sich noch ein alphabetisches Register der Rectoren, nach den Vor-namen geordnet, mit Angabe der Recto ratszahl, des Jahres und der Blattnummer der Matrikel.Zacharias Schilter legte es ini W. 1589 an. Seine Nachfolger haben es ergänzt, doch ist es nichtganz vollständig.

Wir wenden uns zu der gleichzeitig angelegten und mit B' völlig gleich behandelte^ Hand-schrift B". Sie enthält 293 nummerirte, 33 cm hohe und 24 cm breite Pergamentblätter. AufBl. 7' befindet sich ein die ganze Seite einnehmendes sorgfältig ausgeführtes Bild. Es stellt die be-flügelte Fortuna dar auf einer Kugel mit flatterndem Gewände, einen goldenen Kelch iu der Rechten,Zügel und Gebiß in der Linken, darunter eine Stadt an einem von Flößen und Schiffen belebtenFlusse, im Hintergründe ein Gebirge. Das Bild, das nach einem Originale von Dürer gemalt wordenist 31 ), hat wahrscheinlich zum Urheber den Christophorus Romanus, der sich als Maler des Portraitsdes Christian Pistorius zum S. 1539 in B" nennt 32 ). Auf Bl. 8 beginnt Pistorius mit den Iutitu-lationen, die wie in B' mit dem 383. Rectorate, mit Georg Weinrich von Hirschberg imW. 1600 schließen.

Wie in B', so haben die den Inscriptionen vorausgehendeu Blätter manche Aenderungenerfahren. Der älteste Eid aus A' befindet sich auf Bl. 5'. Mit ihm begann offenbar ursprünglich dieHandschrift. Bl. 6 ist leer gebliehen. Auf der Rückseite (6') hat dann der zweite Eid vom Jahre 1543seinen Platz gefunden, und ihm gegenüber steht das uns aus B' bekannte Schwurbild, die KreuzigungChristi mit Maria und Johannes in einer portalförmigen Umrahmung. Beide Schwurbilder sind imWesentlichen gleich, nur ist das in B" weniger sorgfältig ausgeführt. Unter dem Bilde hat die unsbekannte Verwarnung an den Rector wegen der Inscription ihren Platz gefunden. Dieses Schwurbild

30 ) Abgedruckt zusammen mit dem Schwurbild aus A" im zweiten Bande dieser Ausgabe mit einer im Stileder Zeit ergänzten Initiale. Gedruckt auch bei Zarncke, Statutenbücher S. 81.

31 ) Bartsch, Le peintre-graveur No. 77, Oeuvres de Albert Durer rep. et publ. par Amand-Durand No. 73:La grande fortune.

32 1 Zarncke. Urkundl. Quellen 571.