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1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
Entstehung
Seite
XXI
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DIE HANDSCHRIFTEN UND IHRE AUSSTATTUNG.

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zweiten Blattes, jetzt 6', setzt alsdann des Johannes von Krieg Abschrift der Immatrikulationenaus A' ein.

Ebensowenig wie in A' sind in A" die Blätter ursprünglich nummerirt gewesen. Auch hierhat Zarncke am unteren Bande rechts die Ziffern mit Bleistift nachgetragen. Ich habe sie nichtberücksichtigt. Dagegen sind hier schon frühe die Semester gezählt worden. Anfangs stimmen dieSemesterzahlen annähernd mit den Blattzahlen, später gehen sie mehr auseinander.

Christoph Montag, der Rector des W. 1536, war der letzte, der in A' und A" die Namender neu immatrikulirten Studenten eintrug. Mit seinen Inscriptionen gingen beide Handschriftenzu Ende, und sein Nachfolger Christian Pistorius mußte neue Matrikeln anlegen. Es sind dies B'und B", die die Inscriptionen bis W. 1600 enthalten.

Die beiden neuen Handschriften sind sofort in annähernd gleichem Umfange und in dem-selben Format angelegt und mit dem gleichen Einbände versehen worden.

B', die anfangs reicher ausgestattete Handschrift, trägt einen festen Einhand aus starken,mit gepreßtem Schweinsleder überzogenen Holzdeckeln. Die Ecken sind mit Metall beschlagen.Jeder Deckel enthielt fünf Metallbuckel, die seit nicht zu langer Zeit, wie die helle Färbung des Per-gaments an den Bcfestigungsstellen ergiebt, fehlen. Die beiden Metallschließer sind erhalten.

Die vordere Schweinslederdecke zeigt eine äußere Umrahmung, Renaissancemuster, unter-brochen von Medaillons. Es folgt dann eine zweite Umrahmung, ein Streifen, der abwechselnd dieKreuzigung Christi, die Jungfrau Maria mit dem Kinde, Johannes den Täufer mit Fahne und den ApostelPetrus mit Schwert aufweist. Eine dritte engere Umrahmung entspricht im Muster und in den Me-daillons der ersten. Der in der Mitte des Deckels frei bleibende Raum ist in vier Felder getheilt.Links oben sieht man einen Kurfürsten, auf dem Haupte den Kurhut, in der Linken das Schwert, dieRechte auf ein Wappenschild gestützt, das links oben die Balken mit der darüber gelegten Raute, imHerzschild die Kurschwerter zeigt. In dem Felde rechts von dem Kurfürsten befindet sich einHerzog oder Markgraf. In der rechten Hand hält er eine Rolle, die linke stützt er auf ein Wappen-schild, indem man links oben einen Adler, rechts einen Löwen erkennen kann. Der Herzschildläßt die Balken mit der Raute sehen. In den beiden unteren Feldern finden wir dieselben Bilderwieder, jedoch in anderer Ordnung. Beide Gestalten, der Herzog und der Kurfürst, stehen unterRundbogen. Ueber dem Kurfürsten liest man die Buchstaben II. H. Der hintere Deckel zeigt die-selben Verzierungen und Bilder, doch sind sie durch Abnutzung undeutlich geworden.

Fast genau denselben Einband trägt B". Nur sind hier von den fünf Buckeln des vorderenDeckels drei erhalten und ist der untere Schließer abgerissen. Auch entspricht die Pressung desSchweinsleders der von B'. Da aber der Buchbinder eine Rosetten zeigende Umrahmung mehr an-wandte, so fehlte es in der Mitte des Deckels an Platz für die Bilder. Er wußte sich damit zuhelfen, daß er von den beiden Gestalten der unteren Reihe den unteren Theil abschnitt. Die Rück-seite von B" stimmt dagegen mit der Pressung von B' völlig überein.

B' enthält 284, von Bl. 6 an durchgeliends nummerirte 33 cm hohe und 24 cm breitePergamentblätter. Auf Bl. 7 hat Christian Pistorius mit den Einzeichnungen begonnen. Sie endenauf Bl. 279' unter Angabe der Gesammtzifter aller seit Gründung der Universität bis zum W. 1600bewirkten Immatrikulationen in der Höhe von 63 811.

In der den Inscriptionen vorausgehenden Lage von Blättern ist offenbar eine Umheftimg vor-genommen worden. Zu den ältesten Bestandtheilen gehört sicherlich auf 4' der alte uns bekannte Eid,der bei der Anlage der Matrikel im Jahre 1537 noch galt. Ihm gegenüber mag ursprünglich dasälteste Schwurbild dieser Matrikel gestanden haben, jetzt Bl. 6. Es zeigt in feiner Ausführung undzarten Farben Christus am Kreuz mit Maria und Johannes in portalförmiger Einrahmung. Darunterfinden sich jene Worte in rother Tinte, die Langer schon in A' und A" einschrieb, die Warnungan den Rector, Niemand zu inscribireu, der nicht unter der Aufsicht eines Doctors oder Ma-gisters steht.