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1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
Entstehung
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EINLEITUNG.

Auf der Rückseite des Vorderdeckels haben dieselben Worte wie in A' wegen des Wechselsin der Reihenfolge der Nationen Platz gefunden.

Vorgeheftet wurden dem Verzeichnis der Inscriptionen zwei Lagen zu je 2 Blättern.Zwischen beide wurde dann noch eine Lage von 2 Blättern eingeschoben, aber von dieser und dernun dritten Lage wurde je das zweite Blatt herausgeschnitten, so daß thatsächlich nur vier Blätterder eigentlichen Matrikel vorangehen.

Bl. 3 enthält das Schwurbild: Christus am Kreuze hängend, links von ihm steht Maria,rechts Johannes. Am Fuße des Kreuzes, auf grünem Rasen liegen, mit einem der Pflöcke, dieneben dem Kreuz zu dessen Befestigung in den Erdboden eingeschlagen worden sind, durch rotheSchnuren verbunden, die Wappenschilde von Kursachsen und Bayern 24 ). Unter dem Schwurbilde,an dessen unterem Ende die Finger der Schwörenden starke Spuren zurückgelassen haben, liest manwie in A' die Eingangsworte zum Evangelium Johannis. Wann dieses Schwurbild gemalt worden ist,läßt sich nicht mit Sicherheit angeben. Wahrscheinlich aber ist es später als des Johannes von BriegAbschrift entstanden. Es fragt sich überhaupt, ob anfangs die Matrikel A" bei Vereidigungen ge-braucht wurde, denn sie war ja nur Kopie. Anders gestaltete sich ihre Bedeutung, als sie dennvon des Johannes Salista, des Rectors vom S. 1445, Einzeichnung können wir absehen mitJohannes Swertmann (S. 1456) ebenfalls Original und im weiteren Verlauf sogar häufig vor A' be-vorzugt wurde. Vielleicht entstand jetzt erst der Gedanke, A' und A" völlig gleichzustellen, wurdeA" nun auch zur Eidesleistung benutzt und deshalb mit dem Eidesformular und dem Schwurbildversehen. Damit würde sich auch das bayrische Wappen auf dem Bilde erklären: war doch Jo-hannes Swertmann, weil in Frankfurt a/M. geboren, Mitglied der bayrischen Nation.

Auf dem oberen Rande des ersten Blattes findet sich die Bemerkung in schwarzer Schrift:Sub rectoratu magnifici ac egregii viri Mathei Hennigk Haynensis, sacrarum litterarum professoris,tum religatus est liber, tum conscripta sunt rectorum nomina. Es folgen darauf in drei Spalten, aufBl. 1' in zwei und auf Bl. 2 in einer Spalte, mit Ordnungszahlen versehen, die Namen der Rectoren,anfangs in einem Zuge von Matthäus Hennigk bis auf seinen eigenen Namen geschrieben. Daranschließen sich meist Autographa, doch nicht immer. Wie in A' sahen sich sorgfältige Rectoren ge-zwungen, die Namen nachlässiger Vorgänger nachzuholen, so trug Caspar Börner die Namen vonHenning Pyrgallus zweitem bis auf sein eigenes drittes Rectorat im W. 1543 nach. Mit dem 275. RectorConstantin Pflüger schloß Bl. 2. Caspar Börner schrieb neben den Namen dieses Rectors Verte duofolia et sequentur alii. Die übrigen Namen folgen auf der Rückseite des Schwurbildes 3' in zwei undauf Bl. 4 in einer Spalte. Der letztgenannte, der 358. Rector, ist Johannes Albinus von Coburg vomS. 1588. Das Verzeichnis geht also noch weiter als in A' und reicht damit erheblich über den In-halt der Matrikel hinaus.

Auf Bl. 5' folgen daun die uns aus A' bekannten und aus dieser Matrikel abgeschriebenenUrkunden, die von den Markgrafen Friedrich und Wilhelm erlassene Stiftungsurkunde vom 2. Dez.1409 25 ), die Bestimmung über die Abgrenzung der meißnischen Nation 26 ), ferner die Articuli se>'-vandi circa usum conservatorii 27 ) mit geringen Abweichungen von A' 28 ) und endlich das Signetumstandi extra bursas 29 ), das in A' nach dem Calendarium eingetragen worden war. Auf der Rückseite des

24 ) Aus äußeren Gründen wird die Nachbildung des Schwurblattes (Tafel II) erst dem zweiten Bande derMatrikel beigegeben.

2B ) Sttibel, Urkdb. der Un. Leipzig 3.

c ) Stübel, Urkdb. der Un. Leipzig 7.

27 ) S. 10 dieser Ausgabe No. 13. Gedruckt auch bei Zarncke, Statutenbücher 151.

2a ) Bei Zarncke, Statutenbücker 152 Anm. verzeichnet.

29 ) S. 12 dieser Ausgabe No. 15. Gedruckt bei Zarncke, Statutenbücker 154 und Urkdb. der Un. Leip-zig 9 No. 30.