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1 (1895) Die Immatrikulationen von 1409 - 1559
Entstehung
Seite
XVII
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DIE HANDSCHRIFTEN UND IHRE AUSSTATTUNG.

XVII

Das Blatt mit dem Eide und mit dem Bilde des jüngsten Gerichtes wurde nun dem Con-volut, das die Matrikel bildete, vorangestellt.

Endlich sei noch darauf hingewiesen, daß auf der letzten frcigebliebenen Seite des letztenHeftes, das das Calendarium enthält, ein Formular für ein Zeugnis über die an der Universität er-langten Grade 18 ) und ein anderes zu einem Briefe, in dem der Kector Universitätsangehörigengestattet, außerhalb der gemeinschaftlichen Bursen der Magister zu wohnen 19 ), niedergeschriebenworden sind.

Die ursprüngliche Matrikel schloß mit den Eintragungen des Rectors Johannes von Weidaab. Sein Nachfolger im S. 1444 Heinrich Steinbach von Nürnberg sah sich daher veranlaßt, eineLage von 8 Blättern anzuheften, deren erstes jetzt die No. 86 trägt. Nach der Gewohnheit seinerVorgänger begann er nicht auf der Vorder-, sondern auf der Rückseite des Blattes. Es bot dies denVortlieil, die Inscriptionen, die meist nur zwei Seiten füllten, mit einem Blicke übersehen zu können.Eine planmäßige Vergrößerung der Matrikel scheint dabei von Heinrich Steinbach nicht ins Auge ge-faßt worden zu sein. Der Umstand, daß der von ihm nachgehefteten Lage eine zu 4, dann drei zu 6,eine zu 12, dann wieder eine Lage zu 10 Blättern, von denen eins durch Ausschneiden entferntwurde, folgten, macht es wahrscheinlich, daß die Rectoren nur je nach dem Bedürfnis fortan fürdie Erweiterung der Matrikel Sorge trugen.

Die Matrikel A' wurde überhaupt jetzt zu Gunsten der später entstandenen A", zu der wiruns in der Folge zu wenden haben, vernachlässigt.

Von Johannes Taymuth im W. 1457 an begannen nehmlich die Rectoren wiederholt dieEintragungen in A" sorgfältiger als die in A' zu behandeln; so im W. 1457, im S. 1458, im W. 1465.Johannes Ilerolt zeichnete alsdann im S. 1466 die neueintretenden Mitglieder der Universität nur indie Matrikel A" ein, aus der sie erst später eine andere Hand in A' nachtrug. Die nächsten Rectoren,Thomas Hertel im W. 1466 und Thomas Lamm im S. 1467, verzichteten ebenfalls auf die Inscriptionin A', die hier gänzlich fehlen. In der Folge wurden zwar wieder beide Matrikeln benutzt, aber A"nahm, wie die Ausschmückung und die zahlreichen Nachträge beweisen, eine bevorzugte Stellung ein.Dies führte dann weiter dazu, daß Johannes Fabri von Krossen im W. 1470, Christian von Diet-marschen im S. 1471, Nicolaus Ghyr im W. 1471, Johannes Fabri von Forchheim im S. 1472, Hein-rich Thyme im \V. 1472, Andreas Dhene im S. 1473 die Eintragung in A' gänzlich unterließen. Nurdie Immatrikulationen des erstgenannten Semesters sind später nachgeholt worden. Noch einmalhat im W. 1473 Leonhard Meseberg seine Einzeichnungen gemacht. Dann aber vom S. 1474 biszum W. 1475 einschließlich ist die Matrikel A' nicht mehr im Gebrauch gewesen. Erst später, ver-muthlich unter Lampert von dem Hoeff, hat man diese Semester aus A" nachgetragen.

Lampert von dem Hoeff war es nun auch, der sich der lange vernachlässigten älteren Ma-trikel wieder annahm. Wie er wahrscheinlich die Inscriptionen der letzten Semester nachholen ließ,so sorgte er auch für eine Erweiterung der Handschrift. Acht Lagen zu je 10 Blättern, von denenin der fünften und in der letzten je ein Blatt später herausgeschnitten worden ist, ließ er anheften,und damit wurde weiterer Raum geschaffen, der bis zum Jahre 1505 ausgereicht hat.

Auch jetzt ist freilich noch der Fall vorgekommen, daß die Eintragung in A' vergessenwurde, so von Georg Voigt im W. 1476, ferner von Nicolaus Kleinschmidt im S. 1492, wo man sieaber später nachholte, endlich von Bernhardin Thumirnicht im W. 1495 und Jodocus Bretzner im1496, deren Inscriptionen ebenfalls später in flüchtiger Weise aus A" abgeschrieben wordensind. Auch Johannes Peylick im W. 1497, Magnus Hundt im S. 1499, Sebastian Zimmermann imS. 1501 und Brandan von Schöneich im W. 1501 haben die Eintragung in A' verabsäumt und anderenüberlassen.

ls ) No. 14. Auch gedruckt bei Zarnckc, Statutenbücher 153.19 ) No. 15. Audi gedruckt bei Zarncke, Statutenbücher 152.

COD. DIPL. SAX. II. IG.

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