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Dentschlcmd. LO7
Hat sie die eine Seite erhellt.
Und bringt sie mit strahlender EileDer andern ihr Licht, so verdunkelt schonSich jene mittlerweile.
Der Stein entrollt dem Sisyphus,
Der Danaiden TonneWird nie gefüllt, nnd den ErdenballBeleuchtet vergeblich die Sonne! — —
Und als der Morgcnnebel zerrann,
Da sah ich am Wege ragenI m Fr ührotschcin das Bild des Manns,
Der an das Kreuz geschlagen.
Mit Wehmut erfüllt mich jedesmalDein Anblick, mein armer Vetter,
Der du die Welt erlösen gewollt,
Du Narr, du MenschheitSrctter!
Sie haben dir übel mitgespielt,
Die Herren vom hohen Rate.
Wer hieß dich auch reden so riicksichtlvsVon der Kirche und vom Staate!
Zu deinem Malheur war die BuchdruckereiNoch nicht in jenen TagenErfunden; du hattest geschrieben ein BuchUber die Himmelsfragen.
Der Ccnsor hätte gestrichen darin,
WaS etwa anzüglich auf Erden,
Und liebend bewahrte dich die CensurVvr dem Gekrcnzigtwcrden.
Ach! hättest du nur einen andern TextZu deiner Bergpredigt genommen,
Besaßest ja Geist und Talent genug,
Und konntest schonen die Frommen!
Geldwechsler, Bankiers hast du sogarMit der Peitsche gejagt aus dem Tempel —Unglücklicher Schwärmer, jetzt hängst du am KreuzAls warnendes Exempel!
Kapitel XIV.
Ein feuchter Wind, ein kahles Land,Die Chaise wackelt im Schlamme;
Doch singt es nnd klingt es in meinem Gemüt:„Sonne, du klagende Flamme!"