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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
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204
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Deutschland.

In unserem Vaterland herrschten jetztNur römische Sprache und Sitten,

Vcstalcn gab' es in München sogar,Die Schwaben hießen Quinten!

Der Hengstenberg war' ein HarnspexUnd grübelte in den GedärmenVon Ochsen. Neander war' ein Augur,Und schaute nach Vögelschwärmen.

Birch-Pfeiffer söffe Terpentin,

Wie einst die römischen Damen, —

(Man sagt, daß sie dadurch den UrinBesonders wohlriechend bekamen).

Der Raumer wäre kein deutscher Lump,Er wäre ein röm'schcr Lumpacius.Der Freiligrath dichtete ohne Reim,

Wie weiland Flaccus Horatius.

Der grobe Bettler, Vater Jahn,

Der hieße jetzt Grvbianus.

Ns bsrouls! Maßmann spräche Latein,Der Marcus Tullius Maßmanus!

Die Wahrheitsfreunde würden jetztMit Löwen, Hyänen, SchakalenSich raufen in der Arena, anstattMit Hunden in kleinen Journalen.

Wir hätten einen Nero jetzt,

Statt Landesväter drei Dutzend.

Wir schnitten uns die Adern auf,

Den Schergen der Knechtschaft trutzcnd.

Der Schelling wär' ganz ein Seneca,Und käme in solchem Konflikt um.

Zu unsrem Cornelius sagten wir:

„Laeaimin non sst xieimm." — —

Gottlob! Der Hermann gewann die Schlacht,Die Römer wurden vertrieben,

Varns mit seinen Legionen erlag,

Und wir sind Deutsche geblieben!

Wir blieben deutsch, wir sprechen deutsch,Wie wir es gesprochen haben;

Der Esel heißt Esel, nicht asinns,

Die Schwaben blieben Schwaben.