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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
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203
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Deutschland.

Der lieben Westfalen, womit ich so oftIn Göttingen getrunken,

Bis wir gerührt einander ans HerzUnd unter die Tische gesunken!

Ich habe sie immer so lieb gehabt,Die lieben, guten Westfalen,

Ein Volk, so fest, so sicher, so treu,

Ganz ohne Gleißen und Prahlen.

Wie standen sie prächtig ans der MensurMit ihren Lvwenherzcn!

Es fielen so grade, so ehrlich gemeint,Die Quarten und die Terzen.

Sie fechten gnt, sie trinken gut,

Und wenn sie die Hand dir reichenZum Freundschaftsbündnis, dann weinen sie;Sind sentimentale Eichen.

Der Himmel erhalte dich, wackreS Volk,Er segne deine Saaten,

Bewahre dich vor Krieg und Ruhin,Vor Helden und Heldcnthatcn.

Er schenke deinen Söhnen stetsEin sehr gelindes Examen,

Und deine Töchter bringe er hübschUnter die Haube — Amen!

Knstitcl xi.

Das ist der Teutoburger Wald,Den Tacitns beschrieben,

Das ist der klassische Morast,

Wo Varus stecken geblieben.

Hier schlug ihn der Chernskerfürst,Der Hermann, der edle Recke;

Die deutsche Nationalität,

Sic siegte in diesem Drecke.

Wenn Hermann nicht die Schlacht gewannMit seinen blonden Horden,

So gäb' es deutsche Freiheit nicht mehr,Wir wären römisch geworden!