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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
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191
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Deutschland.

Die steinernen Häuser schauten mich an,MS wollten sie mir berichtenLegenden ans altverschollcner Zeit,

Der hcil'gcn Stadt Köllen Geschichtcm

Ja, hier hat einst die KleriseiIhr frommes Wesen getrieben,

Hier haben die Dunkelmänner geherrscht,Die Ulrich von Hutten beschriebein

Der Cancan des Mittelalters ward hierGetanzt von Nonnen und Mönchen;

Hier schrieb Hvchstraaten, der Menzel von Köln,Die gift'gen Dcnunziattönchein

Die Flamme des Scheiterhaufens hat hierBücher und Menschen verschlungen;

Die Glocken wurden geläutet dabeiUnd Kyrie Eleison gcsungem

Dummheit und Bosheit buhlten hierGleich Hunden ans freier Gasse;

Die Enkclbrnt erkennt man noch heutAn ihrem Glanbenshasse.

Doch siehe! dort im MondcnscheinDen kolossalen Gesellen!

Er ragt so verteufelt schwarz empor,

Das ist der Dom von Köllen.

Er sollte de? Geistes Bastille sein,

Und die listigen Römlingc dachten:

In diesem Ricsenkcrkcr wirdDie deutsche Vernunft verschmachten!"

Da kam der Luther, und er hatSein großesHalt!" gesprochen

Seit jenem Tage blieb der BauDes Domes unterbrochen.

Er ward nicht vollendet und das ist gut.Denn eben die NichtvvllendungMacht ihn zum Denkmal von Deutschlands KraftUnd protestantischer Sendung.

Ihr armen Schelme vom Domverein,

Ihr wollt mit schwachen HändenFortsetzen daS unterbrochene Werk,

Und die alte Zwingburg vollenden!