Druckschrift 
3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

Atta Troll.

Nur der eignen Lust gehorchend,Galoppierend oder fliegend,

Tummelt sich im FabelreicheMein geliebter PegasuS.

Ist kein nützlich tugendhafterKarrengaul des Bürgertums,

Noch ein Schlachtpferd der Parteiwut,Das pathetisch stampft und wiehert!

Goldbeschlagen sind die HufenMeines weißen Flügelrößleius,Perlenschnüre sind die Zügel,

Und ich laß sie lustig schießen.

Trage mich, wohin du willst!

Über lustig steilen Bergpfad,Wo Kaskaden angstvoll kreischendVor des Unsinns Abgrund warnen!

Trage mich durch stille Thälcr,Wo die Eichen ernsthaft ragen,lind den Wurzelknorrn entrieseltUralt süßer Sagenquell!

Laß mich trinken dort und nässenMeine Augen ach, ich lechzeNach dem lichten Wnnderwasser,Welches sehend macht und wissend.

Jede Blindheit weicht! Mein BlickDringt bis in die tiefste Steinklust,In die Höhle Atta TrollsIch verstehe seine Reden!

Sonderbar! wie wohlbekanntDünkt mir diese Bärcnsprache!Hab' ich nicht in teurer HeimatFrüh vernommen diese Laute?

Kapitel IV.

Ronceval, du edles Thal!Wenn ich deinen Namen höre,Bebt und duftet mir im HerzenDie verschollne blaue Blume!