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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
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120
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120 Atta Troll.

lich der Mohrenfnrst so belustigend auf mich wirkte. Diese Produktionwird übrigens als die gelungenste gerühmt. Für Leser, welche dieseProduktion gar nicht kennen und eS mag deren wohl in Chinaund Japan geben, sogar am Niger und am Senegal für diesebemerke ich, daß der Mohrcnkönig, der zu Anfang des Gedichtes ansseinem weißen Zelte, wie eine Mondfinsternis, hervortritt, auch eineschwarze Geliebte besitzt, über deren dunkles Antlitz die weißen Stranß-sedern nicken. Aber kriegsmutig verläßt er sie, er zieht in die Neger-schlacht, wo da rasselt die Trommel, mit Schädeln behängen ach,er findet dort sein schwarzes Waterloo und wird von den Siegernan die Weißen verkauft. Diese schleppen den edlen Afrikaner nachEuropa, und hier finden wir ihn wieder im Dienste einer herum-ziehenden Neitergcsellschaft, die ihm bei ihren Kunstvvrstellnngen dietürkische Trommel anvertraut hat. Da steht er nun, finster undernsthaft, am Eingange der Reitbahn und trommelt, doch währenddes Trvmmclns denkt er an seine ehemalige Große, er denkt daran,daß er einst ein absoluter Monarch war am fernen, fernen Niger,und daß er gejagt den Löwen, den Tiger.

Sein Auge ward naß; mit dumpfem KlangSchlug er das Fell, daß es rasselnd zersprang."

Geschrieben zu Paris, im Dezember 1S46.

Heinrich Heine.