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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
79
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Nene Gedichte,

Frau Mctte erwacht aus ihrem Schlaf:Wer siugt vor meiner Kammer?""

Sie achsclt ihr Kleid, sie schreitet hinaus;Das ward zu großem Jammer,

Wohl durch den Wald, wohl durch den FlußSie schreitet unaufhaltsam;

Herr Peter zog sie nach seinem HofMit seinem Liede gewaltsam.

Und als sie morgens nach Hause kam,Bor der Thüre stand Herr Bender:

Frau Mctte, wo bist du gewesen zur Nacht?Es triefen deine Gewänder."

Ich war heut nacht am Nixenftuß,

Dort hört' ich prophezeien,

Es plätscherten und bespritzten michDie neckenden Wasscrfeien,""

Am Nixenftuß ist feiner Sand,

Dort bist du nicht gegangen,

Zerrissen und blutig sind deine Füß',

Auch bluten deine Wangen."

Ich war heut nacht im Elfenwald,Zu schann den Elfenreigen,

Ich Hab' mir verwundet Fuß und GesichtAn Dornen und Tannenzweigen,""

Die Elfen tanzen im Monat MaiAuf weichen Blumenfeldcrn,

Jetzt aber herrscht der kalte HerbstUnd heult der Wind in den Wäldern."

Bei Peter Nielsen war ich heut nacht,Er sang, und zanbergewnltsam,

Wohl durch den Wald, wohl durch den Fluß,Es zog mich unaufhaltsam,

Sein Lied ist stark als wie der Tod,Es lockt in Nacht und Verderbe»,

Noch brennt mir im Herzen die tönende Glut;Ich weiß, jetzt muß ich sterben.""

Die Kirchenthnr ist schwarz behängt,Die Tranerglockc» läuten;

Das soll den jämmerlichen TodDer armen Frau Mctte bedeuten.