Nene Gedichte.
Wer die beiden tanzen sieht,
Dein erbebt das Gemüt —
Der Henker steht vor der Thiire.
lind wie sie tanzen im dröhnenden Saal,Herr Olaf flüstert zu seinem Gemahl:„Du weißt nicht, wie lieb ich dich Hab' —So kalt ist das Grab" —
Der Henker steht vor der Thürs.
III.
Herr Olaf, es ist Mitternacht,
Dein Leben ist verflossen!
Du hattest eines FürstcnkindsIn freier Lnst genossen.
Die Mönche murmeln das Tvtcngcbet,Der Mann im roten Nocke,
Er steht mit seinem blanken BeilSchon vor dem schwarzen Blocke.
Herr Olaf steigt in den Hof hinab,Da blinken viel' Schwerter und Lichter.Es lächelt des Ritters roter Mund,Mit lächelndem Munde spricht er:
»Ich segne die Sonne, ich segne den Mond,Und die Stern', die am Himmel schweifen;Ich segne anch die Vögelein,
Die in den Lüften pfeifen.
»Ich segne das Meer, ich segne das Land,Und die Blumen auf der Aue;
Ich segne die Veilchen, sie sind so sanftWie die Augen meiner Fraue.
„Ihr Veilchenaugen meiner Frau,
Durch euch verlier' ich mein Leben!
Ich segne anch den Holnnderbaum,
Wo du dich mir ergeben."
11.
Die Nixcn.
Am einsamen Strande plätschert die Flut,Der Mond ist aufgegangen;
Auf weißer Düne der Ritter ruht,Von bunten Träumen befangen.