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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
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Neue Gedichte.

Tragödie.

1.

Entflieh mit mir und sei mein WeibUnd ruh an meinem Herzen aus;

Fern in der Fremde sei mein HerzDein Vaterland und Vaterhaus.

Gehst du nicht mit, so sterb' ich hier,Und du bist einsam und allein;Und bleibst du auch im Vaterhaus,Wirst doch wie in der Fremde sein.

2.

(DicscS ist ein wirkliches Volkslied, welches ich am Rhein gehört.)

ES fiel ein Reif in der Frühlingsnacht,

Er fiel auf die zarten Blaublümelein,

Sie sind verwelket, verdorret.

Ein Jüngling hatte ein Madchen lieb,Sie flohen heimlich vom Hause fort,

Es wüßt' weder Vvter noch Mutter.

Sie sind gewandert hin und her,

Sie haben gehabt weder Glück noch Stern,Sie sind verdorben, gestorben.

3.

Auf ihrem Grab da steht eine Linde,

Drin pfeifen die Vögel und Abcndwinde,Und drunter sitzt auf dem grünen PlatzDer Müllersknecht mit seinem Schatz.

Die Winde die wehen so lind und so schaurig,Die Vögel die singen so süß und so traurig,Die schwatzenden Buhlen die werden stumm,Sie weinen und wissen selbst nicht, warum.