Nenc Gedichte.
Es perlet still von deinen Wangen,Und deine Seufzer werden laut.
Denkst du der Heimat, die so ferne,So nebelferne dir verschwand?
Gestehe mir'S, du wärest gerneManchmal im teuren Vaterland.
Denkst du der Dame, die so niedlichMit kleinem Zürnen dich ergötzt?Oft zürntest du, dann ward sie friedlich,Und immer lachtet ihr zuletzt.
Denkst du der Freunde, die da sankenAn deine Brust in großer Stund'?Im Herzen stürmten die Gedanken,
Jedoch, verschwiegen blieb der Mund.
Denkst du der Mutter und der Schwester?Mit beiden standest du ja gut.
Ich glaube gar, es schmilzt, mein Bester,In deiner Brust der wilde Mut!
Denkst du der Vogel und der BaumeDes schönen Gartens, wo du oftGeträumt der Liebe junge Träume,
Wo du gezagt, wo du gehofft?
Es ist schon spät. Die Nacht ist helle,Trübhell gefärbt vom feuchten Schnee.Ankleiden muß ich mich nun schnelleUnd in Gesellschaft gehn. O weh!
6.
Ich hatte einst ein schönes Vaterland.Der Eichenbaum
Wuchs dort so hoch, die Veilchen nickten sanft.Es war ein Traum.
Das küßte mich auf deutsch und sprach auf deutsch(Man glaubt es kaum,
Wie gut es klang) daS Wort: „Ich liebe dich!"Es war ein Traum.