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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
60
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Neue Gedichts.

12.

Jüngstens träumte mir: spazierenIn dem Himmelreiche ging ich,Ich mit dir denn ohne dichWar' der Himmel eine Hölle.

Dort sah ich die Auserwählten,Die Gerechten und die Frommen,Die auf Erden ihren LeibFür der Seele Heil gepeinigt!

Kirchenvater und Apostel,Eremiten, Kapuziner,

Alte Käuze, ein'ge junge

Letztre sahn noch schlechter ans!

Lange, heilige Gesichter,

Breite Glatzen, graue Bärte,(Drunter auch verschiedne Juden,)Gingen streng an uns vorüber;

Warfen keinen Blick nach dir,Ob du gleich, mein schönes Liebchen,Tändelnd mir am Arme hingest,Tändelnd, lächelnd, kokettierend!

Nur ein Einz'ger sah dich an,Und es war der einz'ge schöne,Schöne Mann in dieser Schar;Wnnderherrlich war sein Antlitz.

Menschengüte um die Lippen,Göttcrrnhe in den Augen,

Wie auf Magdalenen einstSchaute jener auf dich nieder.

Ach! ich weiß, er meint eS gut -Keiner ist so rein und edel

Aber ich, ich wurde dennochWie von Eifersucht berühret

Und ich muß gestchn, es wurdeMir im Himmel unbehaglich

Gott verzeih' mir's! mich genierteUnser Heiland, Jesus Christus.

13.

Ein jeder hat zu diesem FesteSein liebes Liebchen mitgebracht,