Nene Gedichte,ö.
Jetzt verwundet, krank und leidendIn den schönsten Sommertagen,
Trug' ich wieder, Menschen meidend,Nach dem Wald die bittcrn Klugen.
Die gcschwätz'gen Bogel schweigenMitleidsvoll in meiner Nähe;
In den dunkeln LindenzwcigcnSeufzt es mit bei meinem Wehe.
In dem Thal, uns grünem Platze,Setz' ich jammervoll mich nieder.„Katze, meine schöne Katze!"Jammert's aus den Bergen wieder.
„Katze, meine schöne Katze,
Konntest du mich so verletzen,
Wie mit grimmer TigertatzeMir das arme Herz zerfetzen!
„Dieses Herz war, ernst und trübe,Längst verschlossen allem Glücke;Ach, da traf mich neue Liebe,
Denn mich trafen deine Blicke.
„Heimlich schienst du zu miauen:Glaube nicht, daß ich dich kratze,
Wage nur mir zu vertrauen,
Ich bin eine gute Katze."
6.
Wnlderfrcie NachtigallenSingen wild und ohne Regel,Besser müssen dir gefallenFlatternde Kanarienvögel.
Diese gelben zahnten DingerSeh' ich dich im Käfig füttern,Und sie picken an den Finger,Wenn sie deinen Zucker wittern.
Welch gemütlich zarte Scene!Engel müssen drob sich freuen!Und ich selbst mutz eine ThroneMeiner tiefsten Rührung weihen.