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Indessen war der Name der Apotheken weit frühervorhanden, als ihre so eben erwähnte specielle Bestim-mung. Ursprünglich ward nämlich mit dem Worte Hpo-tüeoa jede Art von Vorraths-Vehältniß, Magazin, Spei-cher oder Waarenlager bezeichnet, und der Eigenlhümcroder Vorsteher (in«titor) eines solchen Magazins ^potlre-oarius genannt; was sich nicht nur überhaupt aus denWörterbüchern des Mittelalters, sondern namentlich auchnoch daraus erweisen läßt, daß noch jetzt die Jtaliäner mitdem von apotllecer entnommenen Ausdrucke Iwteoa, unddie Franzosen mit dem aus gleicher Quelle fließenden Wortedoutigue ganz allgemein ein compendiöses Waarenlager be-liebigen Inhalts benennen. Eben darum muß man sichauch hüten, da, wo in Schriften aus dem dreizehntenJahrhunderte die Worte apotkeva und »potlieosiius vor-kommen, sofort ohne Weiteres an die Existenz von wirk-lichen Apotheken nach jetziger Art zu denken, wenn nichtletztere Erklärungsart noch durch Nebenumstände besondersunterstützt wird. Denn zu jener Zeit wurden oft auchLeute Apotheker genannt, welche für fürstliche Hofe odervornehme Häuser die eingemachten oder mit Zucker über-zogenen Früchte für die Tafel zurichteten, und also dasGeschäft der jetzigen Eonditoren trieben*).
Fragen wir nun aber nach dem Aeitpuncte, von wo anhöchst wahrscheinlich zuerst die Apotheken nur als Waaren-lager für die vorschriftsmäßige Zubereitung und den öffent-lichen Verkauf von Arzneimitteln im engern Sinnezu dienen pflegten, so führt uns die Geschichte der Medicinhierbei auf dieselbe Nation zurück, welche überhaupt dem
*) Vergl. Beckmann, a. a. O., Bd. II. S. 494 u. f.