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hier und da unter dem Ausdruck: „Opus phr^gisnum"vorkommende feine Arbeit hat den Haupt-Anlaß zu derVermuthung gegeben, daß wirklich schon die alten Griechenund Römer unsere Spitzen und Kanten fabricirt, und dieMode-Damen jener Zeit sie unter dem reichen Vorrathihres zum Thcil gar theuern Putz- und Zier-Werkes sehrgern gesehen hätten.
Allein wenn man die hierher gehörigen Stellen desPlinius, Plautus, Nonius Marcellus und Isi-dor etwas naher prüft, so findet man bald, daß alle diese„Phrygischen Kunstarbeiten," welche auch als „Attalische"und „Babylonische" vorkommen, nicht mit dem Slrickstock,wie unsere Spitzen, verfertigt, sondern vielmehr durchgängignur mit der Nadel gestickt wurden*).
Hiernach kann man also — auch mit Rücksicht darauf,daß es unbehutsam sein würde, jede künstliche bei den altenSchriftstellern erwähnte Verbrämung von Kleidern und Tep-pichen mit durchbrochener Arbeit sofort für Spitzen zuerklären — höchstens die damalige Existenz gestickterSpitzen einräumen, muß aber die geklöppelten Ver-zierungen dieser Art schon darum für die Erfindung einerweit neueren Periode erklären, weil im Gegenfalle die ganzcigenthümliche Klöppel-Arbeit gewiß von einem oder dem
*) Vergl. über dieses pbr^i-inu», Plinius Ilist.
?iat. VIII, 48., SiliuS Italiens XIV, MI., PlautnS iVle-nnecli. II, 3, 72 und Xnlul. III, 5, 54., NoninS MarcellusI, 10, und JsidoruS HiSpal. XIX, 22., sowie Mar-
tial, VIII, 28. und XIV, 50. Einige von diesen Stellen sindbereits oben, S. 86, im Bezug auf die Silberdrabtstickerei erwähntund besprochen worden.