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Gebrüder Wilhelm und Claudius von Bracamontc vorallen übrigen von dem berühmten Raphael auserwähltwurden, um unter dessen Leitung die Kapelle des Vaticanin der erwähnten Art zu verzieren. Eben so war gegendas Ende des fünfzehnten Jahrhunderts ein deutscher Domi-nikaner-Laienbruder, Namens Jacob, welcher 1491 zuBoulogne starb, in ganz Frankreich als Glasmaler so be-rühmt, daß die Glaser und Glasmaler zu Paris ihn nach-her zum Schutzpatron annahmen, und seinen Sterbelag durcheine Tobten-Messe auszuzeichnen pflegten.
In Italien sind besonders die Petronius-Kirche zuBologna und die Dominikaner-Kirche zu Florenz ihrerGlasmalereien wegen bemerkenswert!); in den Nieder-landen aber bewahrt die alte Stadt Gouda ganz vor-treffliche Denkmaler dieser Art; und eben so Amsterdam.
Im Bezug auf England verdient der Umstand Be-achtung, daß man hier selbst noch im siebenzehnten undachtzehnten Jahrhundert geschickte Glasmaler, die zu dieserZeit fast nirgends Anerkennung fanden, mit Nachdruck unter-stützt und aufgemuntert hat. So ließ z. B. noch imJahre 1785 König Georg III- das achtundzwanzig Fußim Quadrat haltende Hauplfenster der Stiftskirche zuWindsor mit einem trefflichen Gemälde der AuferstehungChrist! verzieren, dessen Verfertlger der Maler Jervaisewar*).
*) Vergl. die neue Bibliothek der schönen Wissenschaften undfreien Künste, Bd. XXXI. St. 2. S. 800 u. ff. und (Sophievon La Roche) Tagebuch einer Reise durch Holland und Eng-land , Offenbach 1788. 8., S. 3»ö u. ff.