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Ob man wirklich, wie vielfach vermuthct worden ist, durchven, zum Farben von Glasmasse angewendeten Braun-stein auf die Erfindung der ältesten Glasur geführtworden sey, mag unausgemacht bleiben; so viel aber istgewiß, daß die Gla s- Fa b ricatio n selbst darauf hin-leiten mußte, den irdenen Gefäßen einen glasartigenUeberzug zu geben, weil der Hauptwerth der wirklich glä-sernen Gefäße, ihr Widerstand gegen ätzende Flüssig-keiten u. dergl., zu wichtig war als daß man ihn nichtauch auf andere Kunsterzeugnisse möglichst hätte über-tragen sollen.
Was nun aber die feinste Art von irdenen Gefäßen,die Porzellan-Geschirre, anlangt, so bedarf es garnicht eist eines Beweises, daß sie den Preis vor allen an-dern Kunstproducten dieser Art besonders deshalb verdienen,weil sich in ihnen der nur erwähnte Vorzug der Glas-Gefäße mit den noch weit werthvolleren Eigenschaften derFeuerbeständigkeir und Härte zu einem harmonischenGanzen vereinigt. Eben so leicht begreiflich ist aber auch,daß letztere beide Eigenschaften nur in der bcsonbern Be-schaffenheit des zu solchen Gefäßen verwendeten Tkons ihrenGrund baben können. Das Hauptkunststück bei der Por-zellan. Erfindung bestand also darin, eine Thonart zu ent-decken, welche diese Vorzüge dermaaßen in sich faßte, daßsie sich nicht nur durch kunstgerechtes Brennen der davonbereiteten Gefäße vollständig entwickeln ließen, sondern gleich-zeilig auch letzteren dann einen glasartigen Ueberzug mit-lheiltcn, welcher besser aushielt, als jede andere, ausfremdartigen, besonders aufgetragenen Stoffen entlehnteGlasur.