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Wir haben das Stricken eine Frauen-Arbeit genannt,und als solche erscheint dasselbe auch im Ganzen; gleichwohlwar die erste Grundlage zur der jetzt meistens üblichenStr u m p sst ri ckcre i, das Netz stricken, von jeher ebensowohl unter Männern, als unter Frauen üblich, und nurder Umstand, daß die Strumpfstrickerei allmahlig in denVorgrund getreten, hat jene Annahme befestigt.
Das Stricken überhaupt unterscheidet sich von demuralten Weben bekanntlich dadurch, daß beim Weben dasEinschlaggarn durch eine große Anzahl von Kettenfädengeworfen oder geschlungen, und von diesen festgehaltenwird, wahrend beim Stricken nur ein einziger Faden vor-handen ist, welcher so künstlich geflochten wird, daß zwarauch ein Zeug entsteht, welches dem Gewebe im Gebraucheund Ansehen nahe kommt, gleichwohl aber eben darumnicht Gewebe genannt werden kann, weil es ohne Ketteund Einschlag, die charakteristischen Merkmale des ÄZebens,gebildet wird.
Indessen giebt es, wie wir bereits bemerkten, zwei,in sich selbst wesentlich verschiedene Arten zu stricken, dasNetzstrickcn und das Slrumpfstrickcn. Wie sich das ersterevon dem letztern unterscheidet, ist leicht zu erkennen. BeimNctzstricken nämlich wird das Garn über einen mehr oderweniger starken Stock zu Maschen geschlungen, woraufman diese mit Knoten versteht; beim Strumpfstrickendagegen werden Maschen ohne Knoten gebildet. Ebenaus dieser Ursache läßt sich ein gestrickter Strumpf, entwederzum Besten einer Umarbeitung, oder für einen andern Zweck,schnell und ohne Mühe wieder auflösen, während dieß beigestrickten Netzen unmöglich ist. Dagegen sorgen die Knoten,welche bei den letztern die schnelle Wieder-Auflösung ver-