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hohes Alterthum für sich in Anspruch nehmen, daß sie indieser Art wohl kaum von abendländischen Künstlern ver-fertigt seyn können. Auch findet man sehr künstliche Ar-beiten dieser Art bei den Türken, Armeniern und In-dianern; ja sogar bei den Malayen, und bei den Negernin Monomotapa; obgleich diese Völker sich nur sehr un-vollkommener Werkzeuge hierzu bedienen*).
Fast möchte man übrigens bei diesem Alterthum undder weiten Verbreitung der Filigran-Arbeit auf den Ge-danken gerathen, daß auch die kunstgerechte Drahtfabri-cation weit älter sey, als man gewöhnlich annimmt, unddaß sie, wie schon oben angedeutet worden, ebenfalls zuerstim Oriente geübt worden sei).
Die Gold- und Silberslittern (bei den Franzo-sen Paillette« genannt), die als ganz dünne, runde, inder Mitte durchlöcherte Metallblättchen erscheinen, und alsVerzierung aufgenähet werden, verfertigt man in der Artaus Draht, daß man denselben über einer dünnen Ruthezu Cantille spinnt, und dann von dieser Cantille einzelneWindungen abschneidet, sie auf einem platten Ambos miteinem starken Schlage plattet, und zugleich dadurch dieVereinigung der End-Spitzen der Windung bewirkt. Wiees scheint, wurden sie zuerst in Frankreich verfertigt; man
5) Vergl. Beckmann, a. a. O., Bd. III. S. 87 u. f.In P. v. Stetten'S früher angeführter Kunstgeschichte ist, Bd. I.S. 489 u. Bd. II. S, 287, als eine der letzten ausgezeichnetenKünstlerinnen in der Filigran-Arbeit die im Jahre 1779 zu Augs-burg verstorbene Golvstickerin Marie Euphrosine Reinhard er-wähnt, die noch im Jahre 1765 die Filigran-Verzierung zu einigensilbernen Abendmahlskelchen auf Bestellung nach Nußland fertigte,die selbst in Augsburg allgemeine Bewunderung erregten.