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Sie erzählen nämlich, die Celtiberier hätten das hierz»bestimmte Eisen in die Erde verscharrt, und es dort solange liegen lassen, bis ein großer Theil davon in Rostverwandelt gewesen sey. Was übrig geblieben, und nichtverkalkt gewesen, hätten sie herausgenommen, und sorgsamausgeschmiedet, woraus dann tresfliche Waffen, und nament-lich Schwerdtcr verfertigt worden seyen, mit denen manohne Mühe Knochen, Schilder und Helme habe durchhauenkönnen *).
Mag dieß nun auch sehr unwahrscheinlich klingen, soscheint es doch nicht ohne historischen Grund zu seyn.Denn wie Thunberg in seiner Entdeckungsreise, Th. ll.S. 122, meldet, bereiten die Iapaneser den Stahl nochheute auf eben diese Art; und zwar mit solchem Erfolge,daß ihre daraus verfertigten Säbelklingen ganz den Da-mascencr-Säbeln gleich geschätzt werden, und man eineeinzige oft mit fünfzig bis hundert Thalern nach unseremGelde bezahlt. Wer geneigt ist, den Stahl für das voll-kommenste Eisen zu halten, dem liegt rücksichtlich derStahlbeceitung aus eingerostetem Eisen die Hypothese sehrnahe, daß zuerst nur der weichere und unedlere Theil imRost verwandelt werde, und also schon hierdurch der besser?Theil der ganzen Masse sich von selbst ausscheide **).
Was übrigens die eigentliche kunstgerechte Herstellungeiner möglichst dauerhaften Art von Stahl betrifft, sohaben bis in die neuere Zeit viele Chemiker, Metallurgenu. s. w. fest daran geglaubt, daß ehemals ein Härtungs-
*) In Beckmann's Gesch. der Erfindungen, Bd. V. S. 8?u. f., sind diese Stellen näher erwähnt.
") Bergl. Beckmann, a. a. O., Bd. V. S. 89.