II
gewesen war, begriff man allmahlig, daß diese hölzernenFormen, in welche man oft schon ziemlich lange Verseeingeschnitten hatte, wohl auch ein Mittel werden könnten,auf weit schnellere und leichtere Art, als durch das lang-weilige Abschreiben mit der Feder, eine Menge Eopieenvon einem Buche zu machen. Man wagte auchwirklich einige Versuche damit; allein diese waren anfangsvon zwei großen Unvollkommenheiten begleitet. Einerseitsnämlich mußte von jedem Buche jede Seite in eine eigeneForm geschnitten werden, weil man noch durchaus nichtdaran dachte, daß es möglich sei, eine Menge einzelnerBuchstaben auszuschneiden, und diese dann für dasjedesmalige Bedürfnis auf die verschiedenartigste Weisezusammen zu setzen und wieder auseinander zunehmen. Andrerseits aber wurde mit diesen, e» U-rutreliek zusammenhängend auf Holztafeln eingeschnittenenBuchstaben auch nur die eine Seite eines jeden Blattesbedruckt, weil die Buchdruckerpresse noch nicht erfundenwar. Man bediente sich vielmehr anfänglich zum Abdruckeeines Reibers, mit welchem man über das, auf die Formgelegte Blatt hinfuhr, um es an die Form so anzudrücken,daß es die auf letzterer aufgetragene schwarze Farbe an-nehmen, und auf diese Art nachher die Buchstaben selbstdarstellen mußte. Deshalb wurden auch damals die be-druckten Blätter so eingerichtet, daß beim späteren Einbindenimmer zwei weiße und zwei bedruckte Seiten einandergegenüber zu stehen kommen konnten; wo man dann diebeiden Seiten zusammenklebte, damit sich beim Umschlagennur bedruckte Seiten darböten.
Es leuchtet von selbst ein, wie unvollkommen diesererste Anfang der Buchdruckerkunst war. Von wem er