deutschen Städte wurden deren Bewohner von selbst daraufgeführt, ihrem häuslichen und geselligen Leben vermittelstsolcher Erfindungen, die auf gemeinsames Vergnügen be-rechnet waren, mehr Reiz und Abwechselung zu geben.
Es waren jedoch hierzu keineswegs immer neu zu er-schaffende Zeitvertreibe nöthig; vielmehr wurde der erwähnteZweck oft gerade dadurch am besten erreicht, daß man schonvorhandene Dinge dieser Art zu größerer Vollkommenheitbrachte, und mit den erhöheten Ansprüchen der zunehmen-den Volks-Cultur überhaupt in Einklang setzte.
So ging es auch mit den Spielkarten, die damalsschon längst erfunden, aber ihrer Natur nach auch nochmanchfacher Verbesserungen fähig waren, und als das be-quemste Unterhaltungsmittel für gemischte Gesellschaftenschon damals zu großen praktischen Werth für das ge-wöhnliche Alltags-Leben hatten, als daß nicht hierin einesehr starke Aufforderung für die deutsche Kunstfertigkeithätte liegen sollen, sich auch daran bestens zu üben.
Die Art und Weise, wie dieß geschah, gab nun denersten Anlaß zur Erfindung der Buchdruckerkunst, und be-darf also hier einer näheren Auseinandersetzung aus denbesten Quellen. Ehe wir jedoch die hierauf bezüglichenThatsachen mittheilen können, müssen wir über den Ur-sprung des Drucks der Spielkarten mit Hülfeder Holzschneidekunst einige Worte voraussenden.
Daß die Spielkarten selbst eine sehr alte Erfindungsind, leidet keinen Zweifel: denn wenn man auch heutenoch nicht ganz darüber einig ist, ob man die Ehre dieser,ihrer Nützlichkeit nach freilich zweideutigen Erfindung denArabern, oder den Spaniern, den Franzosen, oder denJtaliänern, oder endlich den Deutschen zutheilen soll: so