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1 (1867)
Entstehung
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tenden Lieblingsgeschichten, die ich in meinen bessern Tagen von Ihnengelesen, nnd sie erfüllten mich wieder mit der alten Wehmnth, nnd da-zwischen hörte ich wieder die schönen Lieder von gebrochenen Herzen, un-wandelbarer Liebestreue, Sehnsuchtgluth, Todesseligkeit — vor Allemglaubte ich die freundliche Stimme von Frau Minnetrost zu vernehmen.Es muffte den armen Kunstjünger sehr erfreuen, bei dem bewährten undgefeierten Meister Anerkennung gefunden zu haben, entzücken muffte es ihn,da dieser Meister eben jener Dichter ist, dessen Genius einst so Viel inihm geweckt, so gewaltig seine Seele bewegt und mit so großer Ehrfurchtund Liebe ihn erfüllt! Ich kann Ihnen nicht genug danken für das schöneLied, womit Sie meine dunkeln Schmerzen verherrlicht und die bösenFlammen derselben beschworen . . . Was Ihr liebes Gedicht an mich inBetreff der Schlangen ausspricht, ist leider nur zu sehr die Wahrheit."Auch des ritterlichen Sängers hochgebildete Gemahlin, Karoline de laMotte - Fougus, eine verständige, scharf beobachtende Frau und beliebteRomanschriftstellerin, — Adalbert von Chamisfo, der trotz feiner fran-zösischen Herkunft echt deutsche Poet, dem das graue Lockenhaar phantastischum das hagere edle Gesicht wallte, und dessen ewig jugendliches Herz alleLeiden und Freuden der Menschheit sympathisch mitempfand, — und Wil-helm Häring, der sich als Willibald Alexis durch seine historischen Romaneden Ehrennamen des deutschen Walter Scott erwarb, begleiteten die Erst-lingsflüge der Hcine'schen Muse mit ernstem, theilnahmvollem Interesse.Der Tragödiendichter Michael Beer, ein jüngerer Bruder des KomponistenMeyerbeer, schloss sich ebenfalls dieser geistvollen Gesellschaft an; sein„Paria" errang nicht bloß in Berlin, sondern auch aus auswärtigen Bühnenbedeutende Erfolge. Als Vertreter der Journalistik fand sich der Holz-schnittkünstler Professor Gubitz ein, um für seine Zeitschrift, den „Gesell-schafter, oder Blätter für Geist und Herz", Beiträge durch VermittelungVarnhagen's nnd Rahels zu erlangen, die sich Beide häufig seines Blatteszur Mittheilnng kritischer Anregungen bedienten. Aus der Feder Rahel'sstammten n. A. die mit „Friederike" unterzeichneten Briefe über die „Wan-derjahre", welche von Goethe so anerkennend belobt wurden. Besondersherzlich aber fühlte Heine sich hingezogen zu Ludwig Robert, dein BruderRahel's, dessen Tranerspiel „Die Macht der Verhältnisse" die socialenKonflikte der Zeit mit schmerzlicher Bitterkeit ausdeckte, nnd zu Desseninunterer Frau, einer anmuthig plaudernden Schwäbin von vielbewunderter