Druckschrift 
1 (1867)
Entstehung
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und verwirren das Auge des Hinaufschauenden, und gießen ihren blendendenSchimmer auf die buntscheckige, funkelnde Menschenmenge, die, fast dieMusik überlärmend, tänzelnd nnd hüpfend und drängend im Saal hinund her wogt. Zeder mnss hier in einem Maskenanzug erscheinen, undNiemanden ist es erlaubt, unten im großen Tanzsaale die Maske vom Ge-sicht zu nehmen. Nur in den Gängen und in den Logen des ersten undzweiten Ranges darf man die Larve ablegen. Die niedere Volksklasse be-zahlt ein kleines Entrse, und kann von der Galerie aus auf all' dieseHerrlichkeit herabschauen. In der großen königlichen Loge sieht man denHof, größtenteils unmaskiertz dann und wann steigen Glieder desselbenin den Saal hinunter und mischen sich in die rauschende Maskenmenge.Diese besteht ans Menschen von allen Ständen. Schwer ist es hier zuunterscheiden, ob der Kerl ein Graf oder ein Schneidergesell ist; an deräußern Repräsentation würde Dieses wohl zu erkennen sein, nimmermehran dem Anzüge. Fast alle Männer tragen hier nur einfache seidene Do-minos und lange Klapphüte. Dieses lässt sich leicht aus dem großstädtischenEgoismus erklären. Zeder will sich hier amüsieren und nicht als Charakter-maske Andern zum Amüsement dienen. Die Damen sind aus demselbenGrunde ganz einfach maskiert, meistens als Fledermäuse. Eine Mengeibeinmss sntrstsnuos und Priesterinnen der ordinären Venus sieht manin dieser Gestalt hernmflirren und Erwerbsintriguen anknüpfen. „Ich kennedir," flüstert dort eine solche Vorbeiflirrende. „Ich kenne dir auch," istdie Antwort, „cks ts sonnais, beau masczns/ ruft hier eine (übauvs-souris einem jungen Wüstling entgegen. ^8i tu ms oonnnis, mn bslle,tu n'os pus Ai'nnäs oboss," entgegnet der Bösewicht ganz laut, und dieblamierte Dame verschwindet wie ein Wind. Aber was ist daran gelegen,wer unter der. Maske steckt? Man will sich freuen, und zur Freude be-darf man nur Menschen. Und Mensch ist man erst recht auf einem Masken-balle, wo die wächserne Larve unsre gewöhnliche Fleischlarve bedeckt, wodas schlichte Du die urgesellschaftliche Vertraulichkeit herstellt, wo ein alleAnsprüche verhüllender Domino die schönste Gleichheit hervorbringt, nndwo die schönste Freiheit herrscht — Maskenfreiheit. Für mich hat eineRedoute immer etwas höchst Ergötzliches. Wenn die Pauken donnern unddie Trompeten erschmettern, nnd liebliche Flöten- und Geigenstiinmen lockenddazwischen tönen, dann stürze ich mich wie ein toller Schwimmer in dietosende, bnntbeleuchtete Menschenfiuth, und tanze, und renne, nnd scherze,