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bestritten ward. Er nannte jede Gelehrsamkeit, welche nicht mit der Poesie,noch mit der Philosophie in Verbindung treten möge, ohne Bedenken bar-barisch und illiberal. „Der Gelehrte, der nicht philosophieren mag", schrieber in seinem trefflichen Aufsatze „Idee einer Literatur", „sammelt nurGarben für seine Scheuer. Er trägt Kenntnisse in sein Fach ein, dasfreilich seine abgesonderte Welt ist, aber für die wirkliche Welt, in welcherAlles zu Allem gehört, erst dadurch einen Werth erhält, dass auch Anderehineingreifen, um es in andern Beziehungen zu benutzen". Durch solcheGesinnungen trat er freilich in scharfen Gegensatz zu den meisten seinerKollegen, die sich wohl gar noch, wie Heeren, Etwas darauf zu Gutethaten, dass alle Spekulation ihnen fremd geblieben sei. Letzterer hatteum diese Zeit als Historiker durch seine pragmatische Methode der Ge-schichtschreibung und durch seine Forschungen über den Gang des Welt-handels bei den Völkern des Alterthums europäischen Ruf erlangt, wie-wohl es ihm an jeder philosophischen Behandlung des Stoffes und jederGründlichkeit der Kritik fehlte. So beruht namentlich seine Geschichte deseuropäischen StaatensystemS ans einer Verkennung der wahren Grundlagedes Staates; der parteilichste Franzosenhass und eine aristokratisch-reak-tionäre Gesinnung verleiteten ihn, die Macht und die Interessen der Dy-nastien über die Macht und die Freiheit des Volkes zu setzen, und mitRecht sagt Gervinus in seinen historischen Briefen, dass die Nachwelt inHeeren's Schriften vergeblich einen Anhauch des Geistes suchen würde,der seine Zeit lebensvoll durchdrang. In den maßlosesten Schmähungenans den Kaiser Napoleon und das Volk der Franzosen aber erging sichProfessor Saalfeld, ein hochmüthiger Kompilator, der später in Wahnsinnendete. Ihn überragte bei Weitem Georg Sartorius, der aufs edelste vondem Berufe erfüllt war, die Wissenschaft mit dem Leben zu verbinden,und sich in schwerer Zeit einen unabhängigen Sinn zu bewahren wnsste.Nachdem er durch Goethes Vermittlung im Auftrage des Herzogs vonWeimar den Wiener KongresS besucht, sich dort aber bald von der Hoff-nungslosigkeit seiner Erwartungen für eine freiheitliche NeugestaltungDeutschlands überzeugt hatte, wirkte er durch Rede und Schrift uner-müdlich gegen die Vorkämpfer der Nestanration und gegen die brutalenGrundsätze der Haller'schen Staatstheorie. Seine Forschungen über dieGeschichte des Hansabnndes sind von bleibendem Wcrthe, und seine Flug-schrift „Über die Gefahren, welche Deutschland drohen", war eine mann-