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„alles Gesichertc, Staat, Kirche, Hausund Familie, Kunst, Dichtung, jafast die Sprache selbst, bis zur Auflösung in Frage gestellt hatte", schließ-lich dahin gelaugt, die eisernste Stabilität einer dem römischen Katholicis-mns und den Feudal-Justitutionen des Mittelalters nachgeahmten hierar-chischen Lebensform zu begehren. Die Romantik endet, diesem Verlangengemäß, ganz konsequenter Weise damit, dass sie in den Dienst der kirch-lichen wie der politischen Reaktion tritt, und der Restaurationsperiodeihren unheilvollen Stempel aufprägt. Eben hierin liegt aber in höheremSinne nicht bloß ihr Verbrechen gegen den Fortschritt der Menschheit,sondern, so paradox eS klingen mag, zugleich ihr nicht hoch genug anzu-schlagendes Verdienst um die Wiedcrauferwecknng unsres nationalen undpolitischen Lebens und nm die Befruchtung nnsrcr Literatur mit den welt-reformatorischen Gedanken der neuen Zeit. Der falsche Idealismus einerin die Luft gebauten, von der Wirklichkeit schroff getrennten Knnstweltsah sich all absurllum geführt; er hatte sich weder durch die Zurückstim-mung des modernen Geisteslebens auf den Kulturgehalt und die Form-gesetze der hellenischen Vorzeit, noch durch die buntschillernde Seifenblaseder souveränen Phantasie verwirklichen lassen — jetzt beginnt eine ganzneue Entwicklungsphase, indem die Literatur aus ihrer unnahbaren Wolken-höhe aus die Erde herabsteigt, um das zerrissene Band mit der realenWelt wieder anzuknüpfen. Der forcierte Eifer, mit welchem manche dieserRomantiker, die in ihren früheren Werken Nichts gelten ließen außer demtol est man plnisir der uneingeschränkten Subjektivität, nach wenigenFahren das Recht des sreiheitsfeindlichsten Zwanges und der obsoletestenMissbräuche in Staat und'Kirche Verth eidigten, hat ohne Zweifel seinWiderwärtiges und Verächtliches, und die Motive, ans denen sie sich plötz-lich in so enragierte Kämpfer für Thron und Altar verwandelten, warensicher bei den Wenigsten so ehrenhaft nnd rein, dass wir ihnen Dank oderBewunderung schuldig sind. Nichtsdestoweniger war ihr Bund mit denreaktionären Gewalten der erste Schritt, nnsrer Literatur dauernd wiedereine reale und volksthümliche Grundlage zu verschaffen. Indem sie dasBestehende zu rechtfertigen oder die Zustände der Gegenwart nach demMuster des christlich-feudalen Mittelalters zu restaurieren suchten, lerntenunsre Schriftsteller sich ernstlich mit den Erscheinungen des wirklichenLebens, mit der vaterländischen Geschichte und mit den Bedürfnissen desVolkes befassen, und die Literatur, welche in den Händen der Roman-