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1 (1867)
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anstalteten musikalischen Aufführungen mitwirken konnten, fand doch derjugendliche Dichter allzeit die freundlichste Aufnahme bei dem gefeiertenHochmeister des romantischen Parnasses. Za, die Gefälligkeit des gefürch-teten Kritikers gegen den talentvollen Schüler ging so weit, dass er Dem-selben manchen nützlichen Wink über Versmaß und Gehalt feiner poetischenVersuche gab; und die ungewöhnliche Sorgfalt, welche Heine fein Lebenlangauf die metrisch vollendete Form feiner Dichtungen verwandte, dürfte nichtzum geringsten Theil dem Vorbilde und den kenntnisreichen BelehrungenSchlegel'H zu danken sein. Letzterer stand, wiewohl er bereits in sein dreiund fünfzigstes Fahr getreten war, noch in der Fülle geistiger Kraft. Nach-dem er durch seine meisterhafte Übersetzung Shakspeare's, Calderon's undder italienischen Dichter, wie durch seine zahlreichen kritischen Schriftendem deutschen Volke die Schätze der britischen und romanischen Literaturenerschlossen hatte, suchte er gegenwärtig in seinen Zuhörern das Interessefür die Poesie des deutschen Mittelalters zu beleben, und wandte sich mitbewunderungswürdiger Vielseitigkeit seit Kurzem auch jenen orientalischenStudien zu, durch deren Resultate er zuerst eine wissenschaftliche Behand-lung der indischen Literatur in Deutschland einführen sollte. Er war da-mals noch nicht jener eitle, kindisch gewordene Geck, der feinen eigenenRuhm überlebt hatte, er stand vielmehr im Zenith seines Glanzes, Pro-fessoren und Beamte gesellten sich zu dem zahlreichen Auditorium, das be-wundernd zu ihm empor schaute, wenn er im großen Universitätssaal überakademisches Leben und Studium oder alte und neue Literatur las, unddie zierliche Erscheinung des deutschen Gelehrten mochte wohl auch Andernals einem jungen Studenten imponieren, der sich einen Dichter und Pro-fessor ganz anders vorgestellt hatte.Sein Außeres", berichtet Heine, ss)gab ihm wirklich eine gewisse Vornehmheit. Auf seinem dünnen Köpfchenglänzten nur noch wenige silberne Härchen, und fein Leib war so dünn,so abgezehrt, so durchsichtig, dass er fast aussah wie ein Sinnbild des Spi-ritualismus. Es war, mit Ausnahme des Napoleon, der erste großeMann, den ich damals gesehen, und ich werde nie diesen erhabenen An-blick vergessen. Noch heute fühle ich deu heiligen Schauer, der durch meineSeele zog, wenn ich vor feinem Katheder stand und ihn sprechen hörte.Ich trug damals einen weißen Flausch, eine rothe Mütze, lange blondeHaare, und keine Handschuhe. Herr August Wilhelm Schlegel trug aberGlacehandschuh, und war noch ganz nach der neuesten Pariser Mode ge-