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1 (1867)
Entstehung
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war ein Aufsatz über den Zweck der akademischen Studien. Als Heinedie Reinschrift seiner Arbeit abgeliefert hatte, begab er sich mit andernExaminanden, zu denen auch Joseph Neunzig gehörte, in eine Studenteu-kneipe, und las dort unter schallendem Gelächter seiner Kameraden ausdem Brouillon, das er zu sich gesteckt, seine Abhandlung vor. Er hatte dasaufgegebene Thema, mit Vermeidung jeder ernsten Betrachtung, in durch-aus humoristischer Weise behandelt, und seinem Muthwillen in kecksterLaune die Zügel schießen lassen. Joseph Neunzig erinnert sich u. A. einerStelle, in der es ungefähr hieß:Die Wissenschaften, welche in diesenHörsälen gelehrt werden, bedürfen vor Allem der Schreibbänke; denn diesesind die Stützen, die Träger und Grundlagen der Weisheit, welche vomMunde der Lehrer ausgeht, und von den andächtigen Schülern in dieHefte übertragen wird. Dann sind aber auch die Schreibbänke gleichsamGedenktafeln für unsre Namen, wenn wir diese mit dem Federmesser hin-einschneiden, um künftigen Generationen die Spur unsres Daseins zuhinterlassen." Nach einigen Tagen erfolgte die Censur. Es wurde vomVorsitzenden der Kommission tadelnd bemerkt, dassHeine von dem auf-gegebenen Thema bedenklich abgewichen" sei; doch lasse sich nicht verkennen,dass ereine beachtenswerthe Anlage zur Satire" verrathe. So empfingdenn Harry, nachdem er sich das Zeugnis leidlicher Reife für die Univer-sitätslaufbahn erworben, am 11. December 1819 die Matrikel als Stu-diosus der Rechts- und Kameralwissenschaften.

Wie schon erwähnt, lockte der steigende Ruf der jungen Hochschulebald eine große Zahl strebsamer Jünglinge nach Bonn, die, aus den ver-schiedensten Gegenden des deutschen Vaterlandes entstammt, oft auf denBänken desselben Kollegs saßen, und sich in der gleichen Schwärmerei fürburschenschaftliche Zwecke oder in geselligem Verkehr auf derKneipe" be-gegneten, während ihr Geschick sie später auf die heterogensten Bahnen wies.Gewiss nicht Mancher von Denen, welche Anno 1819 und 1829 über denalten Marktplatz zu den Hallen des palastähulichen Universitätsgebäudeswanderten, mochte ahnen, dass jener Kommilitone, der, die Mappe untermArm, im deutschen Rocke, höflich grüßend, so friedlich neben ihm einherschritt, nach wenigen Jahren ihn als Todfeind in der Arena politischeroder theologischer Kämpfe befehden, und mit zelotischer Wuth dieselbenIdeale verketzern sollte, an deren Verwirklichung er heut seine beste Kraft,vielleicht sein Leben zu setzen bereit war! Wer hätte in dem schwärm-Strodtmann, H. Heine. I. 4