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Der liebe Gott nur kann es wissen,
Was ich des Nachts gelitten Hab'.
Doch ich genas . . .
In Wirklichkeit aber ist der Dichter wohl nie von den bitteren Nach-wirkungen dieser Täuschung genesen. Noch im Fahre 1850 erzählt Gerardde Nerval, der ihm in seiner letzten Lebensperiode einer der treuestenFreunde war: „Was ich zuerst ahnte, gestand Heine mir später selbst, nach-dem auch er mich näher kennen gelernt hatte. Wir litten Beide an einerund derselben Krankheit: wir sangen Beide die Hoffnungslosigkeit einerZugendliebe todt. Wir singen noch immer, und sie stirbt doch' nicht!Eine hoffnungslose Jugendliebe schlummert noch immer im Herzen desDichters; wenn er ihrer gedenkt, kann er noch weinen, oder er zerdrücktseine Thränen aus Groll. Heine hat mir selbst gestanden, dasS, nachdemer das Paradies seiner Liebe verloren hatte, die letztere für ihn nur nochein Handwerk blieb." — Außer den Erinnerungszeilen im „Romancero",welche „Böses Geträume" .überschrieben sind:
Im Traume war ich wieder jung und munter —
Es war das Landhaus, hoch am Bergesrand,
Wettlaufcnd lief ich dort den Pfad hinunterWcttlaufend mit Ottiljen Hand in Hand
Wie das Persönchen fein formiert! die süßenMeergrünen Augen zwinkern nixenhaft.
Sic steht so fest auf ihren kleinen Füßen,
Ein Bild von Zierlichkeit, vereint mit Kraft
Der Ton der Stimme ist so treu nnd innig,
Man glaubt zu schaun bis in der Seele Grund;lind Alles, was sie spricht, ist klug und sinnig;
Wie eine Rosenknospc ist der Mund.
Es ist nicht Liebesweh, was mich beschleichet,
Ich schwärme nicht, ich bleibe bei Verstand; —
Doch wunderbar ihr Wesen mich erweichet,
Und heimlich bebend küss' ich ihr die Hand.
Ich glaub', am Ende brach ich eine Lilje,
Die gab ich ihr und sprach ganz laut dabei:
„Heirathe mich und sei mein Weib, Ottilje,
Damit ich fromm wie du und glücklich sei."