302
Mannes Jugend erstaunt. Ich invitirte ihn auf den Dienstagzum Frühstück, er bat sich aus um 8 Uhr zu kommen, kampräcis und blieb bis um eilf. Abends bekam ich noch ein Bel-let von ihm, mit dem schmeichelhaften Ausdruck, er wolle soviel Zeit bei mir zubringen, als ihm nur zu enlübrigen stände.
Er kam also bei einer seit langer Zeit hier unerhörten Kälte,da nämlich das Fahrenheitische Thermometer 13 Grad unter (lstand, um halb 9 zu mir und blieb bis um eilf, so daß ichalso die Ehre hatte, daß der berühmte Herr Landriani mir mehrZeit geschenkt hat, als irgend einem Gegenstand von Fleischoder Geist hier. Am Mittewochen um 1 Uhr des Nachmittagsreiste er nach Gotha ab. Er eilt sehr, um nach Wien zu kom-men, und wird sich bloß noch in Gotha, Weimar, Halle, Leip-zig und Dresden, an jedem Ort etwa 1^ Tag verweilen, unddann ohne anzuhalten nach Wien gehen. Ich bin wirklich überdes Mannes vielfältige Kenntnisse und Belesenheit erstaunt,auch habe ich noch keinen auswärtigen Gelehrten angetroffen,der so sehr bekannt mit unserer Literatur gewesen wäre. Auchhört man ihm wohl an, daß er in physikalischen Dingen nichtbloß gelesen, sondern überall die Hand selbst angelegt undüber das nun auf seinen Reisen beständig in Gesellschaft derEntdecker gewesen ist. Da kann man freilich Fortschritte ma-chen, auch wenn man nur ein mittelmäßiger Kopf ist. Hierzukommt des Mannes Gesundheit, Vermögen, die Considence, dieihm seine Figur und früher Beifall gibt, die sich sehr weilerstreckt :c. Seine Einwürfe gegen Crawford sind allerdingssehr stark, allein wir können dabei sehr ruhig bleiben, dennwir haben den Crawford nach seinen Versuchen beurtheilt, undihm als einem ehrlichen Mann getraut. Denn es ist nicht Je-dermanns Sache, Anderer Versuche zumal von der IXicol)- als