228
daß man dem Dr. Priestley Dank schuldig ist, daß er Herz ge-nug gehabt hat, der Welt eine so wichtige Wahrheit bekanntzu machen.
Der Streit zwischen Hollmann und Kästner hat mich rechtin der Seele betrübt; die Professoren, die auf diese Art eineKomödie für die Studenten spielen, verlieren allemal ihren Re-spect dabei, und mich dünkt, sie haben nicht viel zu verlieren,da ohnehin der Student dort schon glaubt, er mache den Pro-fessor. Kästner hat mir die Sache geschrieben und auch dreiSinngedichte gegen Hollmann geschickt.
Meine Abreise werde ich vermuthlich entweder den 3VstenOctbr. oder am Aen Novbr. antreten. Ich glaube aber überCalais, und da käme ich über Cassel nach Göttingen. Wäredieses der Fall, so wartete ich vielleicht künstigen WeihnachtenEw. Wohlgebor, in Hannover auf.
4.
Göttingen, den Lösten März 177k.
^w. Wohlgebor, danke ich gehorsamst für die Nachricht vonder Bestätigung meiner Zulage. Meine Gesundheit ist docheinmal wieder gefallen, aber doch heute ziemlich wieder imSteigen begriffen. Gestern hatten wir in der Ferne, nach Ih-nen zu, ein Donnerwetter, ich hörte es zweimal donnern undsah es einmal blitzen, darauf hat sich ein Nordwind eingestellt,der heute die Lust so abgekühlt hat, daß ich wieder einheizenlassen muß. Am vergangenen Sonnabend erhielt ich wieder ei-nen Brief von einem Mann aus England, den ich gar nichtkenne, und der mir seinen einzigen Sohn zuschicken will; ich