Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
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191
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Leute. Was soll in aller Welt, in einer Stadt, wo die Ge-witter wenig einschlagen, ein Blitzableiter z. B. auf einemHause, das unter IVO anderen in der Reihe steht und sich nichtdurch Höhe oder sonst Etwas auszeichnet? zumal mit der viel-leicht lockenden Stange? Vor Feuersgefahr sichert er nicht, solange nicht auf jedem Schweinestalle einer steht. Vor etwa 14Jahren schlug der Blitz hier in der Waisenhausstraße in einHäuschen ein, das gerade das niedrigste der ganzen Reihe ist(freilich auch das letzte, äußerste), traf nicht den Hähern Schorn-stein, sondern die niedrigere Ecke und ging überdies einigehohe alte Birnbäume vorbei, die sehr nahe an dem Hausestehen. Als ein großer Theil der Stadt Göppingen im Wür-tembergischen durch den Blitz abbrannte, wurde ein unbeträcht-liches, wo ich nicht irre, gar mit Stroh gedecktes Nest von ei-nem Hause eigentlich getroffen und angezündet, das man wohlam letzten mit einem Ableiter versehen haben würde. Vor2 Jahren schrieb Gleim, im Namen des Halberstädtischen Dom-kapitels an mich. Man wollte da den 300-jährigen Dom miteinem Blitzableiter versehen. So viel die Chronik ausweist,hat der Blitz nie in ihn geschlagen. Man fragte mich, ob mandas thun solle. Ich riclh, ihn so stehen zu lassen wie bisherund die Kosten zu sparen. Alles dieses mag freilich zusam-men genommen etwas dazu beigetragen haben zu glauben, ichsei den Blitzableitern feind geworden. Allein ich bestehe miralter Strenge auf schickliche Armirung der Häuser ohneProvocation des Blitzes, ja sie sollte bei jedem neu zuerrichtenden Hause von der Polizei eingeschärft werden; manmüßte sie beim Bau mn emaccord>ren, und könnte sie demPöbel ja auch noch als Befestigung der Ecken und Schutz ge-gen Regen und manchen als Zierde empfehlen u. s. w.

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