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her Ew. Wohlgebor. gehorsamst bitten, aus diesem wochcnlan-gcn Aufschub meiner Antwort Nichts zu schließen, was mit die-ser aus meinem Herzen kommenden Versicherung stritte. Es istleidiges Übelbefinden, das mich abhielt. Seit drei Jahren hatmeine Gesundheit einen so mächtigen und plötzlichen Stoß be-kommen, der seit 14 Tagen wieder erneuert worden ist, daß eseben nicht sonderlich viel Rechnens erfordert, vorauszusagen,Mas das Ende sein wird. Ich leide unaussprechlich an Kräm-pfen, Beängstigungen, schwitze immer bei eiskalten Fußen undhabe wenig Schlaf und wenig Appetit zum Essen. O, vereh-rungswürdiger Freund, wissen Sie mir keinen Rath? Schonoft habe ich meiner Umstände wegen an Sie schreiben wollen,weil ich in allen Ihren Schriften, außer der Gelehrsamkeit, diesich durch Fleiß erwerben läßt, den Geist finde, ohne den allesWissen ein weit elenderes Flickwcrk ist, als unsere Weissagun-gen, und den man sich leider nicht geben kann, ich meine denAlles durchaus mit wohlthätiger Kraft belebenden bau sous,der mir z. B. Franklins Schriften zur unterhaltendsten Lectüremacht, sie mögen nun die Einrichtung eines neuen Freistaals,oder die Kur von rauchenden Kaminen betreffen. Hier ist dasOuiä so lehrreich als das s)uomo<io. Eben das finde ich inIhren Schriften. Allem, was ich noch von Ihnen gelesenhabe, flog mein Zutrauen schon auf den ersten Blättern entge-gen, das ich oft manchem tiefgelehrtcn Text, der über einemAbgrunde von Noten und Citaten schwamm, nicht schenkenkonnte. Ich bitte Sie also, rathen Sie mir. Ich weiß, ichhöre von Ihnen nichts auswendig Gelerntes, sondern Etwas,was Sie in Ihrem Geist schon für mein Wesen assimilirt ha-ben. Es hat mir schon einmal Jemand gesagt, er glaube, ichkönne nur durch den Kopf geheilt werden. — Nun fürwahr