Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
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151
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Kaum hatte sich Hr. Lavater niedergesetzt (Leß war mit da-bei), so kamen wir von ohngefähr auf Mendelssohn, Les-sing, Jacobi und Spinozisutus zu sprechen. Da ich nun(offenherzig) den Spinoza seit der Zeit, da ich ihn verstand,sür einen ganz außerordentlichen Kopf hielt, so nahm ich mir,zwischen diesen beiden Theologen, vor, mich seiner anzunehmen.Ich sagte also, daß ich glaubte, tieferes Sludium der Natur,noch Jahrtausende fortgesetzt, werde endlich auf Spinozismusfuhren, welches dieser große Maun vorausgesehen. So wie un-sere Kenntniß der Körperwclt zunehme, so verengerten sich dieGrunzen des Geisterreichs. Gespenster, Dryaden, Najaden,Jupiter mit dem Bart über den Wölkende, seien nun fort. Daseinzige Gespenst, was wir noch erkennten, sei das, was in un-serm Körper spuke und Wirkungen verrichte, die wir eben durchein Gespenst erklärten, so wie der Bauer das Poltern in seinerKammer; weil der hier, so wie wir dort, die Ursache nicht er-kennte; träge Materie sei ein bloßes menschliches Geschöpfund etwa bloß ein abstracter Begriff; wir eigneten nemlichden Kräften eine träge Basis zu und nennten sie Materie, dawir doch offenbar von Materie nichts kennten, als eben dieseKräfte. Die träge Basis sei bloß Hirngespinst. Daher rühredas infame Zwei in der Welt. Leib und Seele, Gott undWelt. Das sei aber nicht nöthig. Wer habe denn Gott er-schaffen? Der feine Organismus im thierischen und Pflanzcn-körper rechtfertige nur hier, Bewegung depeudcnt von der Ma-terie anzunehmen. Mit einem Wort Alles, was sei, das sei Eins,und weiter nichts! "kr,- xul nüv, et «»,»«. Alles

dieses sagte ich ihm. Wissen Sie wohl, was Lavater sagte, dermir unglaublich aufmerksam zugehört: Das glaube er auch.Nur machte er einige Einwürfe, auf die er selbst nicht viel