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Ich weiß nicht, ob Ihnen bekannt ist, daß der Glaubenan die Physiognomik sehr zu meinen schwachen Seiten gehört.Ich habe selbst seit langen Zeiten einige Übung darin, undglaube, man könne gewisse Dinge apodiktisch, viele andere aberwahrscheinlich erkennen. Lavalers Methode ist von der meini-gen himmelweit unterschieden. Ob ich gleich auch gestehe, Man-ches von ihm gelernt zu haben. Daß ich seine Grillen, davoner überfüllt ist, nicht billige, .können Sie leicht errathen. In-dessen muß ich Ihnen aufrichtig gestehen, es scheint mir, als obwir ihm doch hin und wieder etwas unrecht thäten. Ganz un-erfahren in der Sache ist er wohl nicht. Hätte er nicht theolo-gische Hypothesen durchsetzen wollen, (denn es ist zu beweisen,daß seine Physiognomik aus seinen Aussichten entstanden ist,wovon besonders in derselben drittem Bande unglückliche Spu-ren find), wenn er nicht hätte alle seine Freunde preisen wollen,wenn er anstatt vier Foliobände in drei Jahren zu schreiben,in zehn Jahren zwanzig Bogen geschrieben hätte, so hätte erdie halb verlorne Wissenschaft wirklich wieder erwecken, undvöllig Epoche darinnen machen können.
Indessen können Sie leicht denken, daß ich auf das, wasSie wider seinen vierten Band schreiben wollen, äußerst begie-rig bin. Nach Michael gegen Ende des Jahrs hoffe ich vonmeinen jetzigen allzudringenden Arbeiten einiger Maßen erlöstzu werden. Alsdann wird es die erste Beschäftigung meinerNebenstunden sein, diese Materie wieder vorzunehmen, weil ichdie schon längst in XXIX. 2. der Bibl. angefangene Recensionendlich zu Ende bringen muß. Da Sie mir melden, daß Sieselbst vor Zeiten physiognomische Beobachtungen gemacht haben,so würden Sie mich ganz ungemein verbinden, wenn Sie mireinige, die Sie für richtig halten, mittheilen wollten. Sie wür-