IV8
18.
Güttingen, den Zg. Dcmnb, 17ÜZ.
verzeihen Sie mir, verehrungswürdiger Mann, daß ich, ohnealle weitere Einleitung, da mir meine Nervenzufälle allesSchreiben sehr beschwerlich machen, Ihren gütigen Rath undBeistand sür einen jungen Menschen erbitte, der Ihnen diesenBrief überreichen wird.
Er heißt Lampadius und ist ganz für Natnrlehre und Che-mie geboren und überhaupt von einem Fleiß und einer Thätig-keit, dergleichen ich bei meinem langen akademischen Lebe» nochselten bei einem jungen Menschen angetroffen habe. Diese»Menschen lernte der römisch-kaiserliche Cammerherr, Graf vonSternberg, der sich jetzt auf einer meteorologischen Reise inPetersburg oder in Moskau aushält, vorigen Sommer bei mirkennen. Hr. Lampadius machte durch seine llrtbeile sowohl,als seinen sanften Charakter sehr großen Eindruck auf den Gra-sen, so daß er ihm nicht bloß versprach ihn bei seiner Retour,wenn er dann noch Neigung haben sollte von hier zu gehen, inseine Dienste zu nehmen, um ihn beim Bergwerkswesen zu ge-brauchen, sondern auch, was dergleichen durchreisende Verspre-cher für künftige Zeiten, selten thun, ihm 4 Ducaten schenkte.Ob nun gleich der Graf en, sehr rechtlicher und gesetzter Mannzu sein schien, so rechneten wir doch wirklich wenig darauf, undwaren froh, daß wir die 4 Ducaten weghatten, die uns sehrnolh thaten. Allein wir haben uns geirrt. Vor etwa 14 Ta-gen erhielt ich von einem Handelskäufe in Berlin, Stricker undReinhardt, einen Brief, worin sie mir melden, daß ihre Corre-spondenten, die Gebrüder Blandow, ihnen aus Petersburg auf-getragen, mir Illö Rthl. zu bezahlen. In diesem Briefe lag