Druckschrift 
2 (1867)
Entstehung
Seite
98
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13.

Güttingen, den 21. April 17M.

Mienn Ew. Wohlgebor, die Einleitung zu diesem Brief, dieich Ihnen durch die Herren v. Moutach und v. Tillier zuzusen-den mir die Freiheit genommen habe, später erhalten sollten,als diesen Brief selbst, so bitte ich gehorsamst einstweilen aufCredit meiner Rechtfertigung, gegenwärtige beiden BernischcnCavalicre, den Hrn. v. Heldenberge und v. Gingins, mit Ihrergewöhnlichen Güte aufzunehmen. Sie gehören sicherlich, so wiedie beiden erst erwähnten, mit unte^die vortrefflichsten jungenLeute unserer Universität, zu welcher auch diese wieder zurück-kehren, da erstere auf immer abgegangen sind. Ich will nichthoffen, daß Sie sich meiner Empfehlung wegen die mindesteUngelegenheit machen, wäre dieses unvermeidlich, so klagen Sicnicht mich, sondern Ihren Ruhm an.

Das Denkmal, welches Sie Moses Mendelssohn in IhrerBibliothek errichtet haben, ist vortrefflich und hat mich bis zuThränen gerührt. Ich lese es täglich wieder. Die Häuptersterben hin, und Gott weiß was die Erbprinzen machen werden.Das I-auüalor lomporis gcli regt sich täglich stärker in mir,ich fürchte fast, daß es Alter ist. Ich weiß nicht.

Allein Sic, werthgeschätzter Freund, Sic müssen Men-delssohns Biographie werden. Erlauben Sie mir einmal, daßich frei rede, man ist bei offnem Herzen nirgends besser aufge-hoben, als bei Ihnen.

Es zeigt sich hier, wie mich dünkt, für Sie eine Gelegen-heit, ein Zusammenfluß von Umständen, Ihren bereits gegrün-deten Ruhm mit einem Werk zu krönen, die, ich möchte fastjagen seltener sind, als das Genie, sie zweckmüßig zu nützen.