3.
Möllingen, den 2. Sept. 1776.
— Für Ihr vortreffliches Geschenk, den 3ten Theil Ihres Noth-ankers, bin ich Ihnen in mehr als einer Absicht verbunden.Die Ehre, die Sie mir dadurch anthun, konnte mir kaum an-genehmer sein, als die Freude, ein Buch nunmehr vollendet zusehen, auf welches unser Vaterland sivlz sein kann und das
nur an einigen Stellen auch Recht widerfährt, wo ich nicht sotadelnswürdig bin, so will ich sehr gern nach Weg Rechtens ansolchen Stellen mit mir verfahren lassen, wo ich, ich will esnur bekennen, in einer lustigen Stunde, allerlei hingeschriebenhabe, das ich nicht würde haben stehen lassen, wenn ich dieEorrcctur nur besorgt hätte. Ich wünschte eine solche Anzeigeeiniger Personen wegen, die der Sännst hier und da ihrenBeifall nicht versagen können, sich aber heimlich freuen, daßman in einigen Kritiken es so durchaus und so schlechtweggetadelt. Ich opfere aber diese Privatansicht dem Interesse derallgm. Bibliothek willig auf, wenn eine solche Anzeige nichtsollte statt finden können. Ich habe ein ähnliches Ding gegendie schlechten gelehrten Zeitungsschreiber in müssigen Stundenzusammen geschrieben. Es sind aber noch einzelne Blätter undisolirte Capitcl, die nun noch in einander gepinselt sein wollen.Wenn Alles fertig ist, so werde ich es Euer Wohlgebor, über-senden, wenigstens zum Durchsehen, wenn es auch nicht zu ei-ner gütigen Versorgung sein sollte.
Euer Wohlgebor, verzeihen mir diesen weitläuftigen und anSachen leeren Brief. —
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