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Nun lebe recht wohl und vergib einem armen Nervenkran-ken seine Saumseligkeit. Empfehle mich Deinem ganzen Wer-thesten Hause und namentlich meinem lieben Pathen, der dochwohl nun schon die Belagerung von Mainz aus dem Bodenfen-ster besieht und behorcht.
Adieu, mein Lieber.
31.
Götlingen, den 20. Febr. 17SS.
j^ein Brief, mein theuerster, liebster Vetler, hat mich und dieMeinigen sehr gerührt. Ich nehme den herzlichsten Antheil andem traurigen Geschicke, das Dich und Deine liebe Frau Ge-mahlin betroffen hat. Ich bitte den Himmel, daß er von Dirund Deinem Hause, bei dieser traurigen Zeit, wenigstens diekörperlichen Leiden entfernen möge, gegen welche der stärksteMuth nichts vermag. Den übrigen, hoffe ich, wirst Du alsMann entgegen gehen und den lieben Deinigen zum Beispieldienen. Du bist noch jung; Deine Stärke wird wieder kom-men. Mit mir ist es anders, und dennoch habe ich Muth.Wir sind bisher auf unserer Reise durch dieses Jammerthal inKutschen gefahren, jetzt stehen wir alle am User des stürmischenMeeres und müssen hinüber. Es kann sein, daß da Wasserund Brot unser erwartet, oder daß wir versinken. Auch gut,denke ich zuweilen. Das ist der Fall von Tausenden. — Duthust sehr Recht, Dein Vaterland nicht zu verlassen. Ich binWillens den Feind an meinem Schreibtische zu erwarten, esgehe wie es gehe. Ich habe den Tod sehr nahe gesehen, undseit der Zeit find mir eine Menge von Dingen, die die Well